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Regisseurin Anca Miruna Lazarescu dreht neuen Kinofilm in Rinteln

Renommierte Regisseur dreht Kinofilm in Rinteln

RINTELN. „Ich freue mich jedes Mal, wenn der Urlaub vorbei ist und ich wieder arbeiten kann.“ Dieser Satz beschreibt die Leidenschaft fürs Filmemachen von Anca Miruna Lazarescu gut. „So ein Film macht viel Arbeit. Da kommen auch an einem Sonntag schnell 13 Stunden zusammen. Aber es macht auch einfach so viel Freude.“

veröffentlicht am 12.09.2017 um 17:09 Uhr
aktualisiert am 12.09.2017 um 19:50 Uhr

Anca Miruna Lazarescu (mitte) und ihr Team bereiten die Dreharbeiten in Rinteln vor. Foto: pr

Autor:

Luis Böhm

Nun dreht die Regisseurin in Rinteln. Am Mittwoch findet ein offenes Casting statt. Jeder kann mitmachen. Die in Rumänien geborene Regisseurin lebte ab ihrem elften Lebensjahr zusammen mit ihren Eltern in Bad Pyrmont und studierte an der Hochschule für Fernsehen und Film in München, welche sie im Jahr 2011 mit einem Diplom verließ.

Ihre Abschlussarbeit mit dem Titel „Silent River“ wurde nach dessen Veröffentlichung auf über 300 Festivals gezeigt und mit über 82 nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet. Bis heute zählt „Silent River“ zu den am häufigsten ausgezeichneten Kurzfilmen aller Zeiten.

Für ihr neuestes Projekt zieht es Lazarescu nun auch nach Rinteln. „Glück ist was für Weicheier“ heißt ihr zweiter Kinofilm und soll 2018 erscheinen. „Wir versuchen, mit dem Film den Charme des Lebens in der Provinz aufzufangen“, beschreibt Lazarescu die Tragikomödie.

„Glück ist was für Weicheier“ erzählt die Geschichte eines zwölfjährigen Mädchens, das wegen ihres jungenhaften Auftretens in der Schule gemobbt und von ihrem Schwarm übersehen wird. Nur ihre ältere Schwester hält zu ihr. Doch diese ist sterbenskrank und kann am Leben nicht mehr teilnehmen. Um ihrer großen Schwester zu helfen, schmiedet das kleine Mädchen einen außergewöhnlichen und riskanten Plan, der ihr gleichzeitig auch zu mehr Anerkennung in der Schule verhelfen soll.

„Der Film ist für mich ein wahres Herzensprojekt“, erzählt Lazarescu beim Gespräch mit unserer Zeitung. „Bei manchen Szenen werden Erinnerungen an die eigene Kindheit geweckt.“ Die Wahl von Rinteln und Bad Salzuflen als die zwei Hauptdrehorte fiel dabei aus vielerlei Gründen. „In das Rintelner Hallenbad haben wir uns sofort verliebt. Es präsentiert genau den Charme einer Kleinstadt, den wir mit unserem Film transportieren wollen.“ Neben dem Hallenbad sind das Ernestinum und auch einige Straßen als Drehorte in Rinteln vorgesehen.

„Da wir hier drehen, wollen wir auch gern die Bewohner von Rinteln in unsere Arbeit mit einbeziehen und befinden uns momentan auf der Suche nach Komparsen für verschiedenste Szenen.“

Das nächste Casting findet am heutigen Mittwoch in der Zeit von 15 Uhr bis 20 Uhr in der Cafeteria des Hallenbades in der Paul-Erdniß-Straße statt.

„Jeder darf sich angesprochen fühlen. Wir suchen Menschen jedes Aussehens und jeder Altersstufe. Wir wollen jeden!“ Für zwei spezielle Szenen sei man aber insbesondere auf der Suche nach schwangeren Frauen und nach Rollerbladern. „In einer Szene im Hallenbad zeigen wir Frauen, die zusammen mit ihren Partnern Gymnastikübungen machen und in einer anderen brauchen wir Inline-Fahrer jeden Alters“, erklärt Lazarescu die etwas ungewöhnliche Suche. Die Idee hinter „Glück ist was für Weicheier“ stammt von der Autorin Silvia Wolkan. Lazarescu und sie lernten sich während des Studiums in München kennen. „Als ich die Geschichte das erste Mal laß, hab ich mich sofort in die Charaktere und die einzigartige Geschichte verliebt“, erinnert sich Lazarescu.

Dementsprechend groß ist die Freude darüber, dass es nach fast sechsjähriger Vorarbeit jetzt endlich losgehen kann. „Wir freuen uns auf jeden, der kommt und versprechen, dass alle großen Spaß haben werden.“

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