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Schwierige Bergungsbedingungen – lange Nacht für die über 100 Einsatzkräfte im Hafen Rusbend

Nach neun Stunden steht der Kran an Land

Bückeburg (rc). Der Einsatz am Mittellandkanal im Hafen Rusbend hat den schlussendlich über 100 Einsatzkräften von Feuerwehr, Ämtern und Behörden eine lange Nacht beschert. Erst um drei Uhr konnten die letzten Kräfte einrücken. Erst da war es mithilfe zweier schwerer Autokräne gelungen, den im Kanal versunkenen Autokran wieder an Land zu hieven. Wie berichtet, war der 32-Tonnen-Kran am Dienstag gegen 17.15 Uhr beim Heraushieven einer acht Tonnen schweren Jacht in den Kanal gerutscht und in den trüben Fluten versunken. Nur die Räder schauten noch heraus. Der Fahrer blieb unverletzt. Der Kranausleger war zunächst auf die Jacht geprallt, sodass der 47-Jährige genug Zeit hatte, sich an Land zu retten. Dem Kranführer gelang es daraufhin noch vor Eintreffen der Feuerwehr, einen Öltank aus dem Wasser zu bergen.

veröffentlicht am 30.08.2012 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 19:41 Uhr

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Wie die Feuerwehr in ihrem Pressebericht schreibt, konzentrierte sich ihre Arbeit auf das Sichern der betroffenen Objekte und dem Schutz der Umwelt vor möglicherweise auslaufenden Betriebsstoffen. Die Einsatzkräfte aus der Kernstadt, Evesen, Meinsen-Warber-Achum und Rusbend gelang es, eine Ölsperre aufzubauen und die geringen Mengen an austretenden Betriebsstoffen einzufangen. Parallel wurden die zuständigen Behörden des Landkreises, der Wasserschutzpolizei und des Schifffahrtamtes über die Lage informiert. Diese rückten mit zwei weiteren Booten an und sperrten den Mittellandkanal für den Schiffverkehr. Die Jacht konnte nach Entfernen der Hebegurte aus eigener Kraft den Gefahrenbereich verlassen.

Zur Bergung des Krans wurden zwei 130-Tonnen-Kräne samt Begleitfahrzeugen nach Rusbend beordert. Außerdem wurde die Tauchergruppe Petershagen-Frille nachalarmiert und per Sonar die Lage des Krans unter Wasser erkundet. Nach dem Eintreffen der Bergungskräne mussten diese in dem räumlich begrenzten Bereich in Stellung gebracht werden. Die Tauchergruppe stimmte sich anschließend mit dem Bergungsunternehmen ab, wo die Hebeketten am Kran befestigt werden könnten.

Was sich auch aufgrund der einbrechenden Dunkelheit als schwierig erwies. Trotz des Ausleuchtens der Unfallstelle hatten die Taucher unter Wasser „null Sicht“ und mussten regelmäßig ausgewechselt werden. Nur langsam gelang es, die schweren Hebeketten nach und nach zwischen Unfallkran und Kanalschlick zu ziehen und einen Hebepunkt zu schaffen. Damit konnte ein Kran den Unfallkran anheben. Mit Umsetzen der Schlingen und Ketten und viel Handarbeit stand der Unfallkran gegen 1.30 Uhr wieder auf festem Land: mit erheblichen Beschädigungen und enormen Mengen Schlamm im und am Kran.

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  • Eigentlich sollte die Jacht des Mindener Ehepaares nach dem Schweden-Urlaub nur ins sichere Winterquartier gebracht werden …
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  • Mit Booten und Tauchern gelang es, die Hebeketten unter dem versunkenen Kran durchzuführen. Fotos: Feuerwehr Bückeburg

Bis gegen drei Uhr wurde die Einsatzstelle nach neun Stunden Einsatzdauer zurückgebaut. Zum Unfallhergang hat die Polizei Ermittlungen aufgenommen, die gegen den 47-jährigen Kranführer wegen des Verdachts der Gewässerverunreinigung ermittelt. Der Einsatz zog viele Schaulustige an, die den Einsatz vom gegenüberliegenden Ufer beobachteten.

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