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Besuch mit Folgen: Hunde, Hamster und Kaninchen in der Grundschule

"Mama, ich will auch ein Haustier!"

Rehren (la). "Mama, ich will auch ein Haustier" - mit diesen Worten sind gestern sicherlich einige Zweitklässler von der Schule nach Hause gekommen. "Alle haben ein Tier, nur ich darf keins haben", quengeln die Kleinen bereits seit Wochen. Haustiere sind nämlich zurzeit das Thema im Deutsch- und Sachunterricht der zweiten Klassen der Grundschule Auetal - und als Höhepunkt durften die Kinder gestern ihre Haustiere mit zur Schule bringen.

veröffentlicht am 27.02.2009 um 08:24 Uhr

Bennett Pätzel mit seinem Hamsterweibchen "Anna".

"Das ist Sunny", sagt die siebenjährige Mina Laknahur und präsentiert stolz ihre dreijährige Chihuahua-Hündin. Seit drei Jahren gehört das kleine schwarze Tier zur Familie. "Nein, ich gehe nicht mir Sunny raus - das macht Mama, weil: Mit mir will sie nicht raus", gibt Mina zu. Der achtjährige Bennett Pätzel hat sein Hamsterweibchen "Anna" mitgebracht. Das zwei Jahre alte Tier ist sehr zahm, und so nimmt Bennett "Anna" sogar aus dem Käfig, um sie seinen Mitschülern aus der Nähe zu zeigen. Für die Pflege des Käfigs ist aber die Mutter zuständig. "Den Käfig muss man sehr gründlich reinigen, weil doch viele Bakterien darin sind", erläutert sie. Der Käfig von "Anna" steht in einem Raum, der von der Familie nicht benutzt wird. "Hamster sind schließlich nachtaktiv, und das würde im Kinderzimmer stören", erklärt die Mutter. "Kannst du dein Kaninchen mal aus dem Käfig nehmen?" fragt Lehrerin Gudrun Anderten einen Jungen. "Das weiß ich nicht", bekommt sie zur Antwort. "Aber das ist doch dein Tier, oder? Das musst du doch wissen", fragt Gudrun Anderten noch einmal nach. "Ja, das ist mein Kaninchen, aber Mama kümmert sich darum. Ich weiß nicht, ob ich es rausnehmen darf", antwortet der Junge verunsichert. Allein spazieren gehen kann Annika Blaue (8) mit ihrem Haustier nicht. Sie ist stolze Besitzerin eines neun Monate alten Bernhardiners. "Annika könnte den Hund nicht halten. Der wiegt etwa 75 Kilogramm und hat ziemlich viel Kraft", erklärt ihre Mutter. Bleibt festzustellen: Egal ob Meerschweinchen, Kaninchen, Wellensittiche, Hunde oder Katzen, fast immer bleiben die Mütter an der Arbeit rund um die Haustiere hängen. Obwohl Gudrun Anderten und Imke Stuckenbrock mit ihrem Unterricht und vor allem mit dem anschaulichen Teil, bei den Kindern Wünsche wecken, die aus verständlichen Gründen von manchen Eltern nicht erfüllt werden, ist das Thema wichtig. Schließlich haben die Kinder vieles über das Verhalten von Tieren und ihre Pflege gelernt. Und vielleicht verstehen einige von ihnen jetzt auch besser, warum ihre Eltern ihnen den Wunsch nach einem Haustier abschlagen. Tiere sind kein Spielzeug, sondern Lebewesen, die jeden Tag eine Menge Zeit und vor allem Zuwendung benötigen.

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