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Polizei findet Bilder und Filme

Mann hortet Kinderpornos

BAD EILSEN/BÜCKEBURG. Bei einem 42-Jährigen aus Bad Eilsen sind 165 Bilddateien mit Kinderpornos gefunden worden. Zuvor hatte der Mann in einer Tauschbörse im Internet mehr als 20 Filme gleichen Inhalts angeboten.

veröffentlicht am 19.05.2017 um 13:45 Uhr
aktualisiert am 19.05.2017 um 16:00 Uhr

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Wegen Verbreitung und Besitzes kinderpornografischer Schriften hat das Amtsgericht in Bückeburg gegen den Angeklagten jetzt eine viermonatige Freiheitsstrafe verhängt, ausgesetzt zur Bewährung. Hinzu kommt eine Geldauflage von 1000 Euro, zu zahlen an den Kinderschutzbund.

„Ich habe mir schon Einiges von dem Zeug ansehen müssen“, sagte Richter Dr. Dirk von Behren. „Dies hier ist unterste Schublade. Das sind kleine Kinder.“ Dem Angeklagten riet von Behren: „Sie sollten überlegen, ob Sie sich in Behandlung begeben.“

Gleichzeitig machte der Richter dem Eilser klar, dass es im Wiederholungsfall keine Bewährung mehr gibt. „Wie Sexualtäter im Knast angesehen sind, wissen Sie wahrscheinlich aus dem Fernsehen“, so von Behren. „Glauben Sie mir: Das entspricht der Realität.“ In der Knast-Hierarchie stehen die sogenannten Sittiche ganz unten.

Für den Angeklagten sprach vor allem sein Geständnis. „Ich weiß nicht, was mich damals geritten hat. Ich schäme mich dafür“, hatte der 42-Jährige gleich zu Beginn der Verhandlung erklärt. Außerdem ist er nicht vorbestraft. „Die Polizei wird ein Auge auf Sie haben“, machte der Vorsitzende dem Eilser klar. Das Problem bei Kinderpornografie: „Solange es Leute gibt, die das abnehmen, gibt es auch Leute, die es produzieren.“ Soll heißen: Hinter jedem Porno steht mindestens ein missbrauchtes Kind.

Das Bundeskriminalamt (BKA) sieht es ähnlich. „Angesichts der leichten Verfügbarkeit im Internet darf nicht vergessen werden, dass Kinderpornografie den unter Umständen noch andauernden sexuellen Missbrauch von Kindern zeigt“, heißt es auf der BKA-Homepage im Internet. „Das Bundeskriminalamt räumt daher der Bekämpfung von Kinderpornografie einen hohen Stellenwert ein.“

Erst kürzlich ist internationalen Ermittlern ein großer Schlag gegen einen weltweiten Kinderpornoring gelungen. Rund 900 Menschen waren festgenommen worden, knapp 370 davon in Europa. Wie Europol und das FBI weiter mitteilten, seien 296 sexuell missbrauchte Kinder identifiziert oder gerettet worden.

Gegen drei Hauptverantwortliche einer Internet-Plattform in den USA sind bereits Haftstrafen von bis zu 30 Jahren verhängt worden. Weltweit soll die Website mehr als 150 000 Nutzer gehabt haben. Betrieben wurde die Seite im Darknet, dem verborgenen Teil des Internets. Der Prozess gegen den Eilser hatte mit diesen Fällen nichts zu tun. ly

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