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Prosa, Lyrik und Kurzgeschichten

LeseBrille: Wenn Glück die Abwesenheit von Unglück ist

BÜCKEBURG. „Das Thema ist echt spannend, weil die wissen, was uns glücklich macht“, begrüßte Veranstalter Udo Niemann das Publikum zur mittlerweile 18. Veranstaltung mit dem Titel „LeseBrille“ am Freitag. Das Duo „Pro Lyra“, das sind Roland Kremling und Burkhard Fischer, war wieder zu Gast.

veröffentlicht am 07.11.2017 um 15:54 Uhr
aktualisiert am 07.11.2017 um 17:52 Uhr

Roland Kremling und Burkhard Fischer mit dem „Plagiator“, wie sie den großen gelben Buntstift nennen. Foto: tla

Autor:

Tanja Langejürgen
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Mit dabei war wieder der Plagiator, das ist ein großer Buntstift. Wenn der umfällt, wurde abgeschrieben. „Glück ist nicht einfach zu erklären“, sagte Kremling. Er hat kürzlich das 400. Gedicht geschrieben und bislang 70 Kurzgeschichten verfasst. „Ich bin ein sehr positiver Mensch und weiß, wie ich mich selbst glücklich machen kann“, verriet der gelernte Physiotherapeut. Lyrisch geht er darauf ein, wo überall Glück vorkommt – doch was ist das eigentlich? Er vergleicht Glück mit der Liebe, seinem Lieblingsthema. „Einige Menschen scheinen das Glück gepachtet zu haben. Andere machen den Griff ins Klo“, so lauteten einige Passagen aus Kremlings Prosa. Es gibt Glückspilze, Glückskinder und sogar eine Glücksforschung, die sich mit Lebensglück und Zufallsglück beschäftigt. „Glück hat aber auch etwas mit Philosophie und Naturwissenschaft zu tun“, erläuterte Kremling.

Beziehungstipps gefällig? Kremling hat einige verraten, wie ein Mann eine Frau wirklich glücklich macht. Er gibt Tipps und stellt dabei ein Ranking auf. Auf Platz 1 – ganz eindeutig: Schmuck! Komplimente, Blumen oder Pralinen folgten auf den hinteren Plätzen. In einem Gedicht spricht der Autor über seine Muse, die eine Naturschönheit und eine Katze ist. Kremling hat sich aber zudem kritisch mit dem Glück auseinandergesetzt. Er spricht über Zufriedenheit, Unzufriedenheit, darüber, Glück einfach mal abzugeben, und über Schuldgefühle, die man sich gibt, für Glück oder Unglück verantwortlich zu sein oder andere zu machen.

Was haben Glück und Rettung eigentlich gemeinsam? Eine ganze Menge. Burkhard Fischer erzählte dazu eine Kurzgeschichte. Hauptakteur darin: ein Rettungssteg auf einer Insel. Hier suchen beispielsweise Paare nach Glück, weil Beziehungen oftmals nur an Unterkühlung leiden.

Fischer hatte sogar einen Rap über die Liebe mit dabei. Für ihn selber ist Glück die Abwesenheit von Unglück. Die Zuhörer waren am Ende der „LeseBrille“ jedenfalls glücklich. Der Eintritt war frei – eine Spende aber erwünscht. Der Erlös geht an den Kinderschutzbund Schaumburg.

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