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Graffiti-Festival „Hack & Lack“ taucht ab – in die „Unterwasserwelt“ / Über 60 Sprüher zeigen ihr Können

Kunst im Sprühdosendunst

Minden (pk). „Manchmal riech’ ich noch den Sprühdosendunst / Denn wir haben Graffiti anstatt bildende Kunst“, rappte Torch, der inoffizielle Erfinder des Deutsch-Rap, einmal. Inzwischen mausert sich Graffiti, das in den 70er Jahren im Zuge der aufkommenden Hip-Hop-Kultur in New York entstand, selbst zur gesellschaftlich anerkannten Kunstform. Es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, bis auch sie Einzug in die etablierte Kunstwelt hält. Doch bislang wird Graffiti noch eher mit Sachbeschädigung und Schmierereien assoziiert, anstatt mit bildender Kunst. Die Mitglieder des Vereins „Hack & Lack“ wollen dem entgegenwirken und veranstalten seit 2009 das gleichnamige Graffiti-Festival in Minden. In diesem Jahr findet es am Samstag, 13. Juni, statt – der Eintritt ist frei.

veröffentlicht am 06.06.2015 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 09:33 Uhr

Über 60 Künstler aus ganz Deutschland zeigen am Anne-Frank-Kreativzentrum ab 12 Uhr ihr Können. Vor den Augen der Besucher setzen sie auf zahlreichen Freiflächen ihre Ideen in die Tat um. Die Hauptattraktion ist seit 2012 der „Schiefe-Bahn-Express“, ein Nachbau eines Zuges im Maßstab 1:1, für den „Hack & Lack“-Gründer und Mitveranstalter Mattias Voß alias Lord Scan mitverantwortlich zeichnet. Der Zug wird dem diesjährigen Motto entsprechend („Unterwasserwelt“) in einen „Drachenfisch“ verwandelt und von acht Szenegrößen besprüht – legal, versteht sich.

„Wir ermöglichen jungen Menschen den verantwortungsvollen Zugang zu Graffiti, können durch die gute Kommunikation mit ihnen einfacher präventiv gegen Sachbeschädigung handeln und fördern allgemein die freie Entwicklung ihrer Kreativität“, teilen die Veranstalter mit. Daher können sich Kinder an diesem Tag in zwei Workshops unter professioneller Anleitung selbst im Graffiti ausprobieren. Unterdessen sorgen mehrere DJs für abwechslungsreiche Musik. Und es wäre nicht das „Hack & Lack“, wenn es nicht auch Hack, also Cevapcici, aber auch Vegetarisches vom Grill und reichlich Kaltgetränke geben würde.

Als Andenken sind gleichermaßen kunstvolle wie limitierte T-Shirts, Aufkleber und das aufwendig gestaltete Veranstaltungsplakat im Angebot. Gegen 19 Uhr findet das „Hack & Lack“ mit einem spektakulären Lagerfeuer seinen Abschluss, bevor es um 21 Uhr in den „Bunker“ im Königswall 26 zur After-Show-Party geht (Eintritt 3 Euro).

„Unsere Veranstaltung will das Kulturprogramm der Stadt Minden auf Dauer bereichern und die Kunst mit der Sprühdose interessierten Besuchern aller Altersgruppen näherbringen“, so die Veranstalter.

Spendenkonto & Kontakt: Hack & Lack e.V., Sparkasse Minden-Lübbecke, IBAN: DE18490 501010040403727; BIC: WELADED1MIN; E-Mail: hackundlack@yahoo.de

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