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Gisela Stasitzek engagiert sich seit 42 Jahren für den Sport beim SC Deckbergen-Schaumburg

„Ich kann einfach nicht ,Nein‘ sagen“

veröffentlicht am 17.06.2017 um 10:04 Uhr

Gisela Stasitzek wurde mit sechs Jahren eingeschult. Foto: peb

Autor:

Peter Blaumann

SCHAUMBURG. Ob Kinderturnen, Eltern-Kind-Turnen, Damengymnastik, Fußball, Sportabzeichen, Gesundheitssport oder Präventionssport, ob Verwaltungsstellenleiterin, Ortsratsmitglied oder Ortsbürgermeisterin – das Leben von Gisela Stasitzek ist seit 55 Jahren vom und durch den Sport geprägt und seit fast elf Jahren durch ihr Engagement im politischen Bereich.

Die heute 62-jährige „Frau für alle Fälle“ wurde in Detmold geboren, wuchs dort auf und kam dort auch zum ersten Mal mit dem Sport in Berührung. Sie schloss sich mit sieben Jahren der Mädchenturngruppe eines Sportvereins an und wechselte mit acht Jahren in die Leistungsturnriege. „Damals gab es noch keine großen Turnhallen. Wir turnten in einem Keller, der gleichzeitig als Umkleideraum fungierte. Wenn man beim Turnen nicht aufpasste, ist man an den Kleiderhaken hängen geblieben“, erinnert sich Gisela Stasitzek.

Im Jahr 1967 zog die Familie nach Deckbergen um. Dort gab es kein Mädchenturnen im Verein. Für Klein Gisela blieb nur der Schulsport und ein wenig Leichtathletik. „Um Sport zu treiben, nach Rinteln zu fahren, war auch schwierig. Es gab keine öffentlichen Verkehrsmittel. Der erste Bus fuhr erst 1971. Die Eltern hatten keine Zeit und ein Auto gab es auch nicht“, blickt Gisela Stasitzek zurück.

Im Jahr 1971 beendet sie ihre Schulzeit. Foto: peb
  • Im Jahr 1971 beendet sie ihre Schulzeit. Foto: peb
Den Spaß am Sport hat die heute 62-Jährige auch nach 55 Jahren nicht verloren. Foto: peb
  • Den Spaß am Sport hat die heute 62-Jährige auch nach 55 Jahren nicht verloren. Foto: peb
Der SC Deckbergen-Schaumburg wählt Stasitzek im Jahr 2001 zur Sportlerin des Jahres. Foto: peb
  • Der SC Deckbergen-Schaumburg wählt Stasitzek im Jahr 2001 zur Sportlerin des Jahres. Foto: peb
Das Frauen-Fußball-Team mit Gisela Stasitzek (hinten Zweite von rechts) im Jahr 1984. Foto: peb
  • Das Frauen-Fußball-Team mit Gisela Stasitzek (hinten Zweite von rechts) im Jahr 1984. Foto: peb
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Im Jahr 1971 beendet sie ihre Schulzeit. Foto: peb
Den Spaß am Sport hat die heute 62-Jährige auch nach 55 Jahren nicht verloren. Foto: peb
Der SC Deckbergen-Schaumburg wählt Stasitzek im Jahr 2001 zur Sportlerin des Jahres. Foto: peb
Das Frauen-Fußball-Team mit Gisela Stasitzek (hinten Zweite von rechts) im Jahr 1984. Foto: peb
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Nach Beendigung der Schule absolvierte sie eine Ausbildung zur Großhandelskauffrau, arbeitete viele Jahre bei einer Firma in Hessisch Oldendorf, danach in Rinteln. Heute verbindet Gisela Stasitzek die Arbeit mit ihrem Hobby und ist im Therapiezentrum in Hessisch Oldendorf beschäftigt.

Die Heirat mit ihrem Ehemann Heinz stand im Jahr 1974 ins Haus. Sohn Roman wurde ein Jahr später geboren, Sohn Frank im Jahr 1977.

