weather-image
17°
Tierschutzverein kündigt Porta

Keine Einigung über Betriebskosten

BÜCKEBURG. Nach neun Jahren hat der Tierschutzverein Bückeburg-Rinteln und Umgebung die Zusammenarbeit mit Porta Westfalica aufgekündigt. Als einzige Kommune hatte sich die Stadt mit dem Trägerverein des Tierheims trotz langwieriger Verhandlungen nicht auf eine Erhöhung der Betriebskostenzuschüsse einigen können.

veröffentlicht am 10.02.2017 um 13:04 Uhr
aktualisiert am 10.02.2017 um 17:00 Uhr

Fundtiere aus Porta Westfalica werden zukünftig im Bückeburger Tierheim nicht mehr angenommen. Foto: jp
jp01

Autor

Johannes Pietsch Reporter zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der SZ/LZ? Dann melden Sie sich hier mit Ihren SZ/LZ -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Man bedauere die Vertragskündigung sehr, sehe aber aufgrund der unverrückbaren Verhandlungsposition Portas inzwischen keine andere Möglichkeit mehr, teilte die Vorsitzende des Tierschutzvereins, Monika Hachmeister, mit.

Seit 1998 war Porta Westfalica neben Bückeburg, Bad Eilsen, Auetal, Obernkirchen und Rinteln Vertragskommune des Tierschutzvereins. Die Zusammenarbeit sei gerade mit Porta immer besonders offen und konstruktiv gewesen, betonte Monika Hachmeister. Erste atmosphärische Störungen im bislang so ausgeglichenen und harmonischen Verhältnis zeigten sich 2014, als der Tierschutzverein aufgrund einer Streunerkatzen-Schwemme und einer daraus erwachsenen prekären Finanzlage um eine Erhöhung der Betriebskostenzuschüsse bat. Dem Vorschlag von 80 Cent pro Jahr und Einwohner folgten nach teilweise unterschiedlich langen Verhandlungen alle Kommunen – bis auf Porta Westfalica.

Die Stadt habe sich zwar in den Verhandlungen offen für eine Änderung der Betriebskostenzuschüsse gezeigt, so Hachmeister, dabei aber ein völlig neues Abrechnungssystem für Fundtiere gefordert, welches dem Tierschutzverein ein nicht akzeptables Maß an Bürokratie abverlangt hätte. Den endgültigen Ausschlag für das Beenden der Zusammenarbeit hätten dann „unüberbrückbare Differenzen“ in Fragen des Tierschutzes gegeben. So habe Porta Westfalica eine Begrenzung der Verweildauer für Fundtiere im Bückeburger Tierheim auf maximal 14 Tage gefordert. Nach Ablauf dieser Frist hätten diese Tiere dann sofort weitervermittelt werden sollen. Hätte sich danach der ursprüngliche Halter gemeldet, so hätte dieser vom Tierheim den Kaufpreis für den inzwischen weitervermittelten Vierbeiner abzüglich der Aufwendungen für dessen Unterbringung und Versorgung ausgezahlt bekommen sollen.

Mittlerweile ist der Vertrag bereits offiziell gekündigt. Formal beenden will Monika Hachmeister die Zusammenarbeit mit Porta Westfalica Ende Februar, um den Verantwortlichen des Mindener Tierheims die Möglichkeit zu geben, sich auf die neue Situation einzustellen. Ihr ist nun wichtig, die Information über die Vertragskündigung so schnell wie möglich in der Bevölkerung bekannt zu machen, insbesondere in den Bückeburg nahen Portaner Ortsteilen Kleinenbremen, Wülpke oder Nammen. „Dort müssen die Leute wissen, dass sie Fundtiere zukünftig nicht mehr zu uns bringen können.“ Bei akuten Notfällen, kranken oder verletzten Tieren aus dem Bereich Porta werde man sich zwar auch zukünftig einer Erstversorgung nicht verschließen, betonte Hachmeister. „Anschließend werden wir diese Tiere aber dem Ordnungsamt der Stadt Porta überstellen.“

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare