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Schausteller diskutieren: Wie kann sich die Rintelner Messe behaupten?

„Produkt Kirmes“ stärken

RINTELN. Das Geschäft der Kirmes-Schausteller wird härter: Im Freizeitsektor macht eine riesige Vielfalt anderer Angebote der traditionellen Kirmes Konkurrenz, und auch in eine andere Stadt oder andere Gemeinde fürs Freizeitvergnügen zu fahren, ist für viele Familien kein Thema.

veröffentlicht am 07.11.2017 um 18:45 Uhr

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Marieluise Denecke Redakteurin / Online zur Autorenseite
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RINTELN. Wie kann eine traditionelle Messe wie die in Rinteln bestehen?

Darüber wollen die Schausteller nun gemeinschaftlich verstärkt sprechen. Das wurde unter anderem bei der Interessenversammlung am vergangenen Montag thematisiert.

„Wir müssen überlegen, wie wir das ‚Produkt Kirmes‘ stärker hervorheben“, sagt Marlon Klaasen. Der 33-jährige Rintelner wurde am Montag zum Sprecher der lokalen Schausteller gewählt (wir berichteten). Die Formulierung „Produkt Kirmes“ wählt er bewusst: Eine Kirmes ist heutzutage aus Sicht der Besucher ein Freizeitangebot von sehr, sehr vielen. Jede Kirmes müsse sich daher dem starken Wandel im Freizeitbereich stellen, sagt Klaasen deutlich. „Wir unterliegen da einem großen Innovationsdruck.“

Daher wollen die Schausteller künftig stärker Werbung für die Rintelner Messe machen. Dazu habe es nun erste Gespräche gegeben.

Aber: Macht die Stadt nicht genügend Werbung?

Rinteln habe ein bewährtes Werbekonzept für die Messe, so Marktmeister Daniel Jakschik. Dazu setzt man auf verschiedene Kanäle. Seit knapp 15 Jahren werde beispielsweise Reklame über Radio Westfalica und Radio Lippe geschaltet. Außerdem würden in Zeitung und Magazinen Anzeigen geschaltet, ebenso online und auf Facebook, und am Ortseingang stünden die Ankündigungen. Da sei es recht unwahrscheinlich, dass Menschen aus dem Umkreis nicht mitbekämen, wenn Messe ist.

Den Schaustellern gehe es nun nicht darum, das Konzept der Stadt „anzuzweifeln“, so Jakschik, sondern darum, zusätzlich Werbung zu machen: Auf Plakaten wollten sie im Umkreis von 20 Kilometern die Werbetrommel rühren. Das bestätigt auch Schausteller-Sprecher Klaasen. Die Stadt sei immer ein „starker Partner“ gewesen.

Wie sinnvoll die Idee der Schausteller ist, „darüber kann man sich streiten“, so Jakschik. Schließlich verfüge die Stadt über ein schlüssiges Werbekonzept. Das sei nicht selbstverständlich. Wenn dies nicht wirken würde, dann sei die Stadt nicht voll, so der Marktmeister.

Das war sie aber zur jüngsten Herbstmesse, die „außerordentlich gut“ gelaufen sei, bilanziert Jakschik. Gerade am Freitag und Samstag sei mehr los gewesen als sonst. Der Sonntag habe wegen des vormittäglichen Regens dagegen etwas zögerlicher gestartet. Auch die Schausteller ziehen eine „durchweg positive“ Bilanz aus der diesjährigen Herbstmesse, bestätigt Klaasen. Das Wetter habe gestimmt, sodass gerade am Wochenende viele Besucher gekommen seien. Auch habe die Stadt „viele attraktive Fahrgeschäfte“ verpflichtet.

Die Schausteller wollen nun zusammenarbeiten, damit das so bleibt. „Die Messe ist ein Stück Kultur in Rinteln“, sagt Klaasen, ein „wichtiger Baustein“ des Lebens in der Stadt. Wie keine andere Veranstaltung schaffe es die Messe, die Menschen zusammenzubringen – unabhängig von Alter, Herkunft oder Einkommen. „Die Messe führt auch Kulturen zusammen“, so Klaasen. Kinder würden sich zum Beispiel am Karussell treffen, unabhängig davon, ob sie die jeweils andere Sprache sprächen.

„Das ist das Alleinstellungsmerkmal der Rintelner Messe“, so Klaasen.

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