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Einkehrmusik in der Stadtkirche

November ein chevalereskes Schnippchen geschlagen

BÜCKEBURG. Zu einer „Orgelmusik zur Einkehr“ hatte Kantor Siebelt Meier die Sopranistin Teresa Tièschky und die Oboistin Ulrike Köhler zum Mitmusizieren in die Stadtkirche eingeladen.

veröffentlicht am 06.11.2017 um 15:26 Uhr

Ulrike Köhler (re.) im Zusammenspiel mit Teresa Tièschky. Foto: bus
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Herbert Busch Reporter
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BÜCKEBURG. Der November gilt gemeinhin ja als eher triste Angelegenheit. Dass der elfte Monat des Jahres zudem als Zeit des Totengedenkens in Erscheinung tritt, verspricht dem Normalsterblichen wenig Trost. Da lohnte einmal mehr ein Besuch der in der Stadtkirche offerierten „Orgelmusik zur Einkehr“. Diesmal hatte Kantor Siebelt Meier die Sopranistin Teresa Tièschky und die Oboistin Ulrike Köhler zum Mitmusizieren eingeladen.

Tièschky absolvierte im Oktober 2015 ihren Master of Arts Oper/Musiktheater an der Universität Mozarteum Salzburg mit Auszeichnung. Seit der Spielzeit 2015/16 ist sie am Theater für Niedersachsen als „Papagena“ in der Zauberflöte, als „Kate Pinkerton“ in Madame Butterfly und als „Beatrice“ in der Operette Boccaccio engagiert. Köhler zählt zu den regelmäßigen Gästen der heimischen Gotteshäuser und hat unter anderem im April dieses Jahres an der musikalischen Gestaltung eines von NDR und WDR übertragenen Radiogottesdienstes mitgewirkt.

Für die Ausgestaltung der aktuellen, wie immer bei freiem Eintritt zu besuchenden Einkehr-Veranstaltung hatte das Trio Werke von Antonio Vivaldi, Georg Philipp Telemann, César Franck, Max Reger und Georg Friedrich Händel ausgewählt. Eine Zusammenstellung, die dem Publikum probate Möglichkeiten des Innehaltens eröffnete. Schon mit Vivaldis zur Eröffnung erklingenden „Domine Deus“ zogen die Interpreten das Auditorium in ihren Bann.

Es folgten in wechselnden Besetzungen vorgetragene Kompositionen. Hörenswert: César Francks „Engelsbrot“ („Panis angelicus“, Sopran und Orgel) und Max Regers „Romanze“ (Oboe und Orgel). Zum Abschluss fand das Trio wieder zusammen und lief mit Georg Friedrich Händels „Meine Seele hört im Sehen“ noch einmal zu großer Form auf. „Meine Seele hört im Sehen / wie den Schöpfer zu erhöhen / alles jauchzet, alles lacht“, heißt es in dem von Barthold Heinrich Brockes zu Papier gebrachten Text, den Händel in der sechsten seiner „Neun Deutschen Arien“ vertont hat. Eine höchst lebensfrohe Angelegenheit über die Freude am Dasein, die dem November ein chevalereskes Schnippchen schlug.

Den nachdrücklich geäußerten Zugabewunsch erfüllten Tièschky, Köhler und Meier mit einer Zweitauflage des Eingangsstücks „Domine Deus“.

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