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Vor Gericht: Mann wird niedergeschlagen, rückt sein Geld aber nicht raus

Nächtlicher Raubüberfall im Park

STADTHAGEN. „Das Gesicht vergesse ich niemals“, sagt das Opfer und blickt in Richtung Anklagebank. Der Mann (27), der dort neben seinem Anwalt sitzt, beginnt zu lachen und schlägt die Hände vors Gesicht. Er bestreitet die Vorwürfe. Im Prozess vor dem Schöffengericht geht es um einen Raubüberfall im Schlossgarten.

veröffentlicht am 14.02.2017 um 12:34 Uhr
aktualisiert am 14.02.2017 um 16:10 Uhr

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Gemeinsam sollen der 27-Jährige und ein bislang unbekannter Komplize den Eisenflechter niedergeschlagen haben, um an dessen prall gefülltes Portemonnaie zu kommen.

Dem Osnabrücker (45) gelang es, sein Geld in der Gesäßtasche zu behalten, nach eigenen Angaben mehr als 1000 Euro. Bereits nach der Tat hatte er den jetzt angeklagten Mann während einer Lichtbildvorlage identifiziert. Beim Anblick des Fotos habe der Zeuge zu zittern begonnen, Tränen seien ihm in die Augen geschossen, notierte ein Beamter.

Der 45-Jährige glaubt, dass eine Frau mit den Räubern unter einer Decke steckte und ihn in die Falle gelockt hat. „Sie wusste die ganze Zeit davon“, vermutet er. Während des Raubüberfalls im Park „hat die Dame nichts gesagt und nichts getan“, so das Opfer. Vorher soll sie beim Bezahlen in einem Restaurant die Gelegenheit gehabt haben, einen Blick ins Portemonnaie des Eisenflechters zu werfen. Der Osnabrücker war an jenem Abend in Stadthagen, weil er sich mit der Frau dort verabredet hatte. Ihrem Begleiter soll sie sich unter verschiedenen Namen vorgestellt haben. Der Justiz ist die Frau bekannt. Niemand weiß jedoch, wo sie sich zurzeit aufhält.

Zurück zum Überfall: Staatsanwalt André Lüth geht davon aus, dass der Stadthäger und dessen mutmaßlicher Komplize dem Mann aus Osnabrück im Stadtpark aufgelauert haben, wo der 27-Jährige diesen sinngemäß mit den Worten „Warum grüßt Du nicht?“ ansprach. Der jetzt Angeklagte soll dann zuerst mit Fäusten auf den 45-Jährigen eingeschlagen haben, später auch der andere Täter. Als das Opfer bereits verletzt am Boden lag, sei es noch getreten worden, unter anderem gegen den Kopf. Passiert ist der Überfall eine halbe Stunde nach Mitternacht.

Darüber hinaus legt Lüth dem Stadthäger weitere Straftaten zur Last. So soll der heute 27-Jährige ein Kilogramm Marihuana und eine unbekannte Menge Amphetamin gekauft haben. Dieser Vorwurf wiegt besonders schwer. Außerdem hat er nach Erkenntnissen Lüths seine frühere Freundin auf dem Stadthäger Marktplatz geschlagen, um an den Schlüssel für deren Wohnung zu kommen. Einen Tag später soll er mit dem Schlüssel in die Wohnung gegangen sein, im Schlafzimmer eine Lampe von der Decke gerissen haben und im Wohnzimmer ein Schrankelement von der Wand. Gesamtschaden: rund 1000 Euro.

Bisher macht der Angeklagte von seinem Schweigerecht Gebrauch. Der Prozess wird fortgesetzt. ly

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