Im Jahr 1974 begann ihre Laufbahn als Unterstützerin, Übungsleiterin und Funktionsträgerin im SC Deckbergen und SV Schaumburg, sie half bei Sportwerbewochen, Hallentagen und im Bambini-Club. Drei Jahre später schloss sie sich der Gymnastikgruppe der TSG Ahe an. In den Jahren 1979 und 1980 organisierte sie Spaß-Fußball-Spiele der Frauen gegen ihre Männer. Daraus resultierte eine Frauen-Fußball-Gruppe, die in den Jahren von 1980 bis 1984 Freundschaftsspiele in der Halle gegen andere Frauen-Teams durchführte. „Als die Torfrau, die Stürmerin und einige andere Spielerinnen schwanger wurden, löste sich die Gruppe auf“, erinnert sich Gisela Stasitzek. In den folgenden zehn Jahren unterstützte sie ihren Mann in der Arbeit als Jugendleiter des SV Schaumburg.

„Der unmittelbare Kontakt zu Kindern und Jugendlichen, die qualifizierte Aus- und Weiterbildung der Heranwachsenden waren mir immer besonders wichtig“, so Gisela Stasitzek. Dafür besuchte sie regelmäßig Fortbildungsveranstaltungen und machte verschiedene Übungsleiterscheine. Als die Kinder älter wurden, absolvierte sie im Jahr 1987 die Ausbildung zur Sportassistentin, 1990 erwarb sie den Jugendleiterschein, 1998 den Übungsleiterschein C Breitensport, 2001 den Übungsleiterschein P Prävention, 2004 den Kursleiterschein für Rücken-Fit und die Prüferlizenz für das Sportabzeichen sowie 2008 den Kursleiterschein für Nordic Walking.

Auch als Funktionärin übernahm Gisela Stasitzek Verantwortung. Von 1990 bis 1996 führte sie die Turnabteilung von Rot-Weiß Schaumburg als Spartenleiterin, von 1994 bis 2011 leitete sie die Geschicke der Kinderturn-Abteilung des SC Deckbergen-Schaumburg, von 1996 bis 2004 war sie die 2. Vorsitzende des SC und von 1996 bis 2010 gehörte sie dem Festausschuss an. Seit dem Jahr 2008 führt sie die Sportabzeichen-Sparte, seit 2009 ist sie Spartenleiterin der Gymnastik-Abteilung. „Wenn eine Übungsleiterin fehlt oder ein Posten in den Abteilungen vakant ist, lasse ich mich nicht lange bitten und springe ein. Ich kann einfach nicht ,Nein‘ sagen“, so Gisela Stasitzek. Im Jahr 1998 gründete sie die Gruppe „50Plus Gesundheitssport“. Aus anfänglich vier Teilnehmerinnen sind es heute regelmäßig 25 Aktive. Seit 2001 macht Gisela Stasitzek jedes Jahr aufs Neue das Sportabzeichen selber.

Auch heute noch verbringt die engagierte Sportfachfrau viele Stunden in der Halle oder auf dem Sportplatz. Sie ist Übungsleiterin der Damengymnastik, Gesundheitssport, Freizeitsport mit Sportabzeichenabnahme, Eltern-Kind-Turnen und Kinderturnen.

Im Jahr 2014 wurde Gisela Stasitzek im Rahmen des Neujahrsempfangs für ihren jahrzehntelangen Einsatz im Sport und um den Sport herum von der Stadt Rinteln besonders geehrt.

Das ehrenamtliche Engagement von Gisela Stasitzek geht aber über den Sport hinaus. Für die Belange der Ortschaften Deckbergen, Schaumburg und Westendorf setzt sie sich seit fast elf Jahren als Ortsratsmitglied ein. Sie war einige Jahre stellvertretende Ortsbürgermeisterin und wurde im Jahr 2016 zur ersten Ortsbürgermeisterin in der Gemeinde Rinteln gewählt. Außerdem leitet sie seit 2007 die Verwaltungsstelle in Schaumburg und unterstützt die Arbeitsgruppe und das Projekt „Dorfgemeinschaftshaus Schaumburg“.

Auch heute noch, mit 62 Jahren, hat Gisela Stasitzek den Spaß am Sport nicht verloren und wird sich auch in den nächsten Jahren intensiv in der Vereinsarbeit engagieren. „Es wird für die Vereine immer schwerer, ehrenamtliches Personal zu finden. Das gilt sowohl für den Aktivenbereich als auch für den verwaltungstechnischen Bereich. Solange es gesundheitlich geht, werde ich weitermachen“, blickt Gisela Stasitzek in die Zukunft.

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