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Schlepper mit Kranschute unterstützt Bergungseinsatz auf der Weser / Unfallursache unbekannt

Nach Unfall: Auto wird aus Weser geborgen

GROSSENWIEDEN. Für Taucheinsatzführer Christoph Nolte steht nach dem vierstündigen kräftezehrenden Such- und Bergungseinsatz in und an der Weser bei Großenwieden fest: „Die Kollegen haben einen sehr guten Job gemacht.“ Die starke Strömung hatte den Feuerwehrtauchern große Probleme bereitet.

veröffentlicht am 14.09.2017 um 14:55 Uhr
aktualisiert am 14.09.2017 um 19:21 Uhr

Geschafft: Der Mercedes wird vom Schlepper „Werra“, der eine Kranschute zum Unfallort gebracht hatte, ans Ufer bugsiert. Foto: leo
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Hans-Werner Benditte und Michael Franke konnten sich unter Wasser kaum bewegen. Sie hatten sich zwar mit Strömungsgeschirr ausgerüstet, hingen aber dennoch sprichwörtlich in den Seilen, wurden von den eisigen Fluten immer wieder fortgerissen und baumelten an den Leinen hin und her. Dafür war die Sicht gar nicht so schlecht. „Ungefähr 50 Zentimeter weit konnten wir gucken.“ Das war auch der Grund, dass Rettungstaucher Benditte gleich nach dem ersten Tauchgang melden konnte: „Mit 75-prozentiger Sicherheit befindet sich keine zweite Person im Fahrzeug.“ Die Bergung des untergegangenen Autos gestaltete sich schwierig. Für den Fall, dass der Mercedes von der Strömung mitgerissen wird, wurde eine Boje gesetzt.


Die Feuerwehr wartete auf die Ankunft des Schleppers „Werra“, der eine Arbeitsschute mit Kran zum Unfallort brachte. Das Schiff des Wasser- und Schifffahrtamts wurde in der Nähe des gesunkenen Mercedes aufgestelzt. Der Trimaran „Tamara“ der Feuerwehr Hameln ging längsseits und machte an der Backbordseite fest. Über die geöffnete Bugklappe des Mehrzweckboots konnten die Taucher in die Weser steigen, eine Seitenscheibe zertrümmern, ein Stahlseil um die A-Säule legen und das Wrack an der Schute festmachen. Ein weiteres Mal inspizierte Benditte den Innenraum. Um 23 Uhr meldete er: „Definitiv keine Person im Wagen!“ Aufatmen an Bord der „Werra“ und am Ufer.

Der Fahrer des Mercedes, ein 82 Jahre alter Mann aus Bückeburg, wurde zu diesem Zeitpunkt schon seit Stunden im Krankenhaus behandelt. Wie bereits berichtet war der Senior von drei Männern vor dem Ertrinken bewahrt worden. Wim Ossenkop, Jan-Erik Tillner und Juljan Feriz waren in den Fluss gesprungen und hatten das unterkühlte Opfer ans Ufer gezogen.

Mit dem Greifarm des Krans wurde das Auto etwas angehoben. Strom- und Schifffahrtspolizei und Feuerwehr wollten verhindern, dass während des Schleppvorgangs die Ölwanne des Fahrzeugs aufreißt. Die Besatzung der „Werra“ startete gegen 23.40 Uhr die Diesel und fuhr in die Nähe des Fähranlegers. Dort warteten schon Feuerwehrleute aus Hessisch Oldendorf und Großenwieden. Mit der Seilwinde des Hilfeleistungslöschfahrzeugs wurde der Mercedes an Land gezogen. Warum der Senior an der Fähre vorbei in die Weser gefahren ist, sei immer noch unklar, sagte Hauptkommissar Jörn Schedlitzki am Donnerstag.

Wasserretter auf der Suche nach dem Wrack. Foto: leo
  • Wasserretter auf der Suche nach dem Wrack. Foto: leo
Groggy: Michael Franke. Foto: Leo
  • Groggy: Michael Franke. Foto: Leo
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