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Schaumburger Jugendchor begeistert

Rasant durchs Winter-Wunderland

BÜCKEBURG. Glockenhelle, klare Stimmen – ein homogener Gesamtklang: Das ist das „Markenzeichen“ des „Schaumburger Jugendchors“. Beim Adventskonzert in der Stadtkirche hat das Ensemble seinen ausgesprochen guten Ruf weiter gefestigt.

veröffentlicht am 11.12.2016 um 15:10 Uhr
aktualisiert am 11.12.2016 um 16:00 Uhr

Erstaunlich, wie frisch und entspannt der Schaumburger Jugendchor sein Programm abliefert. Foto: mig
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Autor

Michael Grundmeier Reporter
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Kaum hat der Dezember begonnen, schnellt die Zahl der Konzerte verlässlich in die Höhe. Fast jeder Chor hat in dieser Zeit gut zu tun – vom Adventskaffee bis zur Weihnachtsfeier reicht die Palette. Mal hierhin, mal dorthin geht die Reise – vor allem Ensembles wie der „Schaumburger Jugendchor“ sind in diesen Tagen viel unterwegs. Es ist also durchaus keine Selbstverständlichkeit, dass der Chor alljährlich an einem der Adventswochenenden in die Stadtkirche kommt. Und dass er jedes Mal neue Lieder und Stücke im Gepäck hat. Erstaunlich auch, wie frisch und entspannt der Chor sein Programm abliefert. Von routiniertem Durchwurschteln keine Spur – während andere Weihnachtskonzerte einer langen, mühsamen Wanderung ähneln, kann man den Auftritt der Schaumburger mit einer langen Schlittenreise vergleichen. Kaum hat das Konzert begonnen, geht es in rasendem Tempo durch das Winter-Weihnachts-Wunderland. Und die rund zwei Stunden Programm sind viel zu schnell vorbei.

Wie wichtig gute Nachwuchsarbeit ist, zeigt sich schon am Kinderchor, der seine Sache richtig gut macht. Trotz der Anspannung (Wird alles klappen? Singe ich auch richtig?) bleibt der Gesang ohne Fehler, die Kleinen haben sichtlich viel Spaß. Ob bei „Si, si, si dola da“, dem „Te Deum Laudamus“ „ oder der „Allerlängsten Nacht“ – die Kleinen und Kleinsten zeigten sich bestens aufgelegt und ganz stark. Erstaunlich, wie homogen dieses Ensemble schon in jungen Jahren ist. Dass die Kinder richtig Freude am gemeinsamen Singen haben, wird bei Klassikern wie „In dir ist Freude“ oder „Kommet ihr Hirten“ ganz deutlich. Überall Strahlen und Lächeln – von Lampenfieber keine Spur. Bei diesem Kinderchor muss einem um die Zukunft des Gesangs nicht bange sein. Leiterin Jelena Agbaba hat sich für ihre Nachwuchsarbeit eine Eins mit Sternchen verdient.

Da wo die einen noch hinwollen, da sind die anderen schon: Im Konzertchor, der sich in diesem Jahr frisch und auf ganz hohem Niveau präsentierte. Unter Leitung von Stephanie Feindt agiert der Chor leicht und entspannt, dabei homogen und als Ganzes. Die Sänger sind hoch konzentriert und folgen dem Dirigat bis in kleinste Nuancen. Überhaupt präsentiert sich der Chor bestens aufgelegt und stimmlich sehr präsent. Das zeigt sich schon, als die Sänger beim Einzug durch den Mittelgang schreiten. Kein Stolpern, keine Fehler – der Gesang kommt sicher, wie in Stein gemeißelt. Danach folgt das wunderbare „Carol of the Bells“, das die einzelnen Stimmen wie Glocken hin- und herschwingen lässt. Fröhlich und leichtfüßig kommt auch das traditionelle „Festejo de Navidad“ daher, ein Lied, das der Jugendchor locker und ohne Druck angeht. Die einzelnen Stimmen gleiten ineinander und bilden eine fast natürliche Einheit: alles passt zusammen, fügt sich ganz leicht zusammen. Statt auf billige Effekte setzt der Chor auf Tonreinheit und auf eine ausgewogene Klangkultur.

Bei diesem Kinderchor muss einem um die Zukunft des Gesangs nicht bange sein.
  • Bei diesem Kinderchor muss einem um die Zukunft des Gesangs nicht bange sein.
Stimmgewaltig und auf ganz hohem Niveau präsentiert sich das „X-Ensemble“.
  • Stimmgewaltig und auf ganz hohem Niveau präsentiert sich das „X-Ensemble“.

Dass dem Chor auch hochkomplexe Lieder bestens gelingen, zeigt Rutters „Personent hodie“, das mit Atemgeräuschen und Sprachlauten arbeitet. Ebenso fehlerlos gelingt „Torches“, ein Lied mit vielfachen Wechseln in Höhe und Rhythmik. Nach einem schwerelosen „Christmas Lullaby“ zeigt sich der Chor mit „Linkin Parks“ „Leave out all the rest“ auf der Höhe der Zeit. Ein großartiger Kontrast!

Stimmgewaltig und auf ganz hohem Niveau präsentiert sich das „X-Ensemble“ unter der Leitung von Jelena Agbaba. Nach dem zärtlich-leisen „Sleep my darling“ – mit einer fast hauchzarten Stimme – folgt „Breath of heaven“, ein wunderbares Stück Musik. Es folgt: „The Lord bless you and keep you“, das im zweifachen Piano immer noch voll und rund klingt. Den Schlusspunkt setzt einmal mehr der Konzertchor mit einem Strauß von Weihnachtsliedern („Es ist für uns eine Zeit angekommen“, „Was soll das bedeuten“ oder „Maria durch ein Dornwald ging“). Nach dem gemeinsam gesungen „O du fröhliche“ bleibt es kurz still – dann bricht ein regelrechter Jubelsturm los. Das Publikum steht auf und spendet einen mehrere Minuten andauernden Beifall. Fazit: Ein Konzert zum Niederknien. Der Jugendchor gibt manch einem oft gehörten Adventslied seine Strahlkraft wieder.

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