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Sommerlicher Hochbetrieb im Tierheim / Der Charakter lässt sich schon erkennen

Katzen gerade erwachsen: Ideal zur Vermittlung

Bückeburg (jp). Alle Jahre wieder das gleiche Elend: Während für die Menschen der Sommerurlaub die schönste und vor allem erholsamste Phase des Jahres darstellt, ist für viele Tiere Ferienzeit gleichbedeutend mit Leidenszeit. In ganz Deutschland stöhnen die Tierheime unter der Flut ausgesetzter, abgegebener oder sonst irgendwie entledigter vierbeiniger Hausgenossen. Auch im Bückeburger Tierheim ist einmal mehr Hochsaison angesagt, zumal im August erfahrungsgemäß neben den Urlaubsfindlingen auch die zweite Welle von in freier Wildbahn geborenen Katzenbabys über die Tierschützer hereinbricht.

veröffentlicht am 15.08.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:22 Uhr

Björn

Monika Hachmeister, der ersten Vorsitzenden des Tierschutzvereins Bückeburg-Rinteln, ist vor allem daran gelegen, für die vielen gerade ausgewachsenen Jungkatzen und Jungkater eine neue Bleibe zu finden. "Natürlich versuchen wir alles Erdenkliche, unseren Tieren den Aufenthalt hier so artgerecht und angenehm wie möglich zu gestalten", so die erste Vorsitzende,"aber kein Tierheim kann ein Zuhause mit einer eigenen Familie ersetzen." Dabei eignen sich besonders die gerade ausgewachsenen Jungkatzen für eine Vermittlung: "Bei diesen Katzen hat sich nämlich der Charakter bereits herausgebildet, so dass man als zukünftiger Tierhalter genau weiß, woran man ist", weiß die Tierheims-Chefin aus eigener Erfahrung. Dies gelte hingegen ausdrücklich nicht für Katzenbabys, nach denen im Tierheim Bückeburg leider viel häufiger gefragt werde als nach ausgewachsenen Stubentigern: "Ein Katzenbaby kann in den ersten Monaten unglaublich lieb und verschmust sein und sich trotzdem später in eine furchtbare Kratzbürste verwandeln, ohne dass der Tierhalter daran eine Schuld trägt. Und eine solche Entwicklung kann man bei einem Katzenbaby von wenigen Wochen unmöglich vorhersehen." Hinzu komme der sehr viel größere Betreuungs- und Zeitaufwand, den ein Katzenbaby verglichen mit einem erwachsenen Artgenossen erforderlich mache: "Für Berufstätige kommt ein Katzenbaby beispielsweise gar nicht in Frage." Viele gerade ausgewachsene Katzen seien hingegen geradezu ideal zur Vermittlung. Da ist zum Beispiel der schwarz-weiß gefleckte Tom-Tom, auch Katzen-Therapeut genannt, weil er auch auf die aggressivste andere Katze beruhigenden Einfluss ausübt. Ihm zur Seite steht der grau-weiß getigerte Wuschelkopf Buddy, der am liebsten mit Tom-Tom zusammen vermittelt werden würde. Gelbe Augen starren aus glänzend schwarzem Fell bei Tino hervor, ebenso bei Katzendame Hobbit und Kater Milo. Einer der jüngsten der Runde ist Schmusekater Björn. Auch Kater Pierre lässt sich am liebsten von streichelnden Händen verwöhnen. Nahezu unzertrennlich sind die beiden Katzengeschwister Tom und Jerry, auch hier wäre Monika Hachmeister eine Doppelvermittlung am liebsten. Bunt und verspielt ist Katzendame Lea, während sich die Katzenmänner mit den urdeutschen Doppelnamen Karl-Heinz und Klaus-Dieter im Freien vergnügen - am liebsten wälzend in der Sonne. Übrigens: Von Mai bis September hat der Deutsche Tierschutzbund eine Urlaubshotline eingerichtet. Wer sich unter Telefon (0228) 6049627 (montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr) meldet, kann sich über Unterbringungsmöglichkeiten für seine Vierbeiner während der Urlaubszeit. informieren.

Karl-Heinz Fotos: jp
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Karli
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Tom Tom
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Pierre
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Tino
  • Tino
Tom
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Tom Tom
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Tino
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