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Klassentreffen nach 50 Jahren

In der Schule auch viel für den Alltag gelernt

OBERNKIRCHEN. Wenn Ehemalige sich nach 50 Jahren wiedersehen, gibt es viel zu erzählen. Über erste Lieben, die erste Zigarette, die erste Fete. Im „Mikrofon“ haben 25 Absolventen der Grundschule Obernkirchen ihre Schulzeit gefeiert.

veröffentlicht am 12.09.2017 um 11:46 Uhr

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Autor

Michael Grundmeier Reporter
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Im Rückblick verklärt sich vieles. Da wird manches, was einer Kinderseele schaden kann vergessen, vielleicht auch verdrängt. Mit der Schule von heute ist die von vor 50 Jahren jedenfalls nicht vergleichbar. Etwas gewalttätiger seien die Lehrer schon gewesen, sagen auch die Ehemaligen der Grundschule. Manchmal habe es Backpfeifen gesetzt, dann wieder müsste Einer in der Ecke stehen. Ob ihnen das geschadet habe? Die Teilnehmer sind unschlüssig. Das lasse sich von heute aus kaum beurteilen, meint Einer. Ein anderer hätte sich schon besser ausgebildete Lehrer gewünscht. „Das war ja direkt nach dem Krieg, da haben sie genommen, was da war.“ Was nicht heißt, dass die Klasse mit den Lehrern unzufrieden war. Es hat auch eine sehr mütterliche, warmherzige Lehrerin gegeben, andererseits, sagt Michael Swoboda, habe es auch Mitschüler gegeben, „die ganz froh waren, dass keine Lehrer oder Lehrerinnen gekommen sind.“ Obwohl gemeinsam verbracht, kann eine Schulzeit ganz unterschiedlich wahrgenommen werden. Man habe eine sehr gute Klassenarbeit Schaft gehabt, sind sich alle einig.

Ansonsten sind es vor die Anekdoten, an die sich die meisten der 25, teils aus der Nähe von Ulm angereisten Teilnehmer erinnern. An die Sache mit den Knochen beispielsweise, die von aufgelösten Gräbern mit in die Schule gebracht wurden. Damals gab es an der Stiftskirche Arbeiten - also direkt neben der weißen, beziehungsweise der roten Schule. „Das hat ein ziemliches Hallo gegeben“, erinnert sich Swoboda. Heute kaum noch vorstellbar wäre das Verhalten einer Lehrerin, die im Klassenraum und vor den Schülern rauchte.

Positiv sehen die Teilnehmer die vielen Praxis-Elemente im Unterricht. Man habe viel gelernt, das man auch im Alltag habe anwenden können, sagt Swoboda. Das reichte vom Ausfüllen einer Überweisung bis hin zu Behördengängen. Fächer wie Heimatkunde hätten den Schülern viel über den eigenen Nahbereich beigebracht.

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