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Bundestagswahlkampf im Internet: Wie sind die virtuellen Auftritte der heimischen Kandidaten?

Lächeln bei Facebook und bloggen bei Twitter

Landkreis (jp). „Yes we can.“ Dieser Wahlkampfslogan des amtierenden amerikanischen Präsidenten Barrack Obama galt nicht nur bei Reden und öffentlichen Auftritten, sondern insbesondere im Internet. „Von Obama lernen, heißt siegen lernen“, mögen sich die bundesdeutschen Parteien gedacht haben, als sie sich vor wenigen Tagen in die heiße Phase des Wahlkampfs stürzten. Spitzenkandidaten wie Angela Merkel und Frank Walter Steinmeier haben da nicht nur ihre großformatig aufgemachten Homepages, sondern lächeln bei Facebook und bloggen bei Twitter. Unsere Zeitung hat nachgeschaut, was die heimischen Bundestagskandidaten von CDU, SPD, FDP, Grünen und Linken im World Wide Web zu bieten haben.

veröffentlicht am 24.08.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 00:41 Uhr

Die Seite von Christopher Wuttke.
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Eigene Websites findet man dabei nur bei den Kandidaten Sebastian Edathy (SPD), Christopher Wuttke (CDU) und Katja Keul (Grüne). FDP-Kandidat Heiner Schülke ist nur mit einem Steckbrief auf der Internetseite der Bundes-FDP, zu finden unter http://www.fdp-bw.de/personen/kandnum.php3?num=49, vertreten. Dort ist zwar der URL einer persönlichen Homepage verlinkt, doch unter der angegebenen Adresse finden sich keinerlei Inhalte, sondern nur ein Hinweis des Webproviders Strato, dass die Adresse http://www.fdp-schuelke.de/ vergeben sei.

Etwas mehr dagegen bei Dietmar Mattiat: Der Kandidat der Partei Die Linke besitzt auch keine eigene Domain, sondern nur eine einzelne Seite auf dem Internetangebot der Bundespartei, zu finden unter http://die-linke.de/nc/wahlen/kandidaten/bundestagswahl/detail/?k=34603, doch immerhin finden sich dort neben biographischen auch politische Inhalte.

Kommen wir zum formal-technischen und dem, was die drei anderen Kandidaten im Internet in der Hinsicht zu bieten haben. Hier zeigt sich vor allem SPD-Mann Edathy musterhaft: Überprüft man seine Homepage http://www.edathy.de mithilfe des W3C-Validators http://validator.w3.org auf W3C-Konformität, so lautet das Ergebnis: „This document was successfully checked as XHTML 1.0 Transitional!“ Null Fehler. Ähnlich sauber ist die Homepage von CDU-Kandidat Wuttke programmiert: Die Überprüfung von http://www.wuttke09.de ergibt: „2 Errors, 1 warning(s)“ Das kann man durchgehen lassen. Die Grünen-Kandidatin war da eindeutig schlechter gestellt: „26 Errors, 8 warning(s)“

Die Seite von Sebastian Edathy.
  • Die Seite von Sebastian Edathy.
Die Seite von Katja Keul.
  • Die Seite von Katja Keul.
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Rein optisch gibt sich der Mandatsträger Edathy in erster Linie seriös, lächelt vom Foto gehaltvoll und staatstragend gemeinsam mit Kanzlerkandidat Steinmeier, Parteichef Müntefering und Gesine Schwan. Die Seiten der Kandidaten Wuttke und Keul versuchen da mit einer eher auf jugendlich und etwas flippig getrimmten Aufmachung, sich davon etwas abzusetzen.

Inhaltlich kann Sebastian Edathy mit bundespolitischen Pfunden wuchern, die ihm – im Gegensatz zu seinen Mitbewerbern – als Abgeordneter seit 1998 und als Innenpolitik-Spezialist zur Verfügung stehen: Bundestagsreden, Pressemeldungen en masse über seine Arbeit als Abgeordneter und so weiter. Allerdings: Der akribisch geführte Terminkalender weist zur Zeit wie bei den Konkurrenten Wuttke und Keul in erster Linie Wahlkampf-Aktivität aus.

Bundespolitisch müssen sich Christopher Wuttke und Katja Keul auf ihren Homepages auf das beschränken, was sie vorhaben, wenn sie denn Abgeordnete werden. Beim CDU-Mann gibt es dazu diverse Programme und Vorhaben der CDU im PDF-Format, bei der Kandidatin Keul ihren Bewerbungsschriftsatz um einen Listenplatz bei der Bundestagswahl.

Was das Persönliche betrifft, so halten sich sowohl Sebastian Edathy als auch Christopher Wuttke auf ihren Homepages ziemlich bedeckt. Edathys Biographie listet nur seine politischen Stationen auf, und man muss sich schon eines seiner Videos zu Gemüte führen, um herauszufinden, dass er als Sohn eines evangelischen Pastors zur Welt kam. An Nicht-Politischem über Christopher Wuttke nehmen seine sportlichen Engagements im Regattasport und im Hockey sowie seine berufliche Tätigkeit breiten Raum ein. Privates, familiäres sucht man auch hier vergeblich.

Auffällig an Wuttkes Seite ist vor allem, wie ausführlich auf seine Helfer und Unterstützer eingegangen wird. „Dieser Mann ist ein Teamplayer“, möchte uns die Seite damit wohl sagen.

Bei Katja Keul hingegen ist, was eigene Inhalte anbetrifft, Schmalhans Küchenmeister. Viele Seiten ihres Internetangebots wie zum Beispiel der „Grün-O-Mat“, mit dem die grüne Gesinnung des Internetsurfers getestet werden kann, sind nur Verlinkungen von der Bundespartei.

Aber nicht nur auf ihren eigenen Homepages sind die Kandidaten im Internet zu finden. Christopher Wuttke beispielsweise führt im Online-Portal Twitter ein akribisches Tagebuch Bei www.flickr.com finden sich galerieweise Fotos. Sebastian Edathy hingegen kann sich sogar über einen Artikel in der Online-Enzyklopädie Wikipedia freuen.

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