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Faste eine halbe Millionen Euro: Politiker beraten über Erweiterung der Krippe in Liekwegen

Nachfrage erfordert Anbau

LIEKWEGEN. Um langfristig genug Platz für die Krippenkinder in Nienstädt vorzuhalten, plant die Gemeinde jetzt einen Anbau an der Kita „Waldwichtel“ in Liekwegen. Da das Projekt fast eine halbe Millionen Euro kosten soll, wurde kritisch in den politischen Gremien diskutiert.

veröffentlicht am 11.01.2018 um 17:58 Uhr

Der Krippen-Anbau (Blick durch die Lupe) soll nach aktuellen Planungen in der Lücke zwischen der Kita (links) und dem Wohn- und Vereinshaus (rechts) entstehen. Montage: Harmening

Autor:

Kirsten Elschner
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Wolfgang Hein vom Planunsgbüro Vision12 aus Obernkirchen stellte in der gemeinsamen Sitzung von Jugend- und Bauausschuss vor, wie der Anbau für eine Krippen-Gruppe mit 15 Kindern an der Schulstraße aussehen könnte. Andere Möglichkeiten habe man geprüft, diese seien aber aus diversen Gründen nicht umsetzbar gewesen, so Hein. Eine Erweiterung der Sülbecker Kita sei beispielsweise nicht möglich, weil das Grundstück bereits verbaut sei, erläuterte Christiane Reckmann (SPD).

Auch die Option, später eventuell mal das Obergeschoss oder die einmal frei werdende Feuerwehr neben der Liekweger Kita nutzen zu können, seien Zukunftsmusik und würden aktuell nicht weiter helfen, machte Gemeindedirektorin Sandra Wiechmann klar. Denn schon im Sommer würde es mit Krippenplätzen eng werden können.

Folglich, schilderte Hein, ist ein Anbau in der Lücke zwischen bestehender Kita und Wohn-, beziehungsweise Vereinshaus in Planung: einstöckig und mit einem Pult oder Satteldach. Mit einem Flachdach an der Kita hat die Gemeinde bereits schlechte Erfahrungen gemacht. Wiechmann erinnert an wiederholte Feuchtigkeitsschäden. Darum plane Nienstädt auch, das alte Dach im Zuge des Krippenanbaus ebenfalls zu sanieren – möglichst im gleichen Stil wie der neue Gebäudeteil. Die Kosten dafür seien in den 485 000 Euro, die der Anbau nach aktuellen Schätzungen kosten soll, noch nicht enthalten. Den Anbau zahlt Nienstädt nicht alleine: Für 15 Krippenplätze sind insgesamt Fördermittel des Landes in Höhe von 180 000 Euro zu erwarten.

Das neue Gebäude soll Platz für einen großen Gruppenraum sowie einen kleinen Ruheraum, ein Zimmer für die Leitung, einen Abstellraum sowie WCs bieten. Der Eingang soll künftig zwischen Neu- und Altbau verlaufen und in einen Flur münden, der die Gebäudeteile verbindet. Der Altbau werde kaum angetastet, so lautet auch der Wunsch der Kitaleiterin Susanne Cording: „Wir sind zufrieden damit, wie es jetzt ist.“ Lediglich das Treppenhaus müsse nach Auskunft von Heine wahrscheinlich an aktuelle Brandschutzverordnungen angepasst werden.

Um weiterhin ausreichend Grünflächen für alle Kinder anbieten zu können, muss ein Teil der angrenzenden Mietgärten in Anspruch genommen werden. Das ist nach Angaben der Verwaltung bereits geklärt. Auch die Versetzung vorhandener Spielgeräte sowie einige Neuanschaffung sind im Kostenplan enthalten, erläuterte Hein. Eine komplette Neugestaltung sei nicht drin im Budget.

Die Sorge Cordings, dass die alten Räume durch den Anbau zu dunkel würden, räumte Hein aus: Neue Fenster sowie ein verglaster Flur und große Flügeltüren nach draußen sollen ausreichend Licht schaffen.

Bedenken, dass der Kostenplan nicht eingehalten werden könnte, äußerte unter anderem Thomas Busche (CDU), der es genauer wissen wollte. Hein räumte ein, dass die 485 000 Euro natürlich nicht garantiert seien. „In der Baubranche herrscht Hochkonjunktur“, erklärte er. Es gebe keine Gewissheit, dass die aktuellen Preise am Ende des Jahres noch gelten. Mit einem Aufschlag von 20 Prozent müsse man kalkulieren.

Auch der Zeitrahmen beschäftigte die Politiker. Wiechmann machte klar: Dieses Jahr wird das nichts mehr mit der Fertigstellung. Wenn jetzt alles nach Plan laufe, könnten die Arbeiten im Herbst beginnen und im Sommer 2019 abgeschlossen werden. Der Kitabetrieb soll währenddessen so wenig wie möglich eingeschränkt werden, so Hein.

Erweiterungsmöglichkeiten – etwa ein zweites Stockwerk – bietet der Anbau nach Angaben des Planungsbüros nicht. Dazu müsste man schon jetzt ein Treppenhaus einplanen.

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