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Nachruf

Mike Middleton nach kurzer, schwerer Krankheit verstorben

RINTELN. Er war ein „Botschafter Rintelns“ mit britischem Flair: Mike Middleton ist am vergangenen Wochenende nach kurzer, schwerer Krankheit verstorben. Den Rintelnern wird er wegen seines unermüdlichen Einsatzes und seiner Fröhlichkeit – genauso wie seines unvergleichlichen Auftretens – in Erinnerung bleiben .

veröffentlicht am 27.10.2017 um 13:19 Uhr
aktualisiert am 27.10.2017 um 17:00 Uhr

Mike Middleton starb am vergangenen Samstag. Foto: Archiv
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Cornelia Kurth Reporterin zur Autorenseite

RINTELN. Es musste sich ja schnell herumsprechen in der Stadt: Mike Middleton ist tot. Allein seinen Anblick wird man kaum vergessen, trat er doch auf wie ein Engländer aus dem Bilderbuch. Sein weiter Mantel, die rote Weste, die karierte Mütze mit den Ohrenklappen und dazu eine Pfeife im Mund - obwohl er als „Botschafter Rintelns“ galt, als der Begründer der Städtefreundschaft zwischen Rinteln und Kendal, verbreitete er immer auch ein britisches Flair, als sei er ein Wanderer zwischen der Welt seiner Wahlheimat Rinteln, und derjenigen des mittelalterlichen Städtchens Kendal, das Mike Middleton vor 25 Jahren zur Freundschaft mit Rinteln überredete.

Doch nicht nur die unermüdliche Arbeit für die daher auch ungewöhnlich gute Beziehung zwischen den beiden Städten hat ihn in Rinteln bekannt gemacht. Kirchengemeinden, Chöre – Schulen und sogar die Menschen aus der Lebenshilfe waren am lebhaften Austausch beteiligt – Mike Middleton war auch Pressesprecher des Briefmarkenvereins, dazu ein begeisterter Sänger im einstigen Madrigalchor und in den Vereinigten Chören. Er gehörte ebenso zu den Gründungsmitgliedern des Carnevalsvereins und schloss sich der CDU an. Aus vollem Herzen hat er in und für Rinteln gelebt.

Ursprünglich Lehrer an der renommierten Harrow School in London, kam er Anfang der 1970er Jahre als Fachleiter an die Rintelner Prince-Rupert-School, der Schule für die Kinder hier stationierter britischer Soldaten. Auch als er 1987 seinen Beruf wechselte und die Öffentlichkeitsarbeit für die britische Armee übernahm – verbunden mit zahllosen internationalen Dienstreisen – blieb er so sehr Rintelner, dass ihm wenig später vom Bürgermeister Hoppe die Aufgabe übertragen wurde, eine englische Partnerstadt zu finden. Sechs Bewerber gab es für Kendal, doch Mike Middleton wusste so wunderbar für Rinteln zu werben, dass unsere Weserstadt die Konkurrenz weit hinter sich ließ.

So wurde er nicht nur in Kendal hoch geehrt für sein Engagement, sondern erhielt zum 25. Jubiläum der Städtepartnerschaft auch Rintelns höchste Ehrung aus der Hand von Bürgermeister Thomas Priemer. Er zeichnete ihn aus mit den Worten: „Dank seines großen persönlichen Einsatzes ist eine blühende Völkerverbindung entstanden.“ Dietrich Lange, Vorsitzender des Vereins für Städtepartnerschaften, spricht von ihm als einem „idealen Botschafter“: „Sein Leben verkörpert beide Länder, und niemand kannte beide Seiten besser als er.“

Am 4. November, um 12 Uhr, singt ihm zu Ehren noch einmal der Madrigal-Chor während einer Andacht in der Jakobikirche, wo Mike Middleton so oft seine schöne Stimme hören ließ. Als er nach kurzer, schwerer Krankheit starb, fast 80 Jahre alt, da war es so, als sei er aus dem Leben gerissen worden. Bis zum Schluss setzte er sich für die Rinteln-Kendal-Beziehung ein und hatte schon die nächste Reise nach England geplant.

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