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Hunderte strömen auf das Schloss, um sich auf die Feiertage einstimmen zu lassen

Ohne Serenade kein Weihnachten

Bückeburg. Mit frühlingshaften Temperaturen um die 16 Grad Celsius waren nicht nur die Witterungsbedingungen bei der Weihnachtsserenade am Sonntagabend außergewöhnlich. Die traditionelle musikalische Einstimmung auf das Fest der Liebe vor dem Schloss mit dem Blasorchester Bückeburger Jäger, dem Schütte Chor, den Schaumburger Märchensängern und dem Schaumburger Jugendchor (der Männergesangverein war wie schon im vergangenen Jahr nicht mehr dabei) dürfte auch selten eine so enorme Publikumsmenge in den Hof des Fürstendomizils gelockt haben.

veröffentlicht am 20.12.2015 um 19:14 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 11:41 Uhr

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Autor:

Johannes Pietsch

Zudem gruppierten sich die vier Ensembles zum ersten Mal in der mittlerweile 34-jährigen Geschichte des einst von Fritz Glas initiierten weihnachtlichen Musik-Stelldicheins nicht mehr unter dem Hauptportal, sondern rechts neben dem Seiteneingang des Schlosses, durch den man zur „Alten Schlossküche“ gelangt. Grund war, dass der angestammte Platz der Musiker durch die seit dem Weihnachtszauber in Betrieb befindliche „Schlossküchen“-Gastronomie belegt war. Eine weitere Reminiszenz an den Weihnachtszauber bildete die komplette Beleuchtung inklusive der Lichtergala und sogar des „lachenden Weihnachtsbaums“ auf dem Schlossbalkon, die während Serenade das gesamte Gelände illuminierte.

„Ohne diese Serenade kann es in Bückeburg nicht Weihnachten werden“, erklärte Bürgermeister Reiner Brombach in seinen Begrüßungsworten, nachdem das Blasorchester traditionell mit Georg Friedrich Händels Festmarsch „Tochter Zion“ eröffnet hatte. Das zu Ende gehende Jahr sei geprägt gewesen durch die Auswirkungen der Kriege in Afrika und Syrien, so Brombach, die mittlerweile in Gestalt der Flüchtlingswelle auch vor der eigenen Haustür angekommen sei. Auch der Terror habe eine neue Dimension angenommen, wie beispielsweise das abgesagte Länderspiel in Hannover gezeigt habe. „Dem müssen auch wir uns stellen.“ Seinen Dank entsandte das Stadtoberhaupt nicht nur an die vier beteiligten Ensembles und ihre Leiter Sven Schnee (Blasorchester), Jürgen Schütte (Schütte-Chor), Sascha Davidovic (Märchensänger) und Jelena Agbaba (Jugendchor), sondern auch an das Fürstenhaus dafür, die Weihnachtsserenade auf dem einmalig schönen Schlossgelände durchführen zu können.

Märchensänger und Jugendchor stimmten unter anderem das schweizerische Sternsingerlied „Es ist für uns eine Zeit angekommen“, das bayrische Hirtenlied „O Wunder, was soll das bedeuten“ und das spanische Weihnachtslied „Ya vienne la vieja“ an. Vom Schütte Chor erklangen „Zu Bethlehem geboren“ und „Es ist ein Ros entsprungen“. Und angesichts der Großwetterlage dürfte das Blasorchester Bückeburger Jäger wohl noch nie so inbrünstig Irving Berlins „I’m dreaming of a white chrismas“ geblasen haben. Restlos überzeugt zeigte sich Bürgermeister Reiner Brombach vom Stimmvermögen „seiner“ Bückeburger nach dem gemeinsamen Singen der beiden traditionellen Abschluss-Lieder „Stille Nacht“ und „O du fröhliche“: „Wenn uns im neuen Jahr wieder die Stadtwette erwischt, werden wir einfach mit Chorgesang überzeugen.“

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  • Das Blasorchester Bückeburger Jäger unter Leitung von Sven Schnee.
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  • Der Schaumburger Jugendchor unter Leitung von Jelena Agbaba.
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