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Umzug von Bethel eine Herausforderung

In den Startlöchern

BÜCKEBURG. In ein paar Wochen wird es ernst: Im April 2017 soll das „Agaplesion Evangelisches Krankenhaus Schaumburg“ seinen Betrieb aufnehmen. Und dies bedeutet, dass die Abteilungen der beiden kleineren Krankenhäuser aus Bückeburg und Stadthagen in einer konzentrierten Aktion in das neue Gesamtklinikum umziehen. Die Vorbereitungen laufen.

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Michael Werk Reporter zur Autorenseite

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BÜCKEBURG. Nur noch ein paar Wochen, dann wird es ernst. Denn im April 2017 soll voraussichtlich das in Vehlen errichtete „Agaplesion Evangelisches Krankenhaus Schaumburg“ seinen Betrieb aufnehmen. Und dies bedeutet, dass die Abteilungen der beiden kleineren Krankenhäuser aus Bückeburg und Stadthagen in einer konzentrierten Aktion in das neue Gesamtklinikum umziehen. Das Kreiskrankenhaus Rinteln wurde bereits insofern aufgelöst, als dass deren Stationen vor einiger Zeit auf das Bückeburger Krankenhaus „verlagert“ worden sind, sodass die logistisch aufwendigen Umzüge nach Vehlen nun nur noch von zwei statt drei Standorten aus erfolgen müssen.

„Wir ziehen an einem Samstag und Sonntag um, da wir dann die größte Beruhigung in den Gebäuden und im Straßenverkehr haben“, berichtet Bettina Geißler-Nielsen, Geschäftsführerin der Krankenhausprojektgesellschaft Schaumburg mbH. Dabei werde man im Vorfeld versuchen, die Anzahl der an jenem Wochenende im „Agaplesion“-Krankenhaus Bückeburg und im Kreiskrankenhaus Stadthagen stationär versorgten Patienten möglichst gering zu halten, indem planbare medizinische Eingriffe terminlich so gelegt werden, dass diese nicht mit dem Umzug konkurrieren. Zudem melde man die Krankenhäuser Bückeburg und Stadthagen an diesen beiden Tagen von der Notfall-Versorgung ab. Wobei aber auch während der Umzugsphase etwaige erforderliche Notoperationen vorgenommen werden: entweder an den bisherigen Standorten oder bereits in Vehlen.

„So ein Umzug ist schon ein multifaktorielles Geschehen“, betont Geißler-Nielsen. Dementsprechend gebe es viele Einflüsse, die man trotz intensiver Planung letztlich nicht in Gänze einschätzen und kontrollieren könne. Es seien aber ausreichend Vorkehrungen getroffen, dass die Sicherheit der Patienten dennoch gewährleistet sei. So werde man etwa an den Krankenhäusern in Bückeburg und Stadthagen einen Facharzt bereitstellen, der Patienten versorgen kann, die sich dort mit gesundheitlichen Beschwerden in der Ambulanz vorstellen.

  • „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“: Am Agaplesion Evangelisches Krankenhaus Bethel läuft eine Unterschriftenaktion gegen die derzeitige Tarifsituation. Foto: wk

An dem Umzugswochenende werden die aus Bückeburg und Stadthagen nach Vehlen zu transportierenden Krankenhauspatienten in drei verschiedene Gruppen eingeteilt – und zwar in „gehende“, „liegende“ und „arztbegleitete“ Patienten, so Geißler-Nielsen. Erstere werden mit Mannschaftstransportwagen des Deutschen Roten Kreuzes in das neue Klinikum gebracht, die „liegenden Patienten“ indes mit Rettungswagen. Der Transport derjenigen Patienten, die von einem Arzt begleitet werden müssen, erfolgt ebenfalls mit Rettungswagen oder im Bedarfsfall sogar mit speziellen Intensivtransportwagen. Dabei führe man die jeweiligen Fahrten so durch, dass sich daraus „keine Risikoerhöhung“ für die Patienten ergibt, versichert die Geschäftsführerin.

Außer den Patienten müssen im Rahmen des Umzuges zudem insgesamt rund 280 – mit medizinischen Utensilien, Medikamenten, Akten und anderen Dingen vollgepackte – Rollwagen „unterschiedlichster Art“ von Bückeburg und Stadthagen nach Vehlen befördert werden. Damit beauftragt ist eine auf solche Transporte spezialisierte Spedition, die auch hygienische Aspekte berücksichtigt. Denn die Rollwagen müssen vor der Anlieferung in Vehlen ebenfalls fachgerecht desinfiziert werden, um keine Krankenhauskeime „mitzuschleppen“.

Rechtzeitig vor dem entscheidenden Wochenende werden laut Geißler-Nielsen alle Mitarbeiter der drei alten Krankenhäuser in die für diese jeweils relevante, neue Medizintechnik des Gesamtklinikums eingewiesen, damit es am neuen Standort keine Anlaufschwierigkeiten gibt. „Das ist auch eine echte Herausforderung“, unterstreicht sie. Denn dabei gehe es um viele neue Gerätschaften – angefangen bei Apparaten für das Herz-Kreislauf-Monitoring über Ultraschall- und Beatmungsgeräte bis hin zu etwa Spritzenpumpen. Dabei würden von den jeweiligen Herstellern zunächst rund 80 medizinische Fachkräfte geschult, die dann als Multiplikatoren fungieren, indem diese die restlichen Mitarbeiter unterrichten.

Eine im Eingangsbereich des Bückeburger Krankenhauses vorhandene „Psalmplatte“ wird übrigens zusammen mit etlichen anderen, von Förderern gestifteten Dingen ebenfalls nach Vehlen mitgenommen, wo sie einen würdigen Platz erhält. „Das ist schon wichtig“, sagt Geißler-Nielsen. Denn dabei gehe es darum, eine Art „Abschieds- und Erinnerungskultur“ zu pflegen.

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