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Pro und Kontra: Sind Landwirte die Hauptschuldigen? / Politiker verteilen Samentüten

Kampf dem Bienensterben

SAMTGEMEINDE RODENBERG. Um dem Bienensterben entgegenzuwirken, sollen die Einwohner der Samtgemeinde Rodenberg in den eigenen Gärten gezielt Stauden und Sträucher anpflanzen, die den Insekten besonders dienlich sind. In Groß Hegesdorf haben Mitglieder der Gruppe Wählergemeinschaft Apelern/Grüne Samentütchen mit entsprechendem Inhalt verteilt. Die Diskussion zu dem Thema verlief mitunter laut und kontrovers.

veröffentlicht am 16.04.2018 um 17:31 Uhr

Samentüten zum Anlegen von Bienenpflanzen verteilt die Gruppe WGA/Grüne. Foto: gus

Autor:

Guido Scholl
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Ob nun die Landwirte in erster Linie für das Insektensterben und im Speziellen für den Rückgang der Zahl der Bienen verantwortlich sind, darüber ließ sich keine Einigkeit erzielen. Einige Zuhörer waren der Meinung, die Landwirtschaft treffe die Hauptschuld. Schließlich fehle es in der freien Natur zunehmend an Blühstreifen oder auch Totholz-Haufen, die für Insekten so wichtig seien.

Doch andere nahmen die Landwirte in Schutz. Die gesamte Gesellschaft trage eine Mitverantwortung an der Entwicklung. Unter anderem, weil die Mehrheit lieber billig einkaufe, was wiederum die Agrarproduzenten unter Zugzwang setze. Doch auch in den Gärten sehe es häufig karg aus, was den Lebensraum für Insekten angeht.

Dem will die Gruppe um Daniela Kastning (WGA) und Elisabeth Rautenberg-Röver (Grüne) nun entgegentreten. Bereits vor einigen Wochen hatte es in Lauenau eine proppenvolle Informationsveranstaltung gegeben, seinerzeit initiiert von Grünen, SPD und der dortigen Wählergemeinschaft. Der Andrang zeigte: Es herrscht großes Interesse an dem Thema.

Weitgehend einig waren sich die Diskutanten auch diesmal, dass es an der Zeit ist, dem Bienensterben etwas entgegenzusetzen. Der eine oder andere hielt es für fragwürdig, ob es wirklich Sache der privaten Gärtner ist, sich dafür einzusetzen. Doch gleich mehrfach wurde betont, wie wenig Aufwand es bedarf, die richtigen Pflanzen im Garten anzulegen und den Bienen damit einen Dienst zu erweisen. Solche Beete sähen darüber hinaus hübsch aus. Auch Totholzhaufen seien wertvoll für andere Insekten, die – wie auch die Bienen – wiederum Nahrung für Vögel darstellen.

Als klassische Bienenfutterpflanzen gelten beispielsweise Sonnenhut, Kamille, Stockrosen und die sogenannte Becherpflanze.

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