weather-image
Jetzt wird ausgepackt

Mief raus, Schwung rein: Herberge wird Mehrgenerationenhaus

RINTELN. Noch sind die meisten Räume nicht möbliert, doch bis zum Wochenende sollen die Gemeinschaftsküche der Senioren-WG und der Ess- und Aufenthaltsraum der Tagespflege fertig sein. Unsere Zeitung hat sich über den Fortgang des vom Land geförderten Umbaus der alten Jugendherberge zum Mehrgenerationenhaus informiert.

veröffentlicht am 20.04.2017 um 12:06 Uhr
aktualisiert am 20.04.2017 um 18:30 Uhr

Investor Aimo Würfel schwingt in der Gemeinschaftsküche der Senioren-WG schon mal den Kochlöffel.
jan-jun

Autor

Jan Oldehus Reporter zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der SZ/LZ? Dann melden Sie sich hier mit Ihren SZ/LZ -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

RINTELN. Wer die ehemalige Jugendherberge Am Bären betritt, erkennt sie nach dem Umbau kaum wieder. Die Handwerker haben den Mief des jahrelangen Leerstands aus dem alten Gemäuer vertrieben, Designfußböden warten allenthalben darauf, vom letzten Baustaub befreit zu werden. „Wir werden den Tagespflegebereich im Erdgeschoss zum 1. Mai eröffnen“, freut sich Eigentümer Aimo Würfel nach fast einem Jahr Umbauzeit. Annähernd eine Million Euro werden am Ende in das Projekt Mehrgenerationenhaus geflossen sein, gefördert vom Land Niedersachsen.

Der Wohngemeinschaftsbereich für Senioren im ersten Stock soll in der zweiten Maihälfte eröffnet werden. Vor der amtlichen Abnahme muss noch eine zusätzliche Feuertreppe installiert werden. „Mit der Fertigstellung der Großkindertagesstätte lassen wir uns bis zum Herbst Zeit.“ Im Souterrain des Hauses werden dann maximal zehn Kinder im Alter bis zu drei Jahren von Tagesmüttern betreut (wir berichteten).

Alexandra Würfel, Chefin der Seniorentagespflege, und Daniel Korn kommen mit dem Lift herunter. Korn ist Geschäftsführer der Tagespflege, stellvertretender Pflegedienstleiter und als gerontopsychiatrische Fachkraft Spezialist für Demenzpatienten. Eine Führung durchs Haus steht an. „Mir ist es immer ein bisschen peinlich“, scherzt Aimo Würfel, „wenn ich bei Führungen das Lob der Interessenten einheimse.“ Das, so meint er, stehe ja eigentlich Stefan Wichmann zu, der hier als Partner für alles Bauliche zuständig ist. Drei der zwölf WG-Zimmer sind bereits vermietet, zwei reserviert. „Spätestens beim Tag der offenen Tür, so hoffen wir, sind alle Zimmer weg.“ Der Termin für diesen Tag, einst geplant für den Monat März, musste durch umbaubedingte Verzögerungen verschoben werden. Ein neuer Termin steht noch nicht fest.

Die Holzterrasse erhält noch eine große Markise. Fotos: jan
  • Die Holzterrasse erhält noch eine große Markise. Fotos: jan
270_0900_41249_ri_Jugend2_2004.jpg
270_0900_41250_ri_Jugend5_2004.jpg

Ganz sicher dagegen sei, so Würfel, dass bis zum Wochenende die Gemeinschaftsküche der WG fix und fertig eingerichtet ist – inklusive „amerikanischem“ Kühlschrank und Bildern an den kahlen Wänden. Tische und Stühle sind noch originalverpackt. Als Möbellager (auch für die Relax-Sessel) fungiert derzeit der künftige Ruheraum, der sich gleich neben dem gut 120 Quadratmeter großen Essbereich der Tagespflege befindet. Die Betreiber haben darauf verzichtet, Möbel von Fachanbietern einzukaufen, und sich stattdessen im Möbelhaus hochwertige, passende Sitzgelegenheiten ausgesucht. „Sehen Sie sich diesen Stuhl an! Sehr gut verarbeitet, widerstandsfähiger Lederbezug, was will man mehr?“

Und was ist noch zu tun? Von etlichen Kleinigkeiten (Fehlerbeseitigung, restliche Malerarbeiten und dergleichen) im Inneren mal abgesehen, verlagert sich der Fokus zunehmend auf den Außenbereich. Ein hausnaher Parkplatz wird angelegt, das frische Aprilgrün rundum muss noch hier und da zurechtgestutzt und in Form gebracht werden, die rückwärtige Fassade braucht den Maler. Vor allem jedoch sollen die alten Waschbetonplatten vorm Eingang verschwinden. „Das wird rollstuhlgerecht erneuert“, sagt Aimo Würfel. „Und die uralte Tischtennisplatte hinterm Haus ersetzen wir durch einen Pavillon.“ Die Geräuschkulisse kostet nichts: Vogelgezwitscher und das leise Plätschern der Exter sind schon da.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare