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Ausweitung des bestehenden Gebiets soll Bahnplänen einen Riegel vorschieben

Naturschutz soll Zugtrasse verhindern

BÜCKEBURG. Eine Frage beschäftigte speziell die Bückeburger Teilnehmer beim veranstalteten Dialogforum „Trassenbau im Deutschlandtakt“ des Bundesverbands Beruflicher Naturschutz und des Naturschutzverbands Niedersachsen ganz besonders: Ist ein bestehendes Naturschutzgebiet in der Lage, ein Verkehrsprojekt wie die vom Bundesverkehrswegeplan 2030 vorgeschlagene Neubautrasse wirksam aufzuhalten?

veröffentlicht am 07.12.2017 um 12:47 Uhr

Als schützenswert erachten Naturschützer auch das Mittlere Bruch. Foto: jp
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Johannes Pietsch Reporter zur Autorenseite
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Schon seit einigen Wochen diskutieren Naturschützer, Landwirte und Vertreter der Bürgerinitiative gegen den trassenfernen Ausbau der Bahn (Bigtab) auf Einladung des Landkreises Schaumburg und moderiert von Landrat Jörg Farr die Möglichkeit, durch eine partielle Ausweitung des bestehenden Naturschutzgebiets „Bückeburger Niederung“ den Trassenplänen des Bundesverkehrsministeriums einen Riegel vorzuschieben. Naturschützer wie zum Beispiel der Vogelkundler Hans-Dieter Lichtner verweisen in diesem Zusammenhang immer wieder die Schutzwürdigkeit von Bereichen wie zum Beispiel des Mittleren Bruchs auf Grund der dort vorherrschenden enormen Artenvielfalt. Schützenswerte Flächen befinden sich weiterhin im Norden der Bückeburger Niederung, hier insbesondere im Bereich der Ochsenwiesen bis hin zur Riehestraße sowie im südlichen Bereich des Rethofs bei Scheie.

Doch hält ein solcher Riegel auch wirklich? Oder gibt es nicht doch am Ende die Möglichkeit, auch in einem Naturschutzgebiet Schienenstränge zu verlegen, wenn nur die Priorität des Verkehrsprojekts und daraus folgend der politische Druck genügend hoch sind?

Die Antwort lautet: Ja, der Riegel hält. Egal, wie massiv ein Verkehrsvorhaben auch verfolgt wird, ein Naturschutzgebiet ist und bleibt tabu. So wie während des Dialogforums bestätigte Heinz-Werner Persiel, früher Referatsleiter Naturschutz der Obersten Naturschutzbehörde im Niedersächsischen Umweltministerium, heute Bundesvorsitzender des Bundesverbands Beruflicher Naturschutz, auf direkte Nachfrage unserer Zeitung noch einmal die Unüberwindbarkeit eines solchen Hindernisses für eine mögliche Neubautrasse.

„Durch ein bestehendes Naturschutzgebiet kommt die Bahn oder irgend ein anderes Verkehrsprojekt definitiv nicht durch“, so Persiel gegenüber unserer Zeitung. „Es müsste in der Tat aufgehoben werden.“ Und genau das kann die Bahn eben nicht, die Zuständigkeit dafür lag früher in Niedersachsen bei den Bezirksregierungen und fiel nach deren Auflösung im Jahr 2004 den Landkreisen zu – in diesem Fall dem Landkreis Schaumburg.

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