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Keine Ruhe am Apfelkamp

Lärmschutz durch Tempolimit Thema im Ortsrat Möllenbeck

MÖLLENBECK. Das Thema Schutz vor Lärmbelästigungen durch den Verkehr auf zwei Durchgangsstraßen könnte den Ortsrat Möllenbeck in den kommenden Monaten intensiver beschäftigen. Eine konkrete Anregung hatten der verstorbene Peter Tünnermann und der frühere Ortsbürgermeister Reinhold Kölling noch gemeinsam gegeben.

veröffentlicht am 13.02.2018 um 14:43 Uhr
aktualisiert am 13.02.2018 um 16:12 Uhr

Nicht nur der Lärm von Motorrädern macht den Apfelkamp-Anliegern zu schaffen. Auch die lauten Fahrgeräusche der Lkw auf der B 238 können zum Problem werden; das braucht Ingrid Neumann Reinhold Kölling gar nicht erst zu erklären. Foto: who
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Autor

Werner Hoppe Reporter
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Kölling und Tünnermann hatten als Apfelkamp-Anwohner und ebenfalls Betroffene das Anliegen von Nachbarn aufgegriffen und weitergetragen, die unter Lärmbelästigungen durch Straßenverkehr leiden. Denn die vermeintliche Ruhe am Apfelkamp ist nur eine scheinbare Ruhe. Obwohl die Häuserreihe sich vor einer Waldkulisse entlangzieht, bieten die Bäume faktisch keinen Schallschutz.

Der Grünstreifen, der die Anliegergrundstücke von der B 238 aus Richtung Lemgo beziehungsweise von der Landesstraße 436 aus Richtung Varenholz trennt, ist einfach zu schmal, um Schallschutz bieten zu können. Deshalb, so brachte Kölling in Erinnerung, hätten Tünnermann und er angeregt, die Möglichkeit einer Geschwindigkeitsbegrenzung im Verbund mit Tempokontrollen an der B 238 in Höhe des Apfelkamps zu prüfen.

Eine Lösung in dieser Art wäre den Anwohnern hochwillkommen, ergab die Nachfrage unserer Zeitung beim Besuch bei Helmut und Ingrid Neumann. Die Neumanns sind sozusagen ganz dicht dran am Thema. Zwischen der Wohnzimmerterrasse ihres 1956 gebautes Eigenheim und der lang gezogenen Kurve der B 238 liegen nur etwa 35 Meter. Zu wenig Abstand, als dass man von Lärmschutz sprechen könnte, meinen sie, so wie ihre Nachbarn auch. Und „wenn in der Saison die Motorräder kommen, ziehen wir auf unserer Terrasse die Köpfe ein“, denkt Ingrid Neumann laut über das nach, was demnächst wieder an den Apfelkamp-Bewohnern vorbeirauschen und -lärmen dürfte.

Dabei seien es nicht die „ordentlichen“ Motorradfahrer, die Probleme bereiteten, spricht Kölling aus eigenem Erleben. Bei persönlicher Zählung habe er während der Saison teils mehr als 80 Biker pro Stunde gezählt. „Aber es sind nicht die 60 anständigen, sondern die übrigen 20, die meiner Ansicht nach jeglichen Faden zur Realität verloren haben“, sagt Kölling.

Die Lösung durch Errichtung einer Lärmschutzwand, schätzt er als wenig realistisch ein angesichts der Kosten und weil die Anwohner dadurch zur Bundesstraße 238 hin faktisch eine überhohe Mauer vor die Nase gesetzt bekämen. Auf jeden Fall richtete der Ortsrat Möllenbeck die Bitte an Rat und Verwaltung der Stadt Rinteln, die infrage kommenden Möglichkeiten zu prüfen, so wie unter anderem die Bezuschussung von Fenstern mit erhöhter Schalldämmung zu prüfen.

Im Grunde ist den Anwohnern jede Lösung recht, wenn sie Erfolg bringt, äußerten Ingrid und Helmut Neumann Hoffnung auf Besserung. So habe schon einmal eine Maßnahme deutlich geholfen, als vor etwa 40 Jahren die Leitplanken an der Bundesstraße errichtet worden seien. „Als die noch nicht da waren, hat in unserem Garten schon alles dringelegen: Pkw, Lkw und sogar schon ein Bergepanzer der Bundeswehr“, erzählt Ingrid Neumann von dem Schrecken, als eines Tages ein stählernes Ungetüm die Böschung heruntergerutscht war und von einem zweiten Panzer wieder aus dem Garten gezogen werden musste.

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