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Neujahrsempfang in St. Nikolai

Optimistische Botschaften beim Neujahrsempfang

RINTELN. Festlich ging es am Sonntag in St. Nikolai zu. Zum Neujahrsempfang, einer Veranstaltung, die mit den Kirchengemeinden Exten/Hohenrode, Krankenhagen, Todenmann sowie dem Johannis-Kirchzentrum gestaltet wird, zeigte sich die Kirche von ihrer schönsten Seite. Optimistischen Botschaften wurde viel Raum gegeben.

veröffentlicht am 14.01.2018 um 17:53 Uhr

Volles Haus: Der traditionelle Neujahrsempfang lockte wieder viele Besucher in die St.-Nikolai-Kirche. Foto: CM
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Claudia Masthoff Reporterin

RINTELN. Richtig festlich ging es am Sonntag in St. Nikolai zu. Zum traditionellen Neujahrsempfang, einer Veranstaltung, die gemeinsam mit den Kirchengemeinden Exten/Hohenrode, Krankenhagen, Todenmann sowie dem Johannis-Kirchzentrum gestaltet wird, zeigte sich die Kirche von ihrer schönsten Seite. Ein letztes Mal strahlten die Lichter am Weihnachtsbaum mit dem beleuchteten Stern am Kirchenhimmel um die Wette, alle Kerzen in den Leuchtern im Mittelschiff waren angezündet, Morgenlicht fiel durch die endlich nicht mehr durch Baustellenschutzwände verstellten bunten Mosaikglasfenster.

Mit Chor und Projektposaunenchor gesellte sich zum wunderbaren Anblick auch noch der schöne Klang. Klare Stimmen, die im sakralen Rahmen doch immer schnell das Adjektiv „engelsgleich“ in den Sinn kommen lassen, und Bläsertöne, mit einem Spektrum von warm, sanft und weich bis schwungvoll, aufmunternd.

Spannend der thematische Bogen, der an diesem Vormittag geschlagen wurde. Während sich in der Auswahl der Lieder ganz eindeutig Optimismus, Freude am Neuanfang und so etwas wie Tatendurst ganz im weltlichen und praktischen Sinne spiegelte, wiesen die Wortbeiträge, mit ihrem Bezug auf die Jahreslosung 2018, „Gott sprach: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst“, eher nach innen. Immer mehr Menschen würden spüren, dass Materielles oder der persönliche berufliche Erfolg nicht alles im Leben seien, stellte Pastor Tobias Roggenkamp aus Krankenhagen in seiner Predigt fest. Zum einen, meinte Roggenkamp, und zitierte dabei Ergebnisse aus der Glücksforschung, sei bekannt, dass ab einem bestimmten Grad ein Mehr an Einkommen nicht gleichzeitig zu einem Mehr an Zufriedenheit führen würde. Und im großen Rahmen gesehen, wären die Menschen glücklicher, die in einem System lebten, das für alle gerecht sei, wo es keine große Schere zwischen Arm und Reich gebe.

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Zum anderen liege es im Wesen des Menschen, dass er neben den rein materiellen Wünschen auch einen „Durst“, ein „Sehnen“ nach Gott, nach spiritueller Nahrung, eben nach „lebendigem Wasser“ in sich trage. Die Jahreslosung 2018 biete hier eine große Chance. Sie könnte, wie die Musik, in der Lage sein, unsere Herzen dauerhaft zu berühren und uns vermehrt diesen das Spirituelle suchenden Seelenanteil ins Bewusstsein zu bringen. Gleichzeitig wäre es für alle, die sich ein glückliches neues Jahr wünschen, gut, wenn Anstrengungen unternommen würden, soziale Ungerechtigkeit zu vermindern. Das gelte im Übrigen auch weltweit, und man könnte an dieser Stelle auch noch den Bogen zur ungleichen Verteilung von Ressourcen, wie sie zum Beispiel der Zugang zu sauberem Wasser darstellt, schlagen.

Eine ähnliche Sicht offenbarte das Grußwort Salih Alinaks von der muslimischen Gemeinde Rinteln. Man sei froh, bereits viele erfolgreiche Schritte für ein friedliches Miteinander gemacht zu haben, so Alinak. Doch für eine gute Zukunft müsse man sich jetzt verstärkt dem Thema „Teilen“ zuwenden.

Auch eine etwas traurige Nachricht gab es für die Besucher. Es wurde bekannt gegeben, dass Andreas Kühne-Glaser seinen Anteil an der Pfarrstelle St. Nikolai (20 Prozent) aufgeben würde, um sich ganz auf die immer umfangreicher werdenden Aufgaben als Superintendent beim Kirchenkreis konzentrieren zu können. Er bleibe der Gemeinde jedoch als Prediger erhalten, wolle auch den Bibelkreis weiterführen und sich regelmäßig projektbezogen einbringen.

Ein persönlicherer Nachsatz: Lange hat man sich bei vielen Anlässen gewundert, dass niemand erwähnt, wie sehr Friedrich-Wilhelm Rauch fehlt. Am Sonntag war es jedoch Gerald Sümenicht, Ortsbürgermeister von Krankenhagen, der die Anwesenden bat, dem Erkrankten Besserung zu wünschen.

Das alles zusammen klingt doch nach einem guten Anfang für 2018!

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