weather-image
Dubiose Sammlung in der Kurstadt / Jutta Schneider empört

Keine Mäuse für den Tierschutz

BAD NENNDORF/RODENBERG. Im Auftrag des Tierschutzvereins hat eine Frau im Dezember Spenden für die Station in Bad Nenndorf gesammelt. Dabei hatte der Tierschutzverein ihr gar keinen Auftrag erteilt. Mehr noch: Dort hat niemand jemals etwas von der Frau gehört – obwohl sie behauptete, dort seit einem halben Jahr zu arbeiten.

veröffentlicht am 12.01.2018 um 16:53 Uhr

270_0900_77093_Ne_Tierbetrug.jpg

Autor:

Andrea Göttling
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der SZ/LZ? Dann melden Sie sich hier mit Ihren SZ/LZ -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Auch ist bis zum heutigen Tag kein Cent dieser Sammlung bei dem Verein angekommen. „Wir sehen das als Betrug an“, entrüstete sich Jutta Schneider, die Vorsitzende des Tierschutzvereins Rodenberg/Bad Nenndorf. Der selbst ernannten Spendensammlerin hatte sie sogar eine Chance zur Wiedergutmachung gegeben – doch die hat sie verwirkt. Nun will Schneider Anzeige erstatten.

Doch von vorne. Anfang Dezember war eine Frau in verschiedene Geschäfte gegangen und hat dort um Spenden gebeten. Wie Schneider später in Erfahrung brachte, hatte die Frau wohl angegeben, im Auftrag des Tierschutzvereins unterwegs zu sein. Sie nannte sogar konkret den Namen der Vorsitzenden. „Dabei kenne ich die Person nicht. Und ich stehe jetzt dumm da“, ärgerte sich Schneider.

Die Inhaberin eines Geschäfts hat Schneider auf die Sammlerin aufmerksam gemacht. Sie versprach, die Polizei und die Vorsitzende zu alarmieren, sollte die Frau noch einmal zum einkaufen kommen. Und so war es dann auch. Vor Ort konnte Schneider die Frau zur Rede stellen, wie sie noch immer sichtlich aufgebracht schilderte.

Auf der selbstangefertigten Spendenliste konnte Schneider später zwölf Geschäfte ausfindig machen, eins davon in Rodenberg, der Rest in Bad Nenndorf. Der Liste zufolge sind etwa 100 Euro zusammen gekommen. Nachdem die Frau auch einige Tage nach der Konfrontation das gesammelte Geld nicht bei den Tierschützern abgegeben hat, folgt nun eine Anzeige.

„Es geht nicht, dass jemand in unserem Namen sammelt, ohne mit uns gesprochen zu haben“, sagt Schneider. Sie betonte, dass der örtliche Tierschutzverein seit Jahren keine Haussammlungen von Tür zu Tür durchgeführt hat. Und falls es wieder dazu käme, würden sich die Sammler ausweisen und offizielle Listen mit sich führen, die vom Schatzmeister oder der Vorsitzenden unterschrieben sind.

Dies war nicht der erste Fall dieser Art. Vor einigen Jahren war Schneider zufolge schon einmal eine Frau mit einer Spendendose durch die Kurstadt gegangen – auch damals war das Geld nie beim Tierschutzverein in Nenndorf gelandet. „Wer uns etwas Gutes tun will, sollte bitte mit uns Rücksprache halten“, appelliert Schneider.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare