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Verwaltung stellt Verkehrskonzept für die Goethestraße vor

Neun Parkplätze für die neue Krippe?

HESSISCH OLDENDORF. Neun Stellplätze für die neue Krippe und ein beidseitiges Halteverbot in der Goethestraße für einen besseren Verkehrsfluss – das sind Maßnahmen, die ein Verkehrskonzept für die geplante Krippe vorsieht, das jetzt von der Verwaltung vorgestellt wurde. Demnächst soll der Bauausschuss darüber beraten.

veröffentlicht am 21.04.2017 um 11:47 Uhr
aktualisiert am 21.04.2017 um 17:30 Uhr

Parken an der Goethestraße – die Verwaltung stellte jetzt ein Konzept vor, wie das für die Eltern der Krippenkinder funktionieren könnte. Foto: wal
Johanna Lindermann

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30 Betreuungsplätze für Kleinkinder sollen in der geplanten neuen Krippe an der Goethestraße entstehen. Schon im Januar, als die konkreten Pläne für den Neubau vorgestellt wurden, kamen in der Politik Bedenken bezüglich der Parkplätze und des Verkehrsflusses in der Goethestraße auf, wenn die Eltern ihre Kinder bringen und abholen. Im Januar hatte der Verwaltungsausschuss daher beschlossen, dass ein Verkehrskonzept für die Goethestraße erstellt werden soll. Dieses hat die Verwaltung der Politik nun vorgelegt.

Bei den zunächst geplanten zwei Krippengruppen handelt es sich um eine Gruppe mit einer siebenstündigen Betreuung, die andere hat einen 10-Stunden-Betrieb. Da sich daher die Zeiten, zu denen die Kinder abgeholt werden, verteilen, ist „eine räumliche und zeitliche Konzentration von Pkw und Parkverkehren lediglich durch den Zielverkehr in den Morgenstunden von 7 bis 9 Uhr zu erwarten“, erklärt das Verkehrsplanungsbüro aus Hannover, das das Konzept erstellte.

Um zu ermitteln, wie viele Parkplätze in dieser Zeit benötigt werden, wurde eine entsprechende Verkehrszählung an der Krippe „Rosenbusch“ durchgeführt, die ebenfalls zwei Gruppen hat und somit vergleichbar ist. Aus dieser Zählung sowie Gesprächen mit der Krippenleitung ergab sich, „dass sich der Krippen-Zielverkehr am Morgen relativ gleichmäßig über den Zeitraum von 7 bis 9 Uhr verteilt“, so das Planungsbüro. Einen Schwerpunkt gebe es bei der Krippe Rosenbusch jedoch gegen 8 Uhr, mit bis zu sieben gleichzeitig genutzten Parkplätzen. Das Verkehrsplanungskonzept schlägt daher vor, an der geplanten Krippe Goethestraße mindestens neun Stellplätze zur Verfügung zu stellen. In der Niedersächsischen Bauordnung sind bei Einrichtungen mit bis zu 30 Kindern hingegen lediglich mindestens zwei Stellplätze vorgeschrieben.

Um die vorgesehenen neun Stellplätze zu gewährleisten, schlägt das Verkehrsplanungsbüro einige Maßnahmen vor. Demnach sollen die Mitarbeiter der Krippe nicht an der Goethestraße, sondern ausschließlich an der benachbarten Henningstraße parken, wo Parkplätze „in ausreichender Zahl zur Verfügung“ stünden. Den Eltern sollten sechs Stellparkplätze auf dem neuen Krippengelände sowie drei weitere Plätze auf einem Nachbargrundstück zur Verfügung stehen. Folglich stünde damit „eine nach fachplanerischer Einschätzung ausreichende Anzahl an Stellplätzen“ bereit, heißt es vom Planungsbüro.

Um einen geordneten Verkehrsfluss zu gewährleisten, soll in der Goethestraße in Höhe der Krippe ein beidseitiges Halteverbot eingerichtet werden. Außerhalb dieses Halteverbotes stünden bei höherem Verkehrsaufkommen auch noch weitere Parkplätze zur Verfügung. Weitere Maßnahmen seien aus Sicht des Planungsbüros nicht erforderlich, da das Verkehrsaufkommen in der Straße dies nicht erfordere und dort bereits Tempo 30 vorgeschrieben sei. Mit Betriebsbeginn der Krippe sollen Eltern über diese Regeln informiert werden. Außerdem würde zur Überprüfung der Wirksamkeit eine Kontrolle erfolgen. Das Konzept soll nun in der nächsten Sitzung des Bauausschusses beraten werden.

Der Antrag für den Bau der Kindertagesstätte ist am 22. Februar bei der Stadt Hessisch Oldendorf eingegangen und an die Bauaufsicht des Landkreises Hameln-Pyrmont weitergeleitet worden, teilt die Verwaltung mit. Derzeit laufe die bauordnungsbehördliche Prüfung. Bis zum Abschluss und der Prüfung der Angebotsabgaben habe die Kostenschätzung in Höhe von rund 1 161 000 Euro Gültigkeit.

Doch der Standort der neuen Krippe stößt nicht bei allen auf Gegenliebe. Ortsbürgermeister Claus Clavey kritisiert, dass weder dem Stadt- noch dem Ortsrat im Vorfeld Standortalternativen präsentiert worden seien. Erst im Januar habe die Verwaltung, als sie die Politik genauer über das Bauvorhaben der neuen Krippe informierte, andere Standorte genannt, die im Vorfeld geprüft worden seien. Diese Aufstellung sei ein „nachgeschobener Witz“, sagt Clavey. Unter anderem sei die freie Fläche an der Henningsstraße als Standortalternative genannt worden, die seit kurzem als mögliche neue Wohnbaufläche im Gespräch ist (wir berichteten). „Die Besitzerin war auch schon vorher bereit, die Fläche zu verkaufen“, sagt Clavey. Mit der frühzeitigen Aufstellung eines Bebauungsplanes sei es durchaus möglich gewesen, die Krippe auf diesem Grundstück zu errichten, wo eine bessere Parkplatzsituation herrsche. „Außerdem wäre das Grundstück an der Henningstraße viel günstiger gewesen. Da muss die Stadt Hessisch Oldendorf aufpassen, dass sich nicht der Bund der Steuerzahler einschaltet, wenn sie nicht die günstigste Fläche wählt“, sagt der Ortsbürgermeister. Diese Wahl erinnere an den Bau des „Minikreisels“, bei dem es auch, aus Sicht Claveys, bessere Lösungen gegeben hätte. „Kriegen wir jetzt bald die nächste Fehlplanung in der Kernstadt mit einem Krippenstandort, der verkehrlich und parkmäßig absolut schlecht ausgewählt wurde?“

„Im Vorfeld der Standortentscheidung für den geplanten Krippenneubau wurden mehrere Standortalternativen geprüft und hinsichtlich der Machbarkeit und zeitnahen Umsetzbarkeit bewertet“, erklärt die Verwaltung auf Nachfrage der Dewezet. Als Ergebnis dieses Auswahlverfahrens sei der Standort in der Goethestraße favorisiert worden. Im Zuge der politischen Beratungen sei in den zuständigen Fachausschüssen eine einstimmige Beschlussfassung für den Krippenneubau in der Goethestraße erfolgt.

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