weather-image
12°
Altes Feuerwehrgerätehaus steht zum Verkauf

In gute Hände abzugeben

TODENMANN. Den Schlüssel zum alten Feuerwehrgerätehaus hat Rolf Marchlewski noch in der Hosentasche. „Den werden wir wohl auch behalten, wenn das Gebäude verkauft wird“, meint der Todenmanner Ortsbrandmeister. Schließlich müsse der Zugang zur Steuerung der Sirene gesichert sein, die oben auf dem Schlauchturm thront.

veröffentlicht am 09.10.2017 um 15:35 Uhr

Jetzt heißt es für Ortsbrandmeister Rolf Marchlewski wirklich Abschied von der alten „Feuerwehrheimat“ im Kirschenweg zu nehmen. Das Gebäude steht zum Verkauf. Foto: cm
Avatar2

Autor

Claudia Masthoff Reporterin
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der SZ/LZ? Dann melden Sie sich hier mit Ihren SZ/LZ -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

„Die soll nämlich, wenn es geht, hier bleiben. Heute will ja keiner mehr eine Sirene auf dem Wohnhausdach haben, und einen extra Mast für sie zu bauen, das wäre zu teuer.“ Auch der mit Spinnenweben umhüllte Feuermelder gleich neben dem Tor zur ehemaligen Fahrzeughalle sei noch funktionsbereit, fügt der Todenmanner hinzu. Dann öffnet er die Tür zur alten „Heimat“ seiner Ortsfeuerwehr. „Diese Tür stammt übrigens ursprünglich aus dem Frischmarkt, den wir hier im Dorf hatten“, erklärt Marchlewski und leitet so eine kleine Reise in die Vergangenheit dieses charakteristischen Gemäuers ein. Jeden Dübel, jedes Rohr, jede Rigipsplatte würden die Kameraden hier persönlich kennen. „Alles haben wir selbst ausgebaut: Toiletten, Küche, sogar eine Empore in der Fahrzeughalle hat es gegeben. Da hieß es damals in der Zeitung: Erste Feuerwehr mit Balkon!“ lacht der engagierte Ehrenamtliche etwas wehmütig.

Ganz offensichtlich steckt dieser Ort für ihn, und nicht nur für ihn, voller Erinnerungen. „So viele Feiern hat es hier gegeben. Wir haben sogar auf dem Dach getanzt. Und ich sehe noch die Helfer vor mir, wie sie den großen Carport hinten auf dem Grundstück aufbauen. Von denen lebt heute mancher schon nicht mehr“, seufzt der Todenmanner Feuerwehroberste, um dann aber doch mit dem Kapitel „Vergangenheit“ abzuschließen.

„Natürlich sind wir total froh, am neuen Standort so viel Platz zu haben. Hier ging es wirklich nicht mehr weiter.“ Und was das alte Gerätehaus anginge, da müsse man jetzt nach vorne schauen und einen gut geeigneten Nachnutzer finden. „Uns liegt der Erhalt des Gebäudes mitsamt Trockenturm am Herzen“, meint Marchlewski und ergänzt ein bisschen geheimnisvoll, von zwei in seinen Augen geeigneten Interessenten wüsste er schon. Der eine würde Halle und Anbauten gewerblich nutzen wollen. „Von dem ist bekannt: Der hält alles immer gut in Schuss! Das wäre uns wichtig.“ Und der zweite sei besonders ambitioniert. Der arbeite an der Entwicklung eines Projektes, das zur weiteren Belebung Todenmanns in touristischer Hinsicht geeignet sei. Klingt spannend! Von städtischer Seite habe man versprochen, die Wünsche der Todenmanner beim Verkauf dieser ortsbildprägenden Immobilie zu berücksichtigen. Das bestätigt auch der Verantwortliche im Rintelner Bauamt, Uwe Sievert. „Die Entscheidung wird in dieser Sache nicht von der Verwaltung gefällt. Sie muss von den politischen Gremien, also vor allem vom Todenmanner Ortsrat, mitgetragen werden.“

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare