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Alexander Müller, Nicolai Hengst und Andreas Lüer wollen

Mit der HSG Schaumburg Nord hoch hinaus

WALTRINGHAUSEN. Herausforderung für jede Abwehr: Das sind Nicolai Hengst, Alexander Müller und Andreas Lüer vom Handball-Oberligisten HSG Schaumburg Nord. Was macht die Stärke des Trios aus?

veröffentlicht am 07.12.2017 um 10:57 Uhr

Helden der Halle: Alexander Müller (von links), Nicolai Hengst und Andreas Lüer stellen den torgefährlichen Rückraum der HSG. Foto: hga

Autor:

HEINZ-GERD ARNING

WALTRINGHAUSEN. Sie sind zum bestimmenden Teil geworden: Nicolai Hengst, Alexander Müller und Andreas Lüer bilden den Rückraum des Handball-Oberligisten HSG Schaumburg Nord, sind in der laufenden Saison eine echte Herausforderung für jede Abwehr.

In der Saison 2016/17 trumpfte das Trio noch nicht ganz so stark auf. Jeder der drei zeigte aber bereits seine Qualitäten, weckte aufgrund des Alters große Hoffnungen. Die Spieler sind noch jung, stehen eigentlich erst am Anfang der sportlichen Karriere. Der 24-jährige Linkshänder Hengst und die beiden Rechtshänder Lüer (22 Jahre) sowie Müller (22 Jahre) haben zusammen mit der gesamten Mannschaft einen großen Entwicklungsschritt hinter sich gebracht. Mit ihrem Team sind sie zum ersten Mal seit dem Oberliga-Aufstieg der HSG (Saison 2012/13) einer der Favoriten auf die niedersächsische Meisterschaft.

„Wir haben uns als Mannschaft auf den Trainer eingegroovt, jeder weiß, was er von dem anderen erwarten kann“, beschreibt Hengst einen Grund für die Entwicklung. Es brauchte seine Zeit, ehe Mannschaft und der seit der vergangenen Saison verantwortliche Trainer Sebastian Reichardt zusammen funktionierten. Der positive Trend sei dann in der Rückrunde zu erkennen gewesen, so Hengst.

Den vielleicht größten Schritt des Trios hat Müller genommen. Im Vergleich zur Vorsaison wurde der 22-Jährige deutlich effektiver, setzt seinen Körper und die Kraft geschickt ein und bildet damit das Gegengewicht zu Hengst und Lüer, die weniger den Weg durch die Nahtstellen in der Abwehr suchen als Müller.

„Ich bin dafür nicht allein verantwortlich“, sagt Müller, der in den Spielen gegen den VfL Hameln und im Derby gegen den MTV Großenheidorn in entscheidenden Situationen zu Torerfolgen kam. Das Auge für die Lücke, für den richtigen Zeitpunkt beim Zug auf das Tor hatte er schon immer, jetzt kommt auch der nötige Egoismus dazu. „Meine Trainer sagen mir das schon ziemlich lange“, lacht Müller. Das fing schon in der A-Jugend an. Er sucht nicht mehr nur den freien Mitspieler, sondern selbst den Abschluss. „Das hängt auch damit zusammen, dass wir als Mannschaft geschlossener zusammenstehen“, sagt Lüer.

Das Trio zieht den Nutzen aus jahrelangem Zusammenspiel. „Wir wissen, wann der andere loslaufen muss, der Pass kommt oder nicht, das Timing stimmt. Wir genießen es, zusammen auf dem Platz zu stehen“, beschreibt Hengst die Auswirkungen. Insgesamt fachte der gute Saisonstart die Euphorie an. Eine weitere Rolle spielen die Neuzugänge wie Christian Höflich und Fynn Graafmann, die mit für positive Stimmung im Team sorgen. „Vielleicht haben wir mittlerweile begriffen, dass Anfeuern mehr bringt, als sich gegenseitig die Fehler aufzuzeigen“, meint Hengst. Auch das gehört zur Entwicklung: In der vergangenen Saison waren noch gegenseitige Schuldzuweisungen nach Fehlern zu beobachten. „Das haben wir in dieser Saison gar nicht mehr“, so Lüer.

Die Rolle des Mitfavoriten auf Platz eins hemmt jedenfalls nicht, alle drei erwarten eine Spitzenposition am Saisonende. „Wir wollen das Durchziehen und möglichst viel erreichen“, meint Lüer mit dem Hinweis, dass gleich zu Beginn des neuen Jahres die schweren Aufgaben gegen die HSG Nienburg und den MTV Vorsfelde warten. „Wir waren alle noch nie so krass in der Situation, um die Meisterschaft mitzuspielen. Auf jeden Fall unter die ersten drei“, äußert sich Müller optimistisch, Hengst schließt sich selbstbewusst an: „Auf dem Treppchen werden wir schon stehen“.

Allerdings hat der Linkshänder noch einen Wunsch. „Zwei, drei Trommler auf der Tribüne, das verändert die Stimmung in der Halle schon maßgeblich. Das wäre mal gut“, erläutert Hengst seine Vorstellung von mehr Unterstützung von der Tribüne. „Es könnte ein bisschen lauter sein“, stimmt Lüer zu. Es sei komisch, wenn der Gegner Trommeln dabei habe und lauter sei als das eigene Publikum, so Müller. Über die vielen Stammgäste und eingefleischten Fans freut sich das Trio. „Das Publikum ist schon cool, viele kommen seit Jahren jedes Wochenende, man sollte ihnen mehr Motivation geben, die Hände in die Hand zu nehmen“, sagt Hengst.

Die Hauptvoraussetzung dazu muss aber nach wie vor von der Mannschaft kommen: Das Feuer der Begeisterung auf der Tribüne muss auf dem Parkett angefacht werden.

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