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Vorfall wird aufgearbeitet

Klinikum Schaumburg: Patient am falschen Bein operiert

OBERNKIRCHEN. Am Rande eines Pressegesprächs bestätigte Klinikum-Geschäftsführer Dr. Achim Rogge, dass im Klinikum ein Patient am falschen Bein operiert wurde. Derzeit arbeite man auf, wie es dazu kommen konnte.

veröffentlicht am 09.03.2018 um 11:43 Uhr
aktualisiert am 09.03.2018 um 17:03 Uhr

Ärzte operieren im Krankenhaus. Symbolfoto: dpa
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Autor

Jakob Gokl Stv. Chefredakteur zur Autorenseite

Der Operateur sei ein sehr erfahrener, hochspezialisierter Chirurg mit hunderten minimalinvasiven Eingriffen im Jahr „Das Gelenk war zwar in diesem Fall vorschriftsmäßig markiert, aber an einer für den Operateur nicht sofort sichtbaren Stelle.“

Auch während der Operation sei für den Operateur nicht erkennbar gewesen, dass es sich um die falsche Seite handelt, da das Krankheitsbild hier identisch gewesen sei.

„Wir haben den Vorfall sofort mit dem Patienten/der Patientin offen und in allen Einzelheiten besprochen. Der Patient/die Patientin ist einverstanden, weiter durch den Operateur betreut zu werden. Beide stehen in regelmäßigem Kontakt und Austausch.

Um solche Vorfälle zu verhindern gebe es am Klinikum eigentlich eine „RISK-List“, wie sie von der WHO vorgegeben werde. „Diese ist vergleichbar mit der Checkliste der Piloten vor dem Flug. Diese Liste wird vor und nach der Operation – also in mehreren Schritten - ausgefüllt. Die RISK-List ist Bestandteil der Patientenakte. Außerdem wird bei allen Operationen das OP-Gebiet mit einem nicht abwaschbaren Stift markiert. Diese Maßnahmen machen eine Seitenverwechslung eigentlich unmöglich.“

Dennoch kam es zu diesem Vorfall. Daher habe man jetzt „die Mitarbeitenden der OP-Abteilung und alle chirurgisch tätigen Ärzte über diesen Vorfall informiert. Es wurden nochmals Schulungen durchgeführt. Außerdem habe es zwei konkrete Änderungen gegeben:

Die farbige Seitenmarkierung muss auch nach Lagerung des Patienten für alle sofort sichtbar sein und darf nicht zum Beispiel durch Lagerungsmittel verdeckt werden.

Ab sofort reicht die OP-Pflegekraft dem Operateur das Skalpell erst an, wenn der Operateur nochmals die Markierung kontrolliert hat.

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