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Ortsrat will Grundschul-Thema nicht ruhen lassen

„Nehmt die Schule wieder in Betrieb“

STEINBERGEN. Udo Schobeß ist verärgert. „Erst schließen sie in Steinbergen die Schule, weil in Deckbergen genug Platz sei“, erklärt das CDU-Ortsratsmitglied, „und dann beklagt die Deckberger Schulleiterin öffentlich, sie habe zu wenig Räume für die Inklusion.“

veröffentlicht am 18.09.2017 um 18:16 Uhr

Perfekt im Ortsmittelpunkt gelegen: Die Grundschule Steinbergen wartet auf ihre Reaktivierung. Fotos: tol
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Jakob Gokl Stv. Chefredakteur zur Autorenseite
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STEINBERGEN.Direkt nach Veröffentlichung der SZ/LZ-Recherche äußert sich der streitbare Abgeordnete auf Facebook: „Versagt die Schulleitung?“ – „In der Steinberger Schule wurden schon immer Kinder aus dem Jugendhof beschult und die sich daraus ergebenden Probleme in den letzten Jahrzehnten stets gelöst. Auch die Lehrerinnen und Lehrer der letzten 30 Jahre waren im pädagogischen Zehnkampf erprobt – haben sich nicht beklagt, sondern ihren Erziehungs- und Lehrauftrag mit allen Höhen und Tiefen erfüllt.“

Für Schobeß, aber auch seinen CDU-Ortsratskollegen Sascha Gomolzig ist unverständlich, wieso die Steinberger Schule nun leer stehe, wenn offensichtlich Platz gebraucht werde. „Liebe Eltern, es geht um Ihre Kinder. Fordern Sie den Schulbetrieb wieder in Steinbergen! Hier gab es solche Probleme nicht! Der Betrieb kann sofort beginnen. Es ist alles da was man braucht!“, schreibt Gomolzig.

Zwar sei es nicht unmöglich, dass die Entscheidung auch wieder rückgängig gemacht werde, so Schobeß. Derzeit arbeite die Gruppe aber intensiv daran, einen freien Träger für eine Schule nach Steinbergen zu holen. Dafür soll in der nächsten Ortsratssitzung am Dienstag, 26. September, der Weg geebnet werden.

Die Gruppe arbeitet intensiv daran, einen freien Träger für die Schule nach Steinbergen zu holen.
  • Die Gruppe arbeitet intensiv daran, einen freien Träger für die Schule nach Steinbergen zu holen.
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In einem von allen Fraktionen getragenen Antrag wird die Verwaltung beauftragt, das Schulgebäude einem eventuellen Träger mietfrei zu überlassen. Schobeß erklärt, dass man dadurch das Schulgeld für die Eltern deutlich senken und damit wirtschaftlicher gestalten könne. Denn in den ersten drei Jahren habe ein freier Träger mit keinerlei finanzieller Förderung durch das Landesschulamt zu rechnen. „Wenn die Stadt hier durch Mietfreiheit einen kleinen Beitrag leisten könnte, muss sie das auch tun“, so Schobeß. Derzeit laufen intensive Gespräche mit freien Trägern, die nach der Sitzung fortgesetzt werden sollten.

Ortsbürgermeister Heiner Bartling (selbst Lehrer im Ruhestand) befürchtet , dass die Landesschulbehörde kein grünes Licht für ein derartiges Projekt geben könnte. „Insbesondere für eine Schule mit besonderem pädagogischen Konzept (wie etwa Montessori, Anm. d. Red.) ist die Schule wahrscheinlich nicht geeignet. Dennoch unterstütze er den Antrag für Mietfreiheit. „Wenn es einen Träger gäbe, der einen Schulbetrieb anbieten kann, würde ich mich dafür intensiv einsetzen.“

Grundsätzlich halte er es aber für Augenwischerei, bei der Nachnutzung des Gebäudes ausschließlich eine Schule in den Fokus zu nehmen. „Ich würde mir vom gesamten Ortsrat wünschen, dass wir uns Gedanken darüber machen, wie wir dieses zentrale Gebäude in Zukunft nutzen könnten.“ Die Forderung nach einem Schulbetrieb sei zwar populär – letztendlich aber nicht realistisch.

Bürgermeister Thomas Priemer erklärte am Rande eines Pressegesprächs in der Deckberger Grundschule, eine Reaktivierung der Steinberger Schule als Außenstelle von Deckbergen stehe nicht zur Diskussion. „Es gibt einen eindeutigen Beschluss des Stadtrats.“

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