weather-image
15°
125 Jahre Geflügelzuchtverein Bückeburg: Illustre Gästeschar aus dem öffentlichem Leben gratuliert

"Ihr seid ein unverzichtbarer Farbtupfer"

Bückeburg (jp). "Alles, was wir heute sind, haben wir ursprünglich dem Fürstenhaus zu verdanken." Der Kreisvorsitzende der Rassegeflügelzüchter, Wilhelm Struckmann, brachte es auf den Punkt, als er als zweiter Gratulant des Abends beim Festkommers des Geflügelzuchtvereins Bückeburg ans Mikrophon trat. Wie auch der Kreisverband und mehrere weitere heimische Kleintierzucht- und Gartenbauvereine geht die Existenz des Bückeburger Vereins, der jetzt sein 125-jähriges Bestehen feierte, auf das Engagement von Prinz Heinrich zu Schaumburg-Lippe zurück, der nach dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870/1871 und der Reichsgründung durch Bismarck unter den Schaumburg-Lippern die Begeisterung für die Aufzucht von Hühnern, Gänsen, Enten und Kaninchen weckte.

veröffentlicht am 27.02.2009 um 08:03 Uhr

Volles Haus: In der Halle des Busreiseunternehmens Kelder hat de

Eine illustre Gästeschar aus Politik, öffentlichem Leben und zahlreichen weiteren Geflügelzuchtvereinen hatte sich zu dem Kommers in der Halle des Busreiseunternehmens Kelder in Berenbusch-Nordholz eingefunden. Als Gastgeberin führte Christine Fründt, Mitglied der Inhaberfamilie von Kelder, durch das Programm des Abends. Sie vertrat zugleich den ersten Vorsitzenden des Geflügelzuchtvereins Dieter Meyer, der zwar auch an dem Kommers teilnahm, aus gesundheitlichen Gründen jedoch nicht selbst ans Mikrophon treten konnte. Den Auftakt bildete eine kurze Andacht von Pastor Heinz Schultheiss, der die Verbindung zwischen Kirche und Geflügel als nichts sonderlich Ungewöhnliches ansah. "Auch die gefiederte Tierwelt hat ihren Platz in der Bibel, und nicht umsonst ist auf fast jedem Kirchturm ein Hahn zu finden." Schultheiss erinnerte daran, wie im Jahr 1907 dem damaligen Prinzen Heinrich zur Silberhochzeit von der jungen Bergdorferin Sophie Dehne Geflügel und Eier als Ehrengabe überreicht worden seien. Dies könne man als Anregung nehmen, in 25 Jahren beim 150-jährigen Jubiläum des Geflügelzuchtvereins Bückeburg dem jetzigen Fürstenpaar, welches dann Silberhochzeit feiere, ebenfalls Geflügel und Eier zu schenken. Etwas ernstere und aktuellere Töne schlug dann der Landesvorsitzende der Geflügelzüchter Egon Dobmann an. Er erinnerte an die aktuell in Deutschland aufgetretenen Vogelgrippe-Fälle. Es sei zu begrüßen, so Dobmann, dass im Moment von den Medien und der Politik keine Massenhysterie mehr um das Thema veranstaltet werde wie vor zwei Jahren. Sorgenvoll blickte er auf die bevorstehende Ausstellungssaison im Herbst: "Wir hoffen, dass wir unsere Schauen wie geplant über die Bühne kriegen." Bis auf weiteres müssten die Geflügelzüchter mit der Seuche und den dagegen beschlossenen behördlichen Verordnungen leben. Eine spürbare Verbesserung sei erst nach Entwicklung eines geeigneten Impfstoffes zu erwarten. Ortsbürgermeister Horst Schwarze dankte den Aktiven des Geflügelzuchtvereins für ihr Engagement im dörflichen Leben und insbesondere in der Jugendarbeit. "Ihr seid ein Farbtupfer in Evesen, auf den wir nicht verzichten möchten." Ein dickes Kompliment ging an die Firma Kelder, dass sie dem Verein seit 2001 ihre Halle für die Grenzlandschau zur Verfügung stellt. Dem konnte sich auch der Landtagsabgeordnete Friedrich Pörtner nur anschließen: "Jeder andere Verein würde Sie um diese Ausstellungsmöglichkeit beneiden." Weitere Glückwünsche kamen vom Landtagskollegen Joachim Runkel, dem stellvertretenden Landrat Horst Sassenberg sowie von Bundestagsmitglied Sebastian Edathy. Nach einem gemeinsamen Essen warf der stellvertretende Vorsitzende Manfred Dralle einen umfassenden Rückblick auf die 125-jährige Vereinsgeschichte. Musikalisch umrahmt wurde der Kommers von den Häverstädter Musikanten.

Der Kreisvorsitzende Wilhelm Struckmann (r.)überreicht dem Bücke
  • Der Kreisvorsitzende Wilhelm Struckmann (r.)überreicht dem Bückeburger Ehrenvorsitzenden Willi Schaper einen Ehrenteller.
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare