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Spektakülärer SEK-Einsatz in Bad Pyrmont

Mieter droht Menschen zu erschießen - und legt Feuer

BAD PYRMONT. In Bad Pyrmont hat am Mittwochmorgen ein 30 Jahre alter Mann einen größeren Polizeieinsatz verursacht. Nach Angaben der Polizei habe er per Notruf damit gedroht, andere Menschen zu erschießen. Dann begann er, seine Wohnung in Brand zu setzen.

veröffentlicht am 09.08.2017 um 11:44 Uhr
aktualisiert am 09.08.2017 um 16:45 Uhr

Foto: Feuerwehr
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite

Zwei Stunden zuvor hatte er bei der Polizei-Leitstelle in Detmold angerufen und einem Beamten mitgeteilt, er sei bewaffnet und werde jeden erschießen, der in seine Wohnung komme. Die nordrhein-westfälische Polizei informierte umgehend ihre Kollegen in Hameln. „Wir haben die Sache ernst genommen und sofort alle verfügbaren Streifenwagen, einen Notarzt und den Rettungsdienst zu dem Mehrfamilienhaus in Holzhausen geschickt“, berichtet Oberkommissar Andreas Appel. Das Gebäude „An der Scharfen Ecke“ wurde von Polizisten aus Bad Pyrmont und aus dem Kreis Lippe umstellt. Außer dem Mieter hielt sich glücklicherweise niemand im Haus auf. Um 8.42 Uhr kündigte der Mann an, er werde Molotow-Cocktails bauen. Und: „Ich knalle jeden ab, der reinkommt.“ Der Einsatzstab forderte ein Spezial-Einsatzkommando (SEK) aus Hannover und die Verhandlungsgruppe der Polizeidirektion Göttingen, deren Mitglieder psychologisch geschult sind, an. Polizisten hielten Kontakt zu dem Mann, sein Motiv konnten sie jedoch nicht ergründen. Zwischenzeitlich änderte der Mann seine Meinung. Für alle unerwartet erklärte er plötzlich: „Entweder die Polizei kommt, oder ich ramme mir ein Messer in den Hals.“ Nach Angaben von Appel sahen Einsatzkräfte, dass der „Gefährder“ (O-Ton Polizei) mit einem Messer herumhantierte. Als er Gegenstände anzündete, wurde die Feuerwehr Holzhausen alarmiert. Die Freiwilligen sollten sich auf einem Tankstellengelände an der Hohenborner Staße sammeln. Doch dazu kam es nicht mehr - die Ereignisse überschlugen sich. Noch während die Feuerwehrleute ihre Fahrzeuge besetzten, setzte der 30-Jährige seine Wohnung in Brand. Stadtbrandmeister Maik Gödeke erreichte als Erster den Brandort. „Hinter einem Fenster im Erdgeschoss war ein Feuer zu sehen. Nur Sekunden später platzte das Glas, schlugen die Flammen meterhoch hinaus.“ Von außen und von innen nahmen die Löschmannschaften das Feuer in die Zange. Trupps hatten sich bereits auf der Anfahrt mit schwerem Atemschutz ausgerüstet. Einsatzleiter Gödeke forderte vorsorglich die Feuerwehr Bad Pyrmont an.

Als die Spezialkräfte der Polizei eintraf, war der Pyrmonter bereits auf den Balkon gegangen. Er habe sich widerstandslos festnehmen lassen, sagte Appel. Der Mann wurde zur Wache gebracht.

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