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Jule „Mo“ Kraus rüstet für Ghana

Kindheitstraum Afrika

RINTELN. In nicht einmal mehr einer Woche geht es los: Am 14. August fliegt Jule Mo Kraus aus Steinbergen über Düsseldorf und London nach Accra, die Hauptstadt Ghanas.

veröffentlicht am 11.08.2017 um 15:59 Uhr
aktualisiert am 11.08.2017 um 18:10 Uhr

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Autor:

Luis Böhm
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RINTELN. Jule – die sich selbst einfach nur Mo nennt – wird fortan für zwölf Monate in Hohoe, einer Stadt im Osten Ghanas, leben. Während dieser Zeit wird sie in einer Schule für Kinder und Jugendliche mit psychischen und physischen Einschränkungen arbeiten (wir berichteten).

Die Vorbereitungen für ihre Zeit in Ghana laufen seit gut einem Jahr.

Nun rückt der Tag der Abreise immer näher. Als wir das erste Mal im März mit Jule sprachen, war von Unruhe keine Spur. Die junge Frau war voller Vorfreude.

Das ist sie auch noch immer, doch mischt sich allmählich auch etwas Nervosität darunter: „So langsam wird mir doch immer bewusster, dass es bald losgeht und ich für ein ganzes Jahr nicht zu Hause sein werde.“

Die junge Frau wirkt aber keineswegs verängstigt. Es sei vielmehr eine positive Nervosität, eine Art angespannte Aufregung, wie sie es selbst beschreibt.

Ob sie in den kommenden zwölf Monaten einmal nach Hause kommen wird, steht noch nicht fest: „Ursprünglich hatte meine Familie geplant, mich an Weihnachten in Ghana zu besuchen. Doch das gestaltet sich nun aufgrund von bürokratischen und anderen organisatorischen Dingen schwieriger als gedacht.“

Auf der anderen Seite ist sich Jule auch nicht so sicher, ob ein Besuch in der Heimat ratsam wäre. „Die Eingewöhnung wird lange genug dauern. Vielleicht würde ein Besuch zu Hause, und wenn es auch nur ein paar Tage wären, sich eher kontraproduktiv auswirken. Aber ich glaube nicht, dass Heimweh ein allzu großes Problem werden dürfte“, gibt Jule sich optimistisch.

Eltern, Familie und Freunde sind dagegen nicht ganz so sorglos: „Meine Eltern machen sich die typischen Sorgen – ob es mir gefallen wird, ob ich mich wohlfühle und so weiter“, erzählt Jule schmunzelnd.

Einem zwölftägigen Vorbereitungsseminar im Juni in Essen konnte Jule nicht unbedingt etwas abgewinnen: „Bei manchen Vorträgen hatte ich den Eindruck, als wolle man uns Angst einjagen, damit wir vorsichtiger sind.“

Etwas Gutes hatte das Treffen dann aber doch noch: Jule lernte den jungen Mann kennen, mit dem sie in Hohoe zusammenarbeiten wird: „Wir verstehen uns bisher gut und halten uns gegenseitig auf dem Laufenden.“Auch zu einer bereits vor Ort lebenden jungen Frau aus Deutschland steht Jule seit einiger Zeit in Kontakt.

Unerwartet war der Austausch ihrer Gastfamilie. „Vor ein paar Wochen teilte man mir mit, dass ich einer neuen Gastfamilie zugewiesen wurde und nun nicht wie ursprünglich geplant mit dem anderen Freiwilligen zusammenleben werde.“ Das stelle für sie aber kein Problem dar, macht Jule deutlich.

Von Freunden und Verwandten hat sich Jule auch schon verabschiedet. Letztes Wochenende waren alle zu Abschiedsfeiern in Jules Elternhaus in Steinbergen eingeladen.

Auch ihre Gruppe und ihre Kollegen der paritätischen Werkstatt haben sich zum Abschied etwas einfallen lassen und ihr ein „Ghana-Survival-Paket“ gebastelt.

Dass sie bald ein ganzes Jahr in Ghana sein wird, erscheint ihr noch unwirklich: „Als ich klein war, habe ich immer gesagt, dass ich nach Afrika möchte, wenn ich groß bin. Jetzt bin ich groß und bald tatsächlich in Afrika.“

Wer Jule begleiten möchte, kann dies auf ihrem Blog unter moinghanablog.wordpress.com tun.

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