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Katasteramt veröffentlicht vielversprechende Zahlen

Mini-Boom am Auetaler Grundstücksmarkt

AUETAL. Leicht hat es die Gemeinde Auetal eigentlich nie gehabt – doch was sich in den letzten vier Jahren abzeichnet, kann durchaus als kleiner Boom am Haus- und Wohnungsmarkt bezeichnet werden. Michael Broermann vom Katasteramt hat sich für unsere Zeitung die Lage im Auetal mal genauer angesehen. Und tatsächlich: Fast alle wichtigen Kennwerte weisen ein schönes Plus zu den Vorjahren auf. Nur einer nicht:.

veröffentlicht am 17.07.2017 um 17:25 Uhr
aktualisiert am 17.07.2017 um 18:00 Uhr

Das Baugebiet „Brambusch“ wurde zwar schon 2003 eröffnet, erst in den letzten Jahren stieg die Nachfrage. Foto: Jak
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Jakob Gokl Stv. Chefredakteur zur Autorenseite
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AUETAL. Leicht hat es die Gemeinde Auetal eigentlich nie gehabt – doch was sich in den letzten vier Jahren abzeichnet, kann durchaus als kleiner Boom am Haus- und Wohnungsmarkt bezeichnet werden. Michael Broermann vom Katasteramt hat sich für unsere Zeitung die Lage im Auetal mal genauer angesehen. Und tatsächlich: Fast alle wichtigen Kennwerte weisen ein schönes Plus zu den Vorjahren auf. Nur einer nicht: Die Bevölkerungsentwicklung bleibt im Zehnjahresschnitt negativ. Mit 102 Einwohnern pro Quadratkilometer bleibt das Auetal die am spärlichsten bewohnte Gemeinde in Schaumburg – gefolgt von Niedernwöhren (125).

Davon abgesehen aber scheint lässt sich im Auetal ein Aufschwung verzeichnen – ein Aufschwung zwar auf vergleichsweise niedrigem Niveau, aber nichtsdestotrotz ein Aufschwung. So liegt der Gesamtumsatz aller verkauften Grundstücke, Wohnungen und Häuser in der Gemeinde bei 6,2 Millionen Euro (+8,9 Prozent). Insgesamt wurden 98 Kaufverträge (+15,3 Prozent) abgeschlossen und eine Fläche von 33,8 Hektar (17,8 Prozent) wechselte im Jahr 2016 den Besitzer. Der Rückgang beim Flächenumsatz ist laut Broermann vor allem auf den geringeren Handel mit landwirtschaftlichen Flächen zurückzuführen, die sich für einen großen Teil des Flächenumsatzes verantwortlich zeigen.

Konfrontiert mit den vom Katasteramt aufbereiteten Zahlen zeigt sich Bürgermeister Heinz Kraschewski höchst zufrieden. Ein wesentlicher Faktor gerade auf dem Häusermarkt sei der 2015 gestartete Leerstandskataster, betont Kraschewski. Früher sei oftmals gar nicht bekannt gewesen, wo Wohnraum leer stünde. Das sei jetzt anders.

Außerdem ist das Förderprogramm „Jung kauft alt“ ausgesprochen gut angenommen worden. 2016 flossen insgesamt 36 000 Euro an neun Antragsteller, sieben davon zogen von außerhalb des Auetals neu dazu. Im ersten halbjahr 2017 wurden vier Antragsteller mit insgesamt 18 500 Euro gefördert, davon zwei externe Zuzüge. Das von der CDU ins Spiel gebrachte Förderprogramm sei ein echtes Erfolgsmodell und trage sein Scherflein zu dem Boom bei.

Doch auch bei noch unbebauten Baugrundstücken tut sich im Auetal einiges. Insgesamt 18 Bauflächen wurden 2016 verkauft, ein Zuwachs von fast 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit liegt das Auetal vor Eilsen, Lindhorst und Nienstädt.

Während 2013 nur zwei Baugrundstücke für Ein- oder Zweifamilienhäuser den Besitzer wechselten, waren es 2014 bereits acht Stück. 2015 wurden sechs verkauft und 2016 schließlich satte elf Baugrundstücke.

Diese fielen allerdings durchschnittlich etwas kleiner aus als in den Vorjahren, die mittlere Größe lag bei 783 Quadratmetern (2015 noch 1168 Quadratmeter). Der Preis inklusive Erschließungskosten lag bei 41 Euro je Quadratmeter, etwas mehr als in den Vorjahren – im Landkreisvergleich allerdings noch immer sehr günstig. Spitzenreiter ist hier Nenndorf mit 142 Euro je Quadratmeter.

Bürgermeister Heinz Kraschewski verweist auf die beiden noch vorhandenen Baugebiete in Rolfshagen („Brambusch“), sowie Kathrinhagen („An der Trift“). Sie existieren zwar beide schon seit etwa 15 Jahren, doch erst seit einigen Jahren seien sie so richtig in Fahrt gekommen.

Das liege nicht nur an den niedrigen Zinsen, sondern auch daran, dass mit der fortschreitenden Digitalisierung das ländliche Leben vielfach attraktiver werde. Umso wichtiger sei der geplante Breitbandausbau, den sich die Gemeinde Auetal auch einiges kosten lassen wolle. Und – verweist Kraschewski auf eine weitere Stärke der Gemeinde – die dörflichen Gemeinschaften seien sehr offen gegenüber Neubürgern. „Es gibt viele positive Beispiele von Zugezogenen, die sich selbst aktiv in die Dorfgemeinschaft einbringen.“

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