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Landschaft informiert Geflüchtete

Kulturorte per App und Broschüre

BÜCKEBURG. Als erster Landschaftsverband Niedersachsens hat die Schaumburger Landschaft unter dem Titel „Kulturorte in Schaumburg“ eine Broschüre erstellt, die Geflüchteten kulturelle Orte in der Region Schaumburg näherbringt.

veröffentlicht am 15.09.2017 um 12:23 Uhr

Lu Seegers demonstriert die Erreichbarkeit der „Kulturorte“ per Smartphone und Tablet. foto: bus
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Autor

Herbert Busch Reporter
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„Dabei sind wir davon ausgegangen, dass gesellschaftliche Integration auch und gerade über kulturelle Teilhabe erreicht werden kann“, erläuterte Landschaftsgeschäftsführerin Dr. Lu Seegers während der Vorstellung des Pilotprojekts.

Die Publikation ermöglicht es Geflüchteten, das Schaumburger Land selbstständig zu erkunden, kulturelle Orte zu entdecken und mit anderen Menschen in Kontakt zu treten. Das 85 Seiten umfassende Heft informiert zum einen kurz und prägnant über die berücksichtigten Städte und Gemeinden. Zum anderen bietet es Adressen von und Kurzbeschreibungen zu rund 40 Kulturorten. Die Auswahl reicht von Kirchen und Moscheen über Denkmale und Museen bis zu soziokulturellen Zentren, von Kunst im öffentlichen Raum bis zu naturkundlichen Erlebnisorten.

„Da die Schaumburger Landschaft über den Landkreis Schaumburg hinaus wirkt, ist außer Rinteln, Auetal, Obernkirchen, Bückeburg, Lauenau, Rodenberg, Bad Nenndorf, Stadthagen, Lindhorst, Sachsenhagen, Wiedensahl, Wölpinghausen und Hagenburg auch die Ortschaft Steinhude zu finden“, legte Seegers dar.

Die Informationen erscheinen nacheinander in jeweils fünf Sprachen – Deutsch, Englisch, Französisch, Arabisch und Persisch. Dies hat Ausführungen der Geschäftsführerin gemäß zum einen den Vorteil, dass Geflüchtete aus dem anglo- respektive frankophonen Afrika ebenso angesprochen werden wie etwa Geflüchtete aus Syrien, Iran, Irak oder Afghanistan. Zum anderen eröffnet die Fünfsprachigkeit den Lesern die Möglichkeit, sich Sprachkompetenzen anzueignen. „Die Texte in der Muttersprache können beispielsweise mit der deutschen Version verglichen werden, wodurch die deutsche Sprache einfacher erlernt werden kann“, gab Seegers zu verstehen.

Die in einer Auflage von 1500 Exemplaren erscheinende Broschüre ist kostenlos und soll unter anderem über die Sprachlernklassen der Volkshochschule Schaumburg, die Schaumburger Landschaft, die Diakonie Schaumburg-Lippe und den Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt Schaumburg-Lippe verteilt werden.

Da das Handy auch und gerade für jüngere Geflüchtete ein zentrales Mittel der Orientierung und Kommunikation darstellt, gibt es auch eine mobile Version der „Kulturellen Orte in Schaumburg“. Diese kann über die Domaine www.kulturorte-shg.de abgerufen werden. Die Publikation und die mobile Version stellen Erläuterungen der Geschäftsführerin zufolge eine wichtige Grundlage dar, um Geflüchteten die Orientierung in der Region Schaumburg zu erleichtern.

„Durch die Ortsbeschreibungen können sie die Kultur in der Region kennenlernen und durch den Besuch von Kulturorten mit Einheimischen in Kontakt treten“, erklärte Seegers. Für Geflüchtete mit einer längerfristigen Bleibeperspektive ermögliche das Heft darüber hinaus eine persönliche Identifizierung mit Schaumburg.

An der Finanzierung der Broschüre beteiligten sich die Kulturstiftung Schaumburg, die Lotto-Sport-Stiftung Niedersachsen und das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.

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