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Schnelles Internet: Im Frühjahr könnte es im Bergdorf mit dem Breitband-Ausbau losgehen

Kleinenbremen bekommt Vorrang

KLEINENBREMEN. Jörg Achilles, Chef des Bezirksausschusses, übertreibt vielleicht ein wenig, wenn er sagt: „Wenn man morgens den Computer anmachen muss, um abends ein Bildzu sehen – das kann’s ja nicht sein.“ Fest steht: Schnelles Internet ist anders als das, womit sich viele Kleinenbremer seit Jahren herumplagen.

veröffentlicht am 03.01.2018 um 11:50 Uhr
aktualisiert am 03.01.2018 um 18:12 Uhr

Beim Surfen im Internet können die Kleinenbremer bald den Turbo einschalten. Foto: LY

Autor:

Stefan Lyrath
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Bald wird alles gut. „Im Frühjahr beginnen im Kreis Minden-Lübbecke die Bauarbeiten“, so Florian Staab, stellvertretender Vorsitzender des Bezirksausschusses, in dessen jüngster Sitzung. „Ich hoffe, dass es dann auch in Kleinenbremen losgeht. Die Stadt Porta Westfalica will, dass Kleinenbremen beim Ausbau Priorität hat.“ Kreisweit solle Ende 2018 fast alles unter Dach und Fach sein, beruft Staab sich auf Andreas Holsmölle, Breitband-Koordinator für Minden-Lübbecke. Im Jahr 2019 seien dann nur noch Restarbeiten vorgesehen. Zurzeit liefen die Ausschreibungen.

„Für den Kreis verläuft alles nach Plan“, fasst Staab zusammen. Vor der Sitzung des Ausschusses hatte er mit Holsmölle telefoniert, um sich selbst und die anderen Politiker auf den aktuellen Stand zu bringen. Kleinenbremen und Wülpke gehören zu den Portaner Dörfern, die als besonders schlecht versorgt gelten. Glasfaserkabel bis in jedes Haus zu verlegen, ist nach Staabs Informationen im Fall dieser beiden Ortschaften „definitiv machbar“. Er nimmt an, dass anschließend „ein deutlicher Anteil“ der dort lebenden Bürger über Bandbreiten von mehr als 50 Megabit je Sekunde (Mbit/s) im Downloadbereich verfügt. Da werden viele aufatmen, Unternehmer wie private Nutzer.

Turbo-Internet kommt flächendeckend für alle Gebiete, die bislang unterversorgt sind. In Porta Westfalica übernehmen die Kosten für den Breitband-Ausbau mit Glasfaser jeweils zur Hälfte der Bund und das Land. Kommunen, die nicht wie Porta in der Haushaltssicherung sind, müssen sich mit zehn Prozent beteiligen.

Durch den Breitband-Masterplan soll vor allem der ländliche Raum gestärkt werden. Zunächst war eine Versorgung mit mindestens 50 Mbit/s gewährleistet. Mittlerweile ist von bis zu 100 Mbit pro Sekunde die Rede. Als unterversorgt gelten Bereiche mit Surf-Geschwindigkeiten von weniger als 30. Beim Ausbau setzt der Kreis auf „echte Glasfaseranschlüsse“. Dabei werden Glasfaserleitungen bis in die Gebäude verlegt, nicht nur bis zu den Verteilerkästen am Straßenrand.

Dietrich Müller-Prasuhn, Mitglied des Bezirksausschusses, ist „außerordentlich verwundert“ darüber, „dass trotz mehrfacher Nachfrage noch nicht klar ist, was wo hingebaut wird“. Florian Staab bleibt optimistisch. „Ich weiß nicht, wie unsere nächste Bundesregierung aussieht“, sagt er. „Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass die das Thema Digitalisierung nicht auf der Pfanne haben.“ Schnelles Internet zählt zu den wichtigsten Standortfaktoren.

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