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Niederdeutscher Gesprächskreis erinnert ans Hausschlachten

Querdenker pflegen das plattdeutsche Platt

MEINSEN/WARBER. In niederdeutscher Sprache vermittelte Geschichten, Vorträge und allgemein interessierende Themen dominieren die Treffen der Gruppe „De Twasloepers“.

veröffentlicht am 11.01.2018 um 12:48 Uhr
aktualisiert am 11.01.2018 um 17:40 Uhr

Wolfgang Harting (links) erzählt eine Geschichte über Hausschlachtungen. Foto: pr
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Die „Querdenker“ treffen sich an jedem ersten Donnerstag im Monat im Vereinsstübchen des Spielmannszuges Meinsen-Warber. Dem rund 60 Personen umfassenden Gesprächskreis gehören Frauen und Männer im Alter von 30 bis 80 Jahren an.

Von den von Wolfgang Harting, Wilhelm Rinne und Heinz Böhne moderierten Treffen werden ausführliche Protokolle erstellt, die zum Jahresende als umfangreich bebilderte Broschüren in den Verkauf kommen. Seit 2011 betreuen die „Twasloepers“ mit Sketchen und Dönekens den plattdeutschen Part bei der „Langen Nacht der Kultur“ im Bückeburger „Braukeller“.

Bei ihrer jetzt 89. Zusammenkunft stand das Hausschlachten auf dem Programm. „Wintertäid is oak jümmer Schlachtetäid. Jedenfalls was et freuer sau. Et Jaff ja noch keine elektrischen Kühlschäppe. Maast mit’n ersten Frost Anfang November jung et loas mit’n Häusschlachten“, erzählte Wolfgang Harting. In den Schilderungen ging es darum, dass sich die Bevölkerung seinerzeit größtenteils selbst versorgte. Beinahe in jedem Haus wurde ein Schwein gefüttert, das im Winter ins Gras beißen musste. Das Schlachten übernahmen zumeist Maurer oder Zimmerleute. „De Kerl namm sain schapet Mest un hat et affe’stäken“, heißt es in der Geschichte. Dass die Arbeit zumeist mit dem Verzehr alkoholischer Getränke einherging, stand außer Frage – „näu was et wier Taid, de Schluckpull’n hertekäijen“.

Die Teilnehmer des aktuellen Treffens sind durch die Schilderungen von Hartings Wolfgang offenbar auf den Geschmack genommen. Demnächst soll nämlich das Thema „Wurst- und Fleischherstellung“ auf die Tagesordnung gesetzt werden. Auf die dazu zu hörenden Geschichten darf man gespannt sein. bus

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