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Großputz am Gevattersee bringt Müllberge zusammen / Maßnahmenkatalog gegen Umweltsünder

"Pro Flasche zwei Euro - und ich wäre reich"

Bückeburg (rc). Am Gevattersee haben Fürstliche Hofkammer, Stadt und Landkreis mit einer großen Reinigungsaktion begonnen. Bis zum Ende der Woche werden Parkplätze, Grünflächen und Gräben sowohl des Bade- als auch des Anglersees gereinigt. Acht Mann sind samt Radlader, Containern und weit über 100 Mülltüten im Einsatz. Allüberall türmen sich bereits hohe Berge von gesammeltem Unrat. Rund 30 Kubikmeter Müll werden zusammenkommen, schätzen die Verantwortlichen.

veröffentlicht am 31.03.2006 um 00:00 Uhr

Aufräumaktion am Gevattersee: Kühlschränke, Batterien oder Altöl

Auslöser der Aufräumaktion, aber auch weitergehender Maßnahmen, um die erneute Vermüllung möglichst zu unterbinden, war ein Bericht unserer Zeitung. Wir hatten im Februar unter dem Titel "Müll, wohin das Auge blickt" auf den Umweltskandal illegaler Müllablagerungen aufmerksam gemacht. Wie Jürgen Pape, bei der Hofkammer verantwortlich für die Liegenschaften, während eines Ortstermins mitteilte, haben in der Zwischenzeit intensive Gespräche zwischen Stadt, Landkreis und Hofkammer stattgefunden. Alle waren sich einig, dass etwas geschehen müsse. Und das startete Anfang der Woche: Die Hofkammer stellte Müllsäcke, Container und Geld zur Verfügung, der Landkreis schickte eine Kolonne der Beschäftigungsgesellschaft und die Stadt einen Radlader. "Das ist alles viel zu viel, um es von Hand in die Container zu schleppen", stöhnte ein Sammler, der gerade eine entsorgte Waschmaschine aus einem Graben gewuchtet hat. Extra für Autobatterien, Altöle oder entsorgte Kühlschränke wurde ein Sondermüll-Container geordert. Auf Altglascontainer wurde allerdings verzichtet, obwohl ein weiterer Arbeiter betonte: "Pro Flasche zwei Euro - und ich wäre reich." "Am liebsten würden wir ja S-Draht um die Seen legen", sagte Pape zu Maßnahmen, die das erneute Vermüllen verhindern sollen. Da es sich bei den Seen aber um ausgewiesene, so genannte öffentliche Flächen handele, müssten sie weiter zugänglich bleiben. Auch ein Badeverbot könne nicht verhängt werden. Darum tritt jetzt ein ganzes Bündel von Maßnahmen in Kraft: Polizei und Ordnungsamt werden ihre Streifen und Kontrollen verstärken und den Druck auf die Verursacher erhöhen. Jede Müllentsorgung wird zur Anzeige gebrach; außerdem werden eigene Ermittlungen zmr Aufdecken der Verursacher geführt. Die Gräben und Wälle um das Gelände - vor vier Jahren gezogen - werden wieder vertieft oder erhöht. Voraussichtlich wird der Parkplatz an der Schaumburger Straße - dort, wo der meiste Müll illegal entsorgt wird, weil er von der Straße schlecht einsehbar ist - mit einer Schranke gesperrt. Auf der Schaumburger Straße wird ein absolutes Halteverbot verhängt. Pape abschließend: "Es ist eine absolute Unverfrorenheit, dass in der heutigen Zeit hier noch so etwas passiert."

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