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Erst wird großes Fest abgewartet

Kein Weihnachtsgeschenk für die Wehr: Antrag zurückgestellt

GELLDORF. Die Ortswehr möchte einen „Powermoon Leuchtballon“ anschaffen, ein großes Beleuchtungsgerät, das bei Einsätzen benötigt wird. Im Ortsrat möchte man erst die 800-Jahr-Feier im nächsten Jahr abwarten, ehe es einen Zuschuss gibt.

veröffentlicht am 14.11.2017 um 17:21 Uhr

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Frank Westermann Redakteur zur Autorenseite
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Es ist ein eher ungewöhnlicher Anblick, aber Oliver Schäfer kann ihn erklären: Dass der Bürgermeister der Stadt als Vertreter der Verwaltung im Ortsrat sitze, sei der derzeitigen Situation geschuldet. Jahrelang habe der ehemalige Kämmerer Andreas Jasper die örtlichen Gremien betreut, nach seinem Weggang seien nun noch nicht alle Posten im Haus besetzt, aber auf jeden Fall werde es auch künftig einen fes-ten Ansprechpartner für die Ortsräte im Rathaus geben.

In seiner dritten Sitzung des Jahres arbeitet Schäfer mit dem Ortsrat anschließend ab, was so angefallen ist, ehe der einzige Antrag des Abends aufgerufen wird: Die Ortswehr möchte einen „Powermoon Leuchtballon“ anschaffen, wird sich dafür Sponsoren suchen und bittet auch den Ortsrat um einen Zuschuss. Diese Leuchtballons strahlen ein tageslichtähnliches Licht aus und blenden nicht, sie sollen bei Einsätzen ausleuchten. 2500 Euro würde der Leuchtballon kosten, der recht kompakt zusammengepackt werden kann und problemlos auf dem Fahrzeug seinen Platz finden würde.

Klaus Leinemann ist gegen einen Zuschuss. Die Wehr habe ein neues Auto mit Lichtmast und der Aufbau eines Leuchtballons dauere mit zwei Mann eine gute Stunde, argumentiert der SPD-Politiker, und außer der Lebenshilfe habe so einen Leuchtballon nicht eine einzige Wehr im Landkreis. Auch Kirsten Battaglia (SPD) mochte nicht zustimmen. Zum einen sei es besser, einen derartigen Antrag zu Beginn des Jahres zu stellen, aber sie sehe die Notwendigkeit auch nicht, „um es ganz ehrlich zu sagen“, und generell: „Wir haben die Feuerwehr immer gut bedacht.“

Dirk Rodenbeck vom Team Gelldorf sah es so: Es sei nicht seine Aufgabe, hier den Antrag der Feuerwehr zu rechtfertigen, aber er habe sich, wie Leinemann auch, ein Video zum Leuchtballon angeschaut, und auf dem sei zu sehen, wie eine junge Frau das Teil in einer Minute aufgestellt habe. Die Ausstattung der Gelldorfer Wehr sei gut, aber sie müsse sich ja auch weiterentwickeln, daher sein Vorschlag: Man wartet einfach mal ab, was die 800-Jahr-Feier in 2018 kostet, „wir sehen erst mal, wie das Fest läuft“. Man solle den Antrag verschieben, und als Ablehnung solle diese Maßnahme nicht verstanden werden, so Rodenbeck. Damit konnte sich Battaglia nach eigene Worten anfreunden, „okay“, und wenn der Fall eintreten werde, dass über die Sponsoren nahezu die komplette Summe angesammelt werde und nur noch 200 Euro fehlen würden, dann werde der Ortsrat sicher einspringen. Sie verglich den Antrag mit dem Weihnachtsfest: Da liege unter dem Tannenbaum auch nicht immer das, was sie sich vorher so gewünscht habe.

Andreas Hofmann (Team Gelldorf) verwies ebenfalls auf das kommende Jahr und wünschte sich eine Darstellung der Wehr: Es müsse für den Leuchtballon eine technische Notwenigkeit bestehen, erklärte der Ortsbürgermeister, sie müsse „gerechtfertigt“ sein. Einstimmig angenommen. Das letzte Wort hatte dann Achim Pohl vom Team Gelldorf, der mit Blick auf Battaglia dies befand: „Die Feuerwehr braucht keine Weihnachtsgeschenke, sondern Arbeitsmaterial.“

Die 800-Jahr-Festlichkeiten werden in 2018 vom 29. August bis zum 2. September laufen, erklärte Hofmann später. Auftakt sei am Mittwoch, 29. August, um 18.30 Uhr mit einem Kommers im Festzelt am Dorfteich, zu dem alle Bürger eingeladen sind.

Das Prüfungsergebnis der Installation einer gelben Leuchte am Abzweig Südhorsten kann sich Schäfer anschließend sparen, denn das dort angestrebte gelbe Licht, das signalisieren soll: „Hier ändert sich die Verkehrsituation“, ist bereits vorhanden. „Wenn es sich erledigt hat, ist es gut so“, meinte Schäfer, vielleicht sie die Lampe zwischenzeitlich ausgetauscht worden. Der Verwaltung werde ja nicht mitgeteilt, dass eine Lampe hier oder dort ausgetauscht wurde, sondern, dass es 20 oder 30 waren.

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