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Kinderspielklassiker beim Gang in den Wald

Keine App fürs A-Zerlatschen

OBERNKIRCHEN. Ein Klassiker: Beim A-Zerlatschen teilen sich die Kinder in die Gruppe der Suchenden und in die Gruppe derjenigen, die sich verstecken, auf. Die Sucher-Gruppe bastelt aus Ästen und Zweigen ein großes A auf dem Boden und bewacht es. Die anderen Kinder wollen die Äste und Zweige auseinandertrampeln – das A zerlatschen.

veröffentlicht am 20.04.2017 um 14:30 Uhr
aktualisiert am 20.04.2017 um 16:10 Uhr

Digitales (Er-)Leben liegt im Trend. Draußen im Freien leben ist eine für junge Leute zunehmend neue Erfahrung. Foto: rnk
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Autor

Frank Westermann Redakteur zur Autorenseite
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OBERNKIRCHEN. Es ist ein Klassiker unter den Versteckspielen: Beim A-Zerlatschen teilen sich die spielenden Kinder in die Gruppe der Suchenden und in die Gruppe derjenigen, die sich verstecken, auf. Die Sucher-Gruppe bastelt aus Ästen und Zweigen ein großes A auf dem Boden und bewacht es. Die anderen Kinder wollen die Äste und Zweige möglichst weit auseinandertrampeln – das A zerlatschen.

Es sind Kinderspielklassiker, die deutlich aus der Mode gekommen sind, aber im Jugendzentrumm werden sie noch gepflegt. Lukas Nerge, der hier ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert, und Langzeitpraktikantin Lea Linnemann bieten einmal im Monat einen Gang in den Wald an. Zuletzt wurde vor allem über den Wald und die Geschichte des Bergbaus im Uhlenbruchtal gesprochen, dieses Mal soll gespielt werden, weil das Interesse an der Natur generell fehlt, wie Lea Linnemann erklärt. Sie selbst ist im Grünen aufgewachsen. „Ich war viel im Freien“, sagt sie. Man klingelte bei Freunden in der Nachbarschaft an der Tür, man ging nach draußen, dort wurde gespielt. Das sei heute anders, heute werde nahezu nur noch über WhatsApp oder das Smartphone kommuniziert.

Man kann es so formulieren: Die Digitalisierung hat die Menschen sicherlich offener dafür gemacht, Unterhaltung in den Alltag zu integrieren; Serien und Fernsehen nach Bedarf, Spiele-Apps auf dem Smartphone – und nach den Erwachsenen lockt die globale Spaßindustrie jetzt auch die Kinder zu ihren Produkten. Da bleibt für die Natur oder das Spielen im Freien immer weniger Zeit.

18 Jahre jung ist Lea Linnemann, nach dem Fachabitur steht ein pädagogisches Studium an. Wenn sie zurückblickt auf ihre Kindheit, dann sieht sie, dass sich Kinder heute weniger bewegen und seltener mit Freunden treffen. In diese Richtung würde sich das Angebot des Jugendzentrums bewegen: den Kindern zeigen, dass es da draußen noch eine reale Welt gibt. Nicht ganz ohne Grund, erklärt Lea Linnemann, werden im Sommer bei der Owoki viele Aktionen angeboten, die draußen stattfinden und die kleine und große Menschen verbinden sollen; Angebote, bei den denen nicht nur Kinder etwas mit Gleichaltrigen unternehmen, sondern auch mit Vater und Mutter. Das A-Zerlatschen lässt sich auch prima mit Älteren spielen.

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