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Bückeburger Autorin Silke Ellenbeck bringt gleich zwei neue Bücher auf den Markt

Romanbiographie und Thriller

BÜCKEBURG. Zweimal Bückeburg als Schauplatz: Mit gleich zwei Neuerscheinungen ist die heimische Autorin Silke Ellenbeck auf dem Buchmarkt präsent.

veröffentlicht am 27.10.2017 um 15:12 Uhr

Silke Ellenbeck hat zwei Bücher geschrieben, die Bückeburg als Schauplatz haben. Foto: jp
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Johannes Pietsch Reporter zur Autorenseite
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In der historischen Romanbiographie „Im Leiden beginnt mein Sterben“ widmet sich die 1974 in Hameln geborene und heute in Bückeburg lebende Autorin dem kurzen und vor allem in seinen letzten Jahren todunglücklichen Leben der Großherzogin Caroline von Sachsen-Weimar-Eisenach. Und mit „Von küssenden Engeln und reißenden Wölfen“ hat die Bückeburgerin erstmals einen Thriller vorgelegt.

Historische Themen haben es der 43jährigen schon immer angetan, was sich vor allem in ihrer ersten historischen Romanbiographie über die Zarentochter Maria Romanow niederschlug, die zunächst 2011 als zweibändige Ausgabe unter dem Titel „Mandrifolie“ im Berliner Aavaa-Verlag erschien und vier Jahre später in einer einbändigen, komplett überarbeiteten Fassung mit dem Titel „Ich wollte einen Soldaten heiraten und zwanzig Kinder bekommen“ im Radeberger DeBehr-Verlag.

DeBehr brachte nun auch Silke Ellenbecks zwei neue Bücher heraus, von dem „Im Leiden beginnt mein Sterben“ wiederum das tragische und sehr kurze Leben einer jungen Adligen zu Beginn des vorigen Jahrhunderts in den Mittelpunkt stellt. Dabei bedient sich die Autorin der Form des Brief- und Tagebuchromans, wofür sie umfangreich in dem im Schloss Bückeburg beheimateten Niedersächsischen Landesarchiv recherchierte – ohne dabei jedoch echte Tagebuchaufzeichnungen der Großherzogin zu verwenden, denn solche sind nicht überliefert.

Caroline war die Tochter des Fürsten Heinrich XXII. Reuß zu Greiz aus dessen Ehe mit Ida zu Schaumburg-Lippe. Am 30. April 1903 heiratete sie mit gerade einmal 18 Jahren den acht Jahre älteren Großherzog Wilhelm-Ernst zu Sachsen-Weimar-Eisenach. Die Hochzeit wurde in Bückeburg von ihrem Onkel, dem regierenden Fürsten Georg zu Schaumburg-Lippe, ausgerichtet. Die Verbindung mit dem zu seiner Zeit als reichster Fürst Deutschlands geltenden Großherzog entsprang kaum echten Gefühlen, sondern war vielmehr von höchster Stelle gewünscht und wurde entsprechend groß gefeiert. So nahm nicht nur Kaiser Wilhelm II. an der Vermählung in Bückeburg teil, sondern auch die niederländische Königin Wilhelmina.

Wie wenig sich die Verlobten indes auf ihre gemeinsame Zeit als Eheleute freuten, zeigte sich schon daran, dass beide bereits im Vorfeld mehrmals darum ersucht hatten, von ihrem Eheversprechen entbunden zu werden. Der gesamte Bückeburger Hof sei über das Elend bestens informiert gewesen, schreibt Silke Ellenbeck in einer Anmerkung, und sogar der Hofmarschall des Kaisers Graf Zedlitz-Trützschler soll die Befürchtung geäußert haben, die kreuzunglückliche Braut könne sich noch vor der Eheschließung aus dem Staub machen.

Was sie jedoch nicht tat, sondern stattdessen pflichtgemäß in der Bückeburger Schlosskapelle vor den Traualtar schritt. Nicht einmal zwei Jahre später, am 17. Januar 1905, starb sie mit gerade einmal 20 Jahren in Weimar. Als offizielle Todesursache gilt bis heute eine schwere Lungenentzündung. An den in vielen Veröffentlichungen genannten Spekulationen, sie habe sich aus Verzweiflung über ihre Ehe das Leben genommen, beteiligt sich Silke Ellenbeck nicht, vielmehr zeichnet ihre Romanbiographie auf sensible Weise die letzten, traurigen Monate der Großherzogin aus unterschiedlichen Perspektiven nach.

Komplett in Bückeburg spielend und von gänzlich anderem Kaliber ist Silke Ellenbecks zweite Neuerscheinung „Von küssenden Engeln und reißenden Wölfen“: Aidan und Pjotr, die beiden Hauptfiguren in ihrem Thriller-Debüt, sind als Handlanger des Unterweltbosses Vova hinter der Kulisse der Kleinstadt-Idylle in Sachen Drogen, Gewalt und Rotlichtkriminalität unterwegs. Und so wie beim ikonenhaften, von John Travolta gespielten Killer Vincent Vega in Quentin Tarantinos „Pulp Fiction“ gerät auch Aidans Leben komplett aus den Fugen, als er von seinem Chef dazu abgestellt wird, auf dessen kleine Tochter aufzupassen. Eine Kaskade dramatischer, makaberer und blutiger Ereignisse setzte sich unaufhaltsam in Gang, als sich herausstellt, dass die junge Dame ganz eigene Vorstellungen von diesem „Babysitter“-Job hat.

„Im Leiden beginnt mein Sterben“ ist im DeBehr-Verlag erschienen, 341 Seiten, ISBN 978-3957534378, 12,95 Euro.
„Von küssenden Engeln und reißenden Wölfen“ ist ebenfalls im DeBehr-Verlag erschienen, 610 Seiten, ISBN 978-3957534385, 14,95 Euro.

Am kommenden Sonntag, 29. Oktober, wird Silke Ellenbeck anlässlich des verkaufsoffenen Sonntags in der Hofbuchhandlung Frommhold ihre beiden neuen Bücher signieren.

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