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Sportlerehrung der Stadt Bückeburg

Meister und Medaillen

BÜCKEBURG. Mit einem Empfang im großen Rathaussaal hat die Stadt Bückeburg etliche Sportler der örtlichen Vereine geehrt, die im „Sportjahr 2015/2016“ besondere Leistungen erbracht haben. Maßgeblich für die getroffene Auswahl der Athleten waren zwar (mit einer Ausnahme) deren sportliche Erfolge. Hinter der „Sportlerehrung“ selbst steckte indes noch weit mehr.

veröffentlicht am 12.02.2017 um 16:07 Uhr
aktualisiert am 12.02.2017 um 21:50 Uhr

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Michael_Werk

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Michael Werk Reporter zur Autorenseite
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Mit der alljährlichen Veranstaltung möchten die Verwaltung und der Stadtrat nämlich auch die gesellschaftliche Bedeutung des Sports hervorheben.

„Sport fördert ausschließlich positive Aspekte unserer Gesellschaft“, sagte Bürgermeister Reiner Brombach. Exemplarisch nannte er hier die Förderung von Tugenden wie Disziplin und partnerschaftlichem Miteinander. Darüber hinaus seien der in Bückeburg in einer breiten Vielfalt betriebene Sport sowie die zu ehrenden Sportler „mit ihren herausragenden Leistungen“ aber auch „ein Aushängeschild und Werbung für die Stadt“.

Über eine von Brombach und Wolfhard Müller, dem Vorsitzenden des städtischen Sportausschusses, überreichte Auszeichnung durfte sich unter anderem Kirsten Hilbig (40) vom VfR Evesen freuen. Sie hatte im vergangenen Jahr in der Altersklasse (W 35) einen Deutschen Rekord im Gewichtwerfen aufgestellt, indem sie das 9,08 Kilogramm schwere „Gewicht“ 16,08 Meter weit geworfen hatte. Zudem war sie Erstplatzierte bei der Landesmeisterschaft im Werfer-Fünfkampf.

In einem kleinen Interview gab Julius Dawid dem Sportausschuss-Vorsitzenden Wolfhard Müller (r.) Auskunft über den von ihm, Dawid, betriebenen Radsport. Foto: wk
  • In einem kleinen Interview gab Julius Dawid dem Sportausschuss-Vorsitzenden Wolfhard Müller (r.) Auskunft über den von ihm, Dawid, betriebenen Radsport. Foto: wk
Die Leichtathleten Sören Hilbig und Kirsten Hilbig, beide vom VfR Evesen, haben 2016 in ihrer Sportart und Altersklasse je einen Deutschen Rekord aufgestellt.
  • Die Leichtathleten Sören Hilbig und Kirsten Hilbig, beide vom VfR Evesen, haben 2016 in ihrer Sportart und Altersklasse je einen Deutschen Rekord aufgestellt.

Ebenfalls mit einem Deutschen Rekord konnte ihr demselben Verein angehörender, 14-jähriger Sohn Sören Hilbig glänzen, der einen vier Kilogramm wiegenden „Hammer“ in der Disziplin Hammerwerfen 68,86 Meter geschleudert hatte (Altersklasse „Schüler A U 16“). Er errang in dieser Kategorie überdies den zweiten Platz bei der Norddeutschen Meisterschaft. Außerdem war er 2016 Deutscher Meister sowie Norddeutscher Meister im „Rasenkraftsport“ (Hammer-, Gewicht-, Steinwurf).

Für ihren ersten Platz bei den Bundesmeisterschaften im Kleinkaliber-Schießen (aufgelegt) wurden dagegen Achim Könemann, Andreas Paul Schöninger und Helmut Engelking geehrt. Die drei hatten als Mannschaft der Kyffhäuser-Kameradschaft Meinsen-Warber an dem Wettbewerb teilgenommen. Könemann war außerdem Erstplatzierter bei der Landesmeisterschaft im Einzelschießen „Kleinkaliber Auflage“, Schöninger zudem Landesmeister im Einzelschießen „Luftgewehr Auflage“.

Als Mitglied des MTV Obernkirchen wurde Julius Dawid (22) eine Auszeichnung dafür zuteil, dass er Vierter bei den in Hannover ausgetragenen „Special Olympics“ geworden war. Angetreten war Julius Dawid dort in der Disziplin Radsport bei den Rennen über zehn, 15 und 25 Kilometer.

Mit einer „Sonderehrung“ würdigte die Stadt Bückeburg schließlich das Engagement von Heino Röwer (VfL Bückeburg): Diesen Preis vergebe man alljährlich an Menschen, „die dem Sport sehr verbunden sind, aber nie im Vordergrund stehen, und ohne die der Sport so nicht existieren würde“, erklärte Brombach. Auf Röwer war die Wahl vor allem deshalb gefallen, da sich dieser in besonderem Maße um die American-Football-Sparte des Vereins – die „Schaumburg Rangers“ – verdient gemacht hat.

Bereits als Kind ist Röwer dem VfL Bückeburg beigetreten, um in diesem Verein zunächst dem Judo-Sport zu frönen, wobei er sogar Träger eines Schwarzen Gürtels (Dan) sei, führte der Bürgermeister weiter aus. Dann aber habe Röwer nach einem Wohnortwechsel sein Herz für die Sportart American Football entdeckt und zunächst für einen Verein in Hildesheim in der Zweiten Bundesliga gespielt.

Wieder zurück in der Heimat Bückeburg habe Röwer hier eine neue American-Football-Mannschaft, eben die „Schaumburg Rangers“, gegründet, so Brombach. Diese habe sich später dem VfL Bückeburg als separate Sparte angeschlossen und feiere in diesem Jahr nun ihr 25-jähriges Jubiläum. Während Röwer früher noch aktiver Spieler gewesen sei, engagiere er sich mittlerweile als „Head-Coach“ (Cheftrainer) der „Schaumburg Rangers“.

Angesichts der von ihm nicht erwarteten Würdigung seiner Verdienste war Röwer sichtlich gerührt. So stockte ihm zeitweise die Stimme, als er sich für diese Ehrung bedankte, und betonte – wohl um sein eigenes Engagement nicht allzu hoch gehängt zu sehen –, dass American Football „ganz klar Mannschaftssport“ sei. Mehr noch: „Ohne das Team geht nichts!“

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