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Trauerbewältigung im Kirchenzentrum

Konzert-Lesung mit Arne Kopfermann geht unter die Haut

AHNSEN. Wie kann man den Verlust eines eigenen zehnjährigen Kindes verarbeiten? Das kleine Mädchen war bei einem Familienausflug ums Leben gekommen. Dieses schwer zu bewältigende Schicksal stand im Mittelpunkt eines geistlichen Konzerts der Freien evangelischen Gemeinde Bad Eilsen im Ahnser Kirchenzentrum.

veröffentlicht am 10.11.2017 um 15:24 Uhr

Arne Kopfermann (2. v. li.) und seine Gruppe gestalteten im Kirchenzentrum eine ergreifende Konzert-Lesung. Foto: sig
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Autor

Siegfried Klein Reporter
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AHNSEN. Zeitweise war es ein erschütternd realistisches Bild, das der Vater des Unglücksopfers in Wort und Ton entstehen ließ. Arne Kopfermann saß am Steuer des Wagens, der mit einem Taxi zusammenprallte. In dem zerstörten Fahrzeug erlitt seine Tochter Sara so schwere Verletzungen, dass selbst eine Notoperation im Krankenhaus ihr Leben nicht retten konnte. Besonders bitter an diesem Geschehen ist, dass der Vater wegen der Witterung diesen Ausflug verschieben wollte, doch die Tochter akzeptierte das nicht. Wenn sie nur im Entferntesten geahnt hätte, dass diese Entscheidung ihr Todesurteil werden würde. Sara war als einziges Familienmitglied so schwer verletzt worden. Die Eltern und ihr Bruder überlebten mit leichteren Blessuren.

Arne Kopfermann las während des Konzerts immer wieder Textstellen aus seinem Buch vor, das er aus diesem Anlass verfasst hatte. Wie schwer muss es gewesen sein, das schlimme Ereignis in Worte zu fassen und niederzuschreiben. Er bezeichnete das als einen Teil seiner Bewältigung dieses schweren Verlustes. Parallel dazu schrieb er geistliche Lieder und komponierte die Musik dazu. Dass in seiner Lesung nie ein Zweifel an der Existenz Gottes vorkam, war bewundernswert. Hatte er sich wirklich nicht die Frage gestellt: „Wo war Gott im Augenblick höchster Gefahr und größter Not?“ Wie viel Kraft und tiefen Glauben muss so ein Mensch haben, der ein solches Schicksal hinnehmen kann, ohne Anklage zu erheben? Und stattdessen schrieb er Liedtexte, um Gottes Wirken zu preisen. Den Zuhörern müssen diese Begegnung und diese Konzert-Lesung unter die Haut gegangen sein. Allen war klar, dass ein solcher Schicksalsschlag jeden treffen kann, ob selbst verschuldet oder nicht.

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