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Protestaktion an der Stadtkirche gegen Nahost-Krieg / 30 Demonstranten folgen Aufruf von Amnesty International

Mahnwache will Zeichen gegen jegliche Gewalt setzen

Bückeburg (mig). Die Nachrichtenüber den Nahost-Konflikt werden täglich besorgniserregender, die Zahl der Opfer auf beiden Seiten wächst. Dass gerade in Deutschland dieser Krieg besonders aufmerksam verfolgt wird, zeigte sich anlässlich einer Mahnwache, zu der die Mitglieder der Amnesty International-Gruppe Schaumburg aufgerufen hatten.

veröffentlicht am 10.08.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:22 Uhr

Am Montagabend hatten sich rund 30 Bückeburger vor der Stadtkirche eingefunden. Mit Transparenten und Plakaten versuchten die Teilnehmer, ihre Botschaft auch den Passanten zu vermitteln. "Stoppt Waffenlieferungen" lasen diese dort oder "Solidarität mit allen Opfern." "Wir wollen diesen Protest absolut neutral halten," erklärte Christel Wieding von der ai-Gruppe Schaumburg, "wir wenden uns gegen jegliche Gewalt ganz egal von welcher Seite." Die Initiative für die weltweite Mahnwache ging von der Zentrale der Menschenrechtsorganisation in London aus. "Wir waren auch erst ein wenig überrascht, als wir angeschrieben wurden, weil hier schon länger keine Mahnwache mehr stattgefunden hat," so Wieding. Für überholt hält sie diese Form des Protestes aber nicht. "Es ist uns wichtig hier ein Zeichen zu setzen, nur so kann man Politiker aufmerksam machen," meint die Mitorganisatorin. Durchaus zufrieden war Wieding auch mit der Beteiligung: "Die Zahl ist sehr erfreulich, wir haben zehn Mitglieder in Bückeburg, also haben wir uns mindestens verdoppelt." Etliche Teilnehmer waren auch gekommen, um hier ihre bohrenden Fragen loszuwerden oderüber die Kriegsgefahr zu diskutieren. Manch einer war früher schon einmal im jetzigen Krisengebiet. Hermann Müntinga aus Obernkirchen hat Israel 1977 besucht. Er hofft, dass man "vielleicht auch bei uns in Deutschland" Israelis und Araber "in vielen kleinen Schritten" zusammenbringen kann. Die Befürchtung, dass der Konflikt weiter eskaliert, hat Jürgen Schneider aus Bückeburg. "Wie schnell kann das hochgehen, das belastet den Weltfrieden," meinte er. Beim Vorschlag deutsche Soldaten auch in Israel einzusetzen, ist Jürgen Hockemeier aus Bückeburg eher skeptisch. "Das ist vermintes Gebiet da unten, etwa wie im Irak. Ich denke, das wäre die falsche Lösung."

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