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Glatte Zahl: 20 000 können morgen in Rinteln den Landtag wählen

Nr. 38 wird in Hameln ausgezählt

RINTELN. Exakt 20 000 Wahlberechtigte können morgen in Rinteln den Landtag wählen. Die glatte Zahl ist Zufall, aber kein Tippfehler, versicherte Julia Witte, Wahlsachbearbeiterin im Rathaus

veröffentlicht am 13.10.2017 um 15:41 Uhr

Er ist der jüngste Kandidat der CDU in allen drei Wahlkreisen, der einen Sitz im Landtag in Visier hat: Martin Brüggemann (34) bei den Bogenschützen in Todenmann. Foto: tol
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Hans Weimann Reporter
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Die Wahlergebnisse aus Rinteln werden an die Stadt Hameln gemeldet, wo auch die Briefwahl ausgezählt wird. Das managen im Hamelner Wahlbüro Ines Manzau und Kevin Kraft mit ihrem Team. Anders als bei der Bundestagswahl werden im gesamten Landkreis Schaumburg drei unterschiedliche Wahlzettel mit logischerweise unterschiedlichen Kandidaten verteilt. In Rinteln liegen in den Wahllokalen die Stimmzettel für den Wahlkreis 38 (Hameln-Rinteln), dann gibt es den Wahlkreis 37 (Schaumburg) und 39 (Nienburg-Schaumburg).

Immerhin eines hat man sich im Kreishaus in Stadthagen dann doch vorbehalten: Hier sollen am Ende die Ergebnisse aus allen drei Wahlkreisen verkündet werden. Man geht davon aus, dass das vorläufige Ergebnis gegen 22 Uhr vorliegt.

Mit der Lebenswirklichkeit der Wähler, den kommunalpolitischen Verflechtungen hat die Wahlkreisaufteilung nichts mehr zu tun. Früher gab es zwei Wahlkreise, die den Landkreis abdeckten, die Linie verlief zwischen der früheren Grafschaft und Schaumburg-Lippe. Spötter sagen, es sei die Ankündigung von Friedel Pörtner (CDU) gewesen, nicht mehr antreten zu wollen, die in Hannover bei der damaligen schwarz-gelben Regierung jede Hemmung beseitigt habe, den Landkreis Schaumburg bei der Wahlkreisreform 2005 auseinanderzunehmen. Denn mit Pörtners Abschied gab es keinen Platzhirsch mehr, auf den man hätte Rücksicht nehmen müssen. Fairerweise muss man einräumen, den Hamelnern erging es nicht besser. Auch Hameln-Pyrmont ist in drei Wahlkreise zerlegt worden.

Der Stimmzettel für den Wahlkreis 38, den die Rintelner in den Wahllokalen vorfinden werden.
  • Der Stimmzettel für den Wahlkreis 38, den die Rintelner in den Wahllokalen vorfinden werden.

Im Januar 2008 wurde erstmals im neuen Wahlkreis Hameln, Hessisch Oldendorf und Rinteln mit damals zusammen 81 300 Wahlberechtigten gewählt. Die Retourkutsche kam bei der nächsten Wahl. Die Wähler nahmen die Abspaltung Rintelns übel. In vielen Orten schwänzte jeder zweite Wahlberechtigte, und ein Minus von 13,9 Prozent bei der Wahlbeteiligung war Niedersachsenrekord.

Mit der Neuordnung der Wahlkreise bekam der Stadthäger Karsten Becker seine Chance als SPD-Kandidat für den Wahlkreis 37. Denn Heiner Bartling aus Steinbergen entschied sich 2013, im neuen Wahlkreis 38 Rinteln-Hameln gegen Otto Deppmeyer (CDU) direkt anzutreten. Die Taktik ging nicht auf. Deppmeyer gewann das Direktmandat. Bartling, der nicht auf der Liste abgesichert war, schied aus dem Landtag aus. Becker dagegen zog im Wahlkreis 37 in den Landtag ein. Seit dieser Zeit sitzt kein Rintelner mehr im Landtag.

Diesmal steht auf der Liste der Kandidaten im Wahlkreis 38 ein Rintelner: Der Glasmacher Lutz Schöne, der für die AfD kandidiert. Die CDU geht bei uns mit dem jüngsten aller CDU-Kandidaten ins Rennen: Marin Brüggemann, 34, Polizeikommissar aus Hameln.

„Grande Dame“ in dieser Runde ist Anja Piel von den Grünen. 2008 kandidierte sie zum ersten Mal für den Landtag. Als Fraktionsvorsitzende ist ihr der Einzug in Hannover sicher. Dirk Adomat musste sich parteiintern bei der SPD erst gegen Wilfried Binder und Fabian Zörkendörfer durchsetzen. Als Amtsleiter bei der Kreisverwaltung Hameln-Pyrmont ist er in der Kommunalpolitik bestens vernetzt. FPD-Kandidat Roman von Alvensleben kennt man auch in Rinteln – als Strafverteidiger, der mehrmals im Amtsgericht aufgetreten ist.

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