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Keine Oberstufe an der IGS

Kooperation dreier Schulen zum Wohle der Schüler

RINTELN. „ROK“, diese Abkürzung steht für „Rintelner Oberstufen Kooperation“. Das neue Projekt dahinter ist die enge Zusammenarbeit der drei Rintelner Schulen, die im Bereich der Oberstufe tätig sind, nämlich der Berufsbildenden Schulen (BBS), der IGS Hildburgschule und des Gymnasium Ernestinum.

veröffentlicht am 02.11.2017 um 16:39 Uhr

Die Rintelner Schulleiter Reinhold Lüthen vom Gymnasium Ernestinum (v. li.), Herbert Habenicht von der BBS Rinteln und Torsten Rudolf von der IGS Rinteln wollen künftig noch enger zusammenarbeiten. Foto: la
Kerstin Lange

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Kerstin Lange Redakteurin zur Autorenseite
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RINTELN. „Wir wollen die bereits seit Jahren bestehende gute Zusammenarbeit noch weiter vertiefen, und zwar zum Wohle der Schüler“, erklärten die drei Schulleiter unisono in einem Pressegespräch.

Zurzeit existieren zwei gymnasiale Oberstufen im Einzugsbereich der Stadt Rinteln, die des Ernestinums und der BBS. Mit dem Schuljahr 2020/2021 erreichen die Schüler der IGS Rinteln die Klasse 11 und können, soweit sie die Voraussetzungen erfüllen, in die gymnasiale Oberstufe eintreten.

„Es ist zu erwarten, dass die Anzahl der IGS-Schüler – derzeit sind es 54 – nicht für eine dritte Oberstufe in Rinteln ausreichen wird“, erklärte IGS-Schulleiter Torsten Rudolf. Daher haben sich die drei Schulleiter, gemeinsam mit dem Landkreis Schaumburg, für den Fortbestand der zwei gymnasialen Oberstufen entschieden und für eine intensivere Zusammenarbeit.

„Unseren Schülern werden zwei Wege zum Abitur geboten“, erklärte Herbert Habenicht, Leiter der BBS. „Die gut funktionierenden Strukturen sollen beibehalten, aber die Kooperation der drei Schulen verstärkt werden.“

Künftig stehen den Schülern ab Klasse 5 aus Rinteln, aber auch denen von der IGS Obernkirchen, alle Wege zum Abitur offen, wobei sie unabhängig von der gewählten Schulform von vertrauten Lehrkräften bis Klasse 13 begleitet werden. Eine Oberstufe an der IGS in Rinteln ist damit nicht notwendig, da sind sich alle Beteiligten einig.

Im Klartext heißt das, dass Schüler ab Klasse 5 bis zum Abitur das klassische Gymnasium oder die BBS mit Schwerpunkt auf einem berufsbezogenen Fach wie Technik, Pflege oder Wirtschaft und Verwaltung besuchen können. Es bleibt aber auch die Möglichkeit, zunächst bis Klasse 11 die IGS zu besuchen, um später zu entscheiden, ob der Weg zum Abitur über die Oberstufe am Ernestinum oder die BBS führt.

Die Schüler und Erziehungsberechtigten sollen dazu künftig noch besser über die Möglichkeiten an den beiden Oberstufen informiert werden, um ihnen die Entscheidung zu erleichtern. An allen drei Schulen werden dafür Beratungsteams zur Verfügung stehen, die bereits in Klasse neun informieren.

„Eine intensive Beratung, immer mit dem Blick auf die Schüler, ist geplant. Wichtig ist, immer den besten Weg für den jeweiligen Schüler zu finden“, sagte Reinhold Lüthen vom Ernestinum. Nicht immer sei der klassische Weg zum Abitur, also der ab Klasse 5 am Gymnasium, der richtige. „Für manche Schüler ist der Weg über die IGS besser“, weiß der erfahrene Gymnasialleiter, und für manche sei eine berufsnahe Beschulung sinnvoller für die Zukunft.

„Um den Schülern der IGS den Übergang zu erleichtern, ihn noch harmonischer zu gestalten, werden wir künftig Inhalte verbessern und Lehrkräfte austauschen“, erklärte Habenicht.

„Abgestimmte methodische Verfahren, auch gemeinsame Lehrerfortbildungen, sollen gewährleisten, dass der Übergang in die Oberstufe der beteiligten Schulen möglichst reibungslos verläuft“, erklärte Lüthen. Der Austausch der Lehrkräfte solle die Angebotsvielfalt sichern, erweitern und insbesondere den Lehrkräften der IGS den Unterricht an beiden gymnasialen Oberstufen ermöglichen.

„Darauf freuen sich die IGS-Lehrer schon, denn das sind alles Gymnasiallehrer“, sagte Rudolf.

Der Landkreis Schaumburg als Schulträger und die Landesschulbehörde unterstützen das Projekt. „Eine Verzahnung ist gut und wichtig und mit Blick auf das Zentralabitur können die Schüler von einer Zusammenarbeit der Oberstufen nur profitieren“, sagte Kreisrätin Katharina Augath und Landrat Jörg Farr stimmte dem zu.

„Ein Übergang von der IGS zum Gymnasium ist bereits jetzt jederzeit möglich. Da sprechen wir Schulleiter auch jetzt schon drüber, wenn ein Schüler mit seinen Leistungen dafür infrage kommt. Überhaupt ist die Durchgängigkeit bereits jetzt gegeben, aber es soll alles künftig noch einfacher werden“, schloss Lüthen.

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