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Polizei findet bei Fahndung Softair-Waffe

Jugendliche mit falschem Sturmgewehr lösen Großeinsatz aus

GROSSENWIEDEN. Drei Jugendliche aus dem Auetal (16,16, und 18 Jahre) lösten am Montagabend einen größeren Polizeieinsatz aus. Die Heranwachsenden sollen am Weserufer mit einem Sturmgewehr hantiert haben, teilte die Polizei mit. Eine Rintelner Streifenwagenbesatzung konnte während einer Fahndung ein Gewehr sicherstellen.

veröffentlicht am 16.05.2017 um 17:27 Uhr
aktualisiert am 16.05.2017 um 18:46 Uhr

Eine Streifenwagenbesatzung entdeckte eine Softair-Waffe in einem Auto. Foto: Polizei
Frank Neitz

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Frank Neitz Reporter / Fotograf zur Autorenseite

Um kurz nach 21 Uhr schrillten in der Regionalen Leitstelle in Hameln zuerst die Telefone – wenig später bei der Polizei die Alarmglocken. Ein Anrufer schilderte dem Disponenten über den Notruf, dass im Bereich der Fähre ein Unbekannter mit einem Sturmgewehr herumfuchtelt. Die Waffe soll wie eine Kalaschnikow aussehen, beschrieb der Zeuge das Gewehr.

Der Mann konnte durch ein Fernglas sehen, wie drei Personen auf der Rumbecker Weserseite an einem weißen Kleinwagen standen und einer von ihnen ein Gewehr in den Händen hielt. Was das Trio genau machte, konnte er in der einsetzenden Dämmerung nicht erkennen.

Kurz darauf fuhren mehrere Streifenwagen aus zwei Landkreisen zum Einsatzort an der Fähre. Eine Rintelner Streife stoppte bei Hohenrode einen weißen Opel, auf den die Beschreibung des Zeugen passte. Im Wagen saßen drei Jugendliche (16, 16 und 18 Jahre) aus dem Auetal. Auch die vermeintliche Waffe lag im Corsa. Die war allerdings nicht echt. Beamte entdeckten im Kofferraum eine Druckluftwaffe – aber äußerlich von einem G 36-Sturmgewehr der Bundeswehr kaum zu unterscheiden.

Gegen den 18-jährigen Fahrer leiteten die Polizeibeamte ein Ordnungswidrigkeitenverfahren nach dem Waffengesetz ein. Die Polizei hat die Druckluftwaffe sichergestellt. Erst am vergangenen Sonntag überwältigte die Polizei in Hameln einen Mann, der mit einer echt aussehenden Pistole in der Gesäßtasche durch das Stadtgebiet gelaufen war.

Das gilt bei Softair-Waffen

Für die Polizei sind die neuesten Fälle Anlass, um auf die „Gefährlichkeit dieses unbedachten Verhaltens“ hinzuweisen. „Solche Waffenattrappen, auch wenn es sich um Spielzeug-, Modell- oder Softair-Waffen handelt, haben in der Öffentlichkeit nichts zu suchen. Die sogenannten Anscheinswaffen sind aus der Distanz selbst von geschulten Polizeibeamten kaum von einer echten Schusswaffe zu unterscheiden“, warnt Polizeioberkommissar Jens Petersen davor, solche Pistolen oder Gewehre offen zu tragen.

Das Mitführen und Zeigen dieser Waffen könne neben der Begehung waffenrechtlicher Verstöße zu brenzligen Situationen führen, die schnell eskalieren können. Bislang sei es dem besonnenen und bedachten Handeln eingesetzter Polizisten zu verdanken, dass die vorgelegenen Lagen ohne Zwischenfälle geklärt werden konnten, sagt Petersen. Denn auch für Polizeibeamte sei nicht erkennbar, ob es sich um scharfe oder nachgebaute Waffen handelt.

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