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Hier wird 60 Meter tief gebohrt

In Steinbergen entsteht eine neue Grundwasser-Messstelle

STEINBERGEN. In der Wohnsiedlung „Steinmeiers Hof“ frisst sich ein großer Bohrkopf derzeit bis zu 60 Meter tief ins Erdreich. Hier wird für eine neue Grundwasser-Messstelle gebohrt.

veröffentlicht am 31.10.2017 um 16:34 Uhr

Im Steinberger Wohngebiet „Steinmeiers Hof“ entsteht eine Messstelle, um das Grundwasser beobachten zu können. Foto: mld
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Marieluise Denecke Redakteurin / Online zur Autorenseite
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STEINBERGEN. Baustellenschilder und Absperrbänder zeigen in der beschaulichen Wohnsiedlung „Steinmeiers Hof“ an, dass hier derzeit etwas passiert. Hinzu kommt ein gleichmäßiges Brummen, das von einem Bohrkopf ausgeht, der senkrecht in der Erde steckt. Er frisst sich stetig tiefer in die Erde, bis zu 60 Meter tief. Hier wird für eine neue Grundwasser-Messstelle gebohrt. Was das bedeutet, erklärt Jürgen Peterson, Geschäftsführer der Stadtwerke Rinteln.

Das Grundwasser wird regelmäßig überwacht. Dies dient zum einen dazu, die Zusammensetzung des Wassers und damit auch seine Belastung – beispielsweise durch Nitrat oder Schwermetalle – im Blick zu behalten.

Zum anderen geht es auch um die Überwachung des Grundwasserspiegels. Der kann je nach Jahreszeit und Niederschlag schwanken. Es muss aber auch überprüft werden, wie stark welcher Brunnen bei der Trinkwassergewinnung gefördert wird. „Man darf nicht bei einem Brunnen zu viel ziehen“, sagt Peterson. Durch die Messstellen hat man daher einen Blick darauf, aus welchem Brunnen wie stark gefördert wird.

Die Firma Celler Brunnenbau bohrt derzeit 50 bis 60 Meter in die Tiefe. Foto: mld
  • Die Firma Celler Brunnenbau bohrt derzeit 50 bis 60 Meter in die Tiefe. Foto: mld

Über zehn Brunnen gibt es in Rinteln, erläutert Peterson. In Ahe, Engern, Kohlenstädt und Großenwieden werden sie von der Schaumburger Trinkwasser Verbund- und Aufbereitungsgesellschaft betrieben. Deren Gesellschafter sind die Stadtwerke Rinteln und die Stadtwerke Schaumburg-Lippe. Die Stadtwerke Rinteln beziehen Wasser außerdem aus drei Brunnen; jüngst wurde ein neuer am Heinekamp gebohrt (wir berichteten). Auch die Firma Wesergold betreibt einen Brunnen. „Für ihre eigenen betrieblichen Zwecke“, erläutert Peterson.

In Abstimmung mit dem Landkreis als untere Wasserbehörde wird die Nutzung dieser Brunnen koordiniert. Hierbei helfen auch die Werte, die die Messstellen liefern. Die Weserstadt ist daher durchzogen von einem Netz von Messstellen.

Wozu nun die neue in Steinbergen, mitten im Wohngebiet? Die Genehmigung, aus Brunnen zu fördern, wurde vom Landkreis Schaumburg für weitere 30 Jahre bewilligt. Behördenwunsch für diese Genehmigung war, eine zusätzliche Messstelle einzurichten, und zwar nicht im Tal, sondern höher gelegen und im sogenannten Festgestein. Die Stelle im Steinberger Wohngebiet wurde von Fachleuten für Wasserwissenschaft, Hydrologen, bestimmt.

„Dies ist außerdem eine Freifläche und somit eine gute Lage“, erläutert Peterson. Dadurch erklärt sich auch die große Bohrtiefe von 50 bis 60 Metern.

„Im Tal wäre die wesentlich geringer“, so Peterson.

Sobald das Loch in der nötigen Tiefe gebohrt ist, kommt ein Peilrohr hinein, durch das die Messdaten erfasst und gesendet werden können.

Zum Abschluss der Arbeit wird das Rohr nach oben hin abgesichert, entweder mit einem dreieckigen Stahlrahmen oder einem Brunnenring aus Beton, damit das Rohr selbst dann nicht beschädigt werden kann, sollte ein Auto aus Versehen der Stelle zu nahe kommen. Sehen werde man davon hinterher kaum etwas, so Peterson. Für die Anlieger fielen außerdem keine Kosten an.

Durchgeführt werden die Arbeiten neben Mitarbeitern der Stadtwerke Schaumburg-Lippe vom Unternehmen Celler Brunnenbau. Die Arbeiten dauern insgesamt zwei bis drei Wochen an.

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