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Traditionschor „Weserspatzen“ sucht noch immer nach Leitung

Lösung nicht in Sicht

RINTELN. Der Kinder- und Jugendchor, die Weserspatzen, sucht noch immer nach einer Chorleitung. „Bislang sind wir auf taube Ohren gestoßen“, sagt Franz Stöckl von den Vereinigten Chören.

veröffentlicht am 17.07.2017 um 16:03 Uhr
aktualisiert am 17.07.2017 um 17:30 Uhr

Bild aus vergangenen Tagen: Die Weserspatzen vor zehn Jahren mit Stimmungssänger Jan Willem. Foto: Archiv/tol
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Marieluise Denecke Redakteurin / Online zur Autorenseite
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RINTELN. Der Kinder- und Jugendchor, die Weserspatzen, sucht noch immer nach einer Chorleitung. „Bislang sind wir auf taube Ohren gestoßen“, sagt Franz Stöckl von den Vereinigten Chören, dessen Vorstand mittlerweile gleichzeitig wieder der Weserspatzen-Vorstand ist (wir berichteten). Zwar habe man viele Personen angesprochen und zahlreiche Gespräche geführt – bislang allerdings ohne Erfolg.

„Das Hauptproblem scheint zu sein, dass es an Grundschulen kaum mehr Musikunterricht gibt“, so Stöckl. Jemand, der sich mit Musik und gleichzeitig mit dem Unterrichten junger Kinder auskennt, wäre gut geeignet für die Chorleitung der Weserspatzen.

Viel Zeit bleibt nicht mehr: Nach den Sommerferien sollte es eigentlich einen Neuanfang geben. Bis dahin sind es noch etwas mehr als zwei Wochen.

Den jetzigen Zustand der Weserspatzen – ohne Chorleitung, kaum aktive Mitglieder mehr, fehlende Gelder – kann auch Wolfgang Wicklein nicht verstehen, der ehemalige Leiter des Chores. Er weiß, wovon er spricht, leitete er ihn doch gut 27 Jahre lang: Im Jahr 1982 hatte er den Chor von Wilhelm Diehl übernommen. Aus „gesundheitlichen Gründen“, wie er sagt, musste er die Leitung dann abgeben, vor gut zehn Jahren, in die Hände von Viktor Pidpalyy, der inzwischen die Vereinigten Chöre leitet.

Doch die Leitung des Chores bei gleichzeitiger Betreuung der Organisation, es wurde auch zu viel: „Ich habe alles gemacht“, sagt der 64-jährige Wicklein heute. Natürlich habe der Vorstand mitgearbeitet, aber: „Es war beinahe ein Vollzeitjob, und zwar unbezahlt.“ Bis auf Vergütung von der Kreisjugendmusikschule.

Er hat die Entwicklung des Chores miterlebt und mitgeformt – die Anfänge, in denen weniger Geld da war, und das Wachsen des Chores, von einem Auftritt zum nächsten, bis hin zu den Radio- und Fernsehauftritten, den zahlreichen CDs, den vielen Auftritten in anderen Bundesländern sowie im Ausland. Zu Spitzenzeiten hätten 60 Kinder im Chor gesungen.

Damals „stand der Chor auf guten Beinen, die Kasse war voll“, sagt Wicklein. Obwohl die Kinder immer nur einen geringen Mitgliedsbeitrag zahlen mussten – derzeit liegt er bei 3,50 Euro –, das sei ihm wichtig gewesen, erzählt Wicklein. Doch es habe viele Fördermitglieder gegeben, und Sponsoren hätten einzelne Projekte unterstützt.

„Die Weserspatzen konnten alle Reisen, alle Veranstaltungen selbst bezahlen“, so Wicklein. „Wir haben gutes Geld verdient.“

Er wünscht sich, dass es weitergeht mit den Weserspatzen: „Ich will, dass der Chor erhalten bleibt.“

Doch gerade einen Kinderchor zu leiten, sei eine vielfältige Aufgabe: Man müsse ständig ansprechbar sein, müsse Werbung machen, sei viel unterwegs, habe einen engen Draht zu den Eltern, müsse Kontakte aufbauen, Kindern verschiedenen Alters das Singen beibringen und sie für das Singen im Chor begeistern.

„Die Gemeinschaft muss einfach funktionieren“, sagt Wicklein.

Um die Gemeinschaft soll es nun gehen, um die musikalische Leitung, weniger um die organisatorische. Stöckl hofft, dass zumindest erst einmal vorübergehend eine Chorleitung gefunden werden kann. Damit es weitergehen kann.

Wer sich vorstellen kann, die Weserspatzen zu leiten, sollte sich nicht nur in der Leitung eines Chores auskennen, sondern auch die Pädagogik für Arbeit mit Kindern mitbringen und aus der Gegend kommen, so Stöckl und Hübner.

Kontakt: Weitere Infos gibt es über die Kreisjugendmusikschule unter (0 57 51) 4 20 14 oder bei Franz Stöckl unter (0 57 51) 50 05, per E-Mail an stoeckl@fjs-makler.de.

Dies ist auch der Kontakt für Eltern von Kindern ab acht Jahren, die gern mitsingen möchten, oder interessierte Sponsoren.

